Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Sabotage am Stromnetz: Mutmaßlicher Saboteur der Umspannwerke gefasst

Der seit Tagen gesuchte Mann, der an mehreren Orten Stromleitungen sabotierte und Abschaltungen verursachte, soll gefasst worden sein.
/ Mario Petzold
39 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Die Polizei ermittelt seit 2. September, hier in Jänschwalde. (Bild: Getty Images/Michele Tanussi)
Die Polizei ermittelt seit 2. September, hier in Jänschwalde. Bild: Getty Images/Michele Tanussi

Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, darunter Tagesschau(öffnet im neuen Fenster) und FAZ(öffnet im neuen Fenster), wurde der Verfasser der Bekennerschreiben zu den Anschlägen auf mehrere Umspannwerke in Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen festgenommen. Er soll in der Nähe von Aachen in eine Polizeikontrolle geraten sein.

In mehreren Schreiben, die unter anderem an die Taz geschickt worden waren und auch vor Ort gefunden wurden, hatte sich der mutmaßliche Täter als Absender ausgewiesen. Die Polizei suchte seitdem nach ihm, durchsuchte seine Wohnung, in der Sprengstoff gefunden wurde, und entdeckte einen Wohnwagen, den er ebenfalls genutzt haben soll.

Da in dem Bekennerschreiben zahlreiche Details zu den Anschlägen und deren Ablauf beschrieben waren, die erst nach dem Versenden öffentlich wurden, geht die Polizei davon aus, dass es sich beim Festgenommenen mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Täter oder mindestens um einen direkt Beteiligten handelt.

Versuch, die Kohleverstromung zu stoppen

An mehreren Umspannwerken wurden in den letzten Tagen Abschussvorrichtungen für selbstgebastelte Raketen gefunden. In Jänschwalde bei Cottbus und in Bergheim bei Köln konnten mit den Flugkörpern leitende Bänder um Hochspannungsleitungen gewickelt werden. Mit Kontakt zum Boden wurde ein Erdschluss hergestellt, was jeweils zu einer Unterbrechung der Stromübertragung geführt hatte.

Im rheinischen Kohlerevier mussten daraufhin mehrere Kraftwerksblöcke von Braunkohlekraftwerken abgeschaltet werden. Negative Auswirkungen auf die Netzstabilität soll es nicht gegeben haben.

In den Bekennerschreiben wurden explizit Kohlekraftwerke als Ziele genannt. Ziel soll es gewesen sein, die Kohleverstromung zu stoppen, die einen erheblichen Beitrag zum Klimawandel leistet, deren Anteil an der Energiegewinnung zumindest in Deutschland aber bereits gering ist und die bis 2038 komplett beendet werden soll.

Unklar ist noch, ob es weitere mögliche Täter gibt oder ob sämtliche gefundenen Abschussvorrichtungen in drei Bundesländern und viele hundert Kilometer voneinander entfernt von einer einzelnen Person stammen.


Relevante Themen