Saarlouis: Ford verhandelt angeblich über Werksverkauf an BYD

Der Autohersteller Ford will sein Werk in Saarlouis schließen. Es gibt aber eine ganze Reihe von Interessenten dafür.

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Autoproduktion im Ford-Werk in Saarlouis
Autoproduktion im Ford-Werk in Saarlouis (Bild: Vincent Kessler)

Der chinesische Elektroautohersteller BYD ist offenbar an der Übernahme des Ford-Werkes in Saarlouis interessiert. Der US-Autohersteller befinde sich bereits in Gesprächen mit BYD, berichtete das Wall Street Journal (Paywall) am 24. Januar 2023 unter Berufung auf Personen, die mit den Gesprächen vertraut seien. Vertreter des Ford-Managements in Deutschland planten, in der kommenden Woche nach China zu reisen, um den möglichen Verkauf des Werks zu besprechen.

Das Werk im saarländischen Saarlouis könnte 2025 geschlossen werden, wenn dort die Produktion des Ford Focus ausläuft. Das Werk hatte einen firmeninternen Standortwettbewerb um die künftige Produktion von Elektroautos gegen Valencia verloren.

Dem Bericht zufolge könnten die Verhandlungen mit BYD allerdings noch scheitern. Ford prüfe zudem das Interesse von etwa 15 potenziellen Investoren. Zu diesen zählten auch Finanzinvestoren, die möglicherweise mit einem Hersteller kooperieren könnten. Weder Ford noch BYD haben bislang Stellung zu dem Bericht bezogen.

Einem Bericht von Cleantechnica zufolge hat BYD im vergangenen Jahr rund 911.000 Elektroautos verkauft. Damit liegt das Unternehmen nur noch hinter Weltmarktführer Tesla, der auf 1,31 Millionen Autos gekommen war.

Medienberichten zufolge hat Ford in dieser Woche auf einer Betriebsversammlung angekündigt, auch an anderen europäischen Standorten Stellen abzubauen. Tausende davon sollen im Kölner Ford-Entwicklungszentrum betroffen sein. Auch Bereiche wie die Ersatzteilversorgung und die Verwaltung solle die Umstrukturierung treffen.

Svolt will an Plänen festhalten

Sollte BYD tatsächlich das Werk übernehmen, würde sich das Saarland als Fertigungsstandort für die Elektromobilität weiter etablieren. So will der chinesische Batteriehersteller Svolt weiterhin an seinen Plänen festhalten, im saarländischen Überherrn eine Batteriefabrik zu bauen. "Wir haben sehr deutlich erläutert, dass aus unserer Sicht die Produktion in Europa unabdingbar ist", sagte eine Sprecherin der Automobilwoche (Paywall).

Allerdings dürfte es damit noch eine Zeitlang dauern. "Wir rechnen jetzt nicht damit, dort noch vor 2027 eine Produktion starten zu können", sagte Svolt-Europachef Kai-Uwe Wollenhaupt. Zudem gibt es lokale Proteste gegen die Ansiedlung. Einem Bericht der Saarbrücker Zeitung (Paywall) zufolge stören sich die Bewohner am hohen Flächenbedarf von 98 Hektar für die Fabrik. Für eine nur unwesentlich kleinere Fabrik im brandenburgischen Lauchhammer benötige Svolt hingegen nur 25,5 Hektar.

Ob sich die Entscheidungsgrundlage für Überherrn ändere, hänge auch von den örtlichen Umständen ab, sagte Wollenhaupt und fügte hinzu: "Wir sind aber zuversichtlich, durch eine sehr offene Kommunikation alle Vorbehalte gegen das Projekt ausräumen zu können."

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