S-Klasse mit Level 3: Mercedes darf hochautomatisiert fahren

Autonom fahren ist es noch nicht, aber Level 3 darf Mercedes nun 2022 mit dem Drive Pilot in der S-Klasse und im EQS anbieten.

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Beim Staupiloten von Mercedes-Benz kann der Fahrer die Hände vom Lenkrad nehmen.
Beim Staupiloten von Mercedes-Benz kann der Fahrer die Hände vom Lenkrad nehmen. (Bild: Golem.de)

Drive Pilot heißt das System von Mercedes, das zunächst in der S-Klasse und im EQS verbaut wird. Das Level-3-System erlaubt hochautomatisiertes Fahren, ganz ohne Fahrer geht es jedoch nicht.

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Das Automobilunternehmen rühmt sich, als erstes die gesetzlichen Anforderungen nach UN-R157 für ein Level-3-System erfüllt zu haben. Damit nicht genug: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat die Systemgenehmigung auf dieser Basis erteilt. Nun liegt es an den jeweiligen nationalen Gesetzgebungen, solche Fahrzeuge auch zuzulassen. In Deutschland wurde der Schritt schon 2017 mit einer Klausel im Straßenverkehrsgesetz gemacht. Aber die technische Zulassungsvorschrift, mit der ein solches System zertifiziert werden kann, ist erst Anfang 2021 in Kraft getreten.

Ab der ersten Jahreshälfte 2022 soll es hierzulande deshalb die S-Klasse mit Drive Pilot geben. Wann der EQS damit ausgerüstet wird, teilte Mercedes nicht explizit mit.

Was kann der Drive Pilot?

Die Fahrzeuge, die mit dem Level 3-System ausgerüstet sind, sollen in Deutschland bis 60 km/h hochautomatisiert auf der Autobahn im zähen Verkehr fahren können. Der Fahrer darf dann auf dem Zentraldisplay auch Nebentätigkeiten durchführen wie beispielsweise online shoppen oder E-Mails bearbeiten.

  • Mit zwei Knöpfen rechts und links am Lenkrad lässt sich der Drive Pilot starten.  (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auf dem Fahrerdisplay ist das vorausfahrende Fahrzeug mit einem A markiert. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Über der Taste leuchtet ein kleines Feld türkis. Auch über dem Lenkrad ist eine türkisfarbene Anzeige. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mercedes-Benz setzt auf einen Laserscanner als zusätzliches Sensorprinzip. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der sogenannte Lidar kann auch im Dunklen entfernte Objekte erkennen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Schräg über dem Lidar befindet sich ein Fernbereichsradar. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Zwei neuartige Sensoren hinter den Vorderrädern registrieren starke Nässe auf der Fahrbahn. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Eine Kamera in der Heckscheibe und Mikrofone sollen Blaulicht und Sondersignale von Einsatz­fahrzeugen erkennen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Unter dem Knubbel über der Heckscheibe verbirgt sich ein hochgenaues Positionierungssystem. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Positionierung ist deutlich genauer als bei üblichen GPS-Systemen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Fahrer wird mit Infrarotkameras überwacht, die sich im oberen Teil des Displays befinden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Head-up-Display enthält inzwischen viele Informationen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Freihanderkennung ist beim Staupilot künftig nicht mehr erforderlich. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Assistenzsysteme lassen sich im Fahrerdisplay visualisieren. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Zentraldisplay nutzt Augmented Reality zur besseren Navigation. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Mit zwei Knöpfen rechts und links am Lenkrad lässt sich der Drive Pilot starten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
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"Mit dem Lidar-basierten System haben wir eine innovative Technologie für unsere Fahrzeuge entwickelt, die dem Kunden ein einmaliges, luxuriöses Fahrerlebnis bietet und ihm das Wichtigste schenkt: Zeit. Mit der Behördengenehmigung ist uns nun ein Durchbruch gelungen: Als erster Hersteller geht bei uns hochautomatisiertes Fahren in Deutschland in Serie", so Markus Schäfer, Vorstandsmitglied von Daimler und Mercedes-Benz.

Wo funktioniert Drive Pilot?

Das Drive-Pilot-System funktioniert nicht überall, sondern zunächst auf 13.191 Kilometern Autobahn. Derweil wird es auch in den USA und China getestet. Wie weit die Erprobung in Deutschlands Nachbarländern gediehen ist, teilte das Unternehmen nicht mit.

Autonomes Fahren und die Zukunft der Mobilität

Was passiert im Betrieb des Drive Pilot?

Wird der Drive Pilot eingeschaltet, regelt das System Geschwindigkeit und Abstand und führt das Fahrzeug innerhalb der Spur. Dazu kommt, dass das System Streckenverlauf, auftretende Streckenereignisse und Verkehrszeichen erkennt und darauf reagiert. Auch durch Ausweichmanöver innerhalb der Spur oder durch Bremsmanöver kann das System nach Herstellerangaben auf plötzlich auftretende Ereignisse reagieren. Die Umwelterkennung erfolgt mit zahlreichen Sensoren, darunter Lidar und einer Kamera in der Heckscheibe und Mikrophone, insbesondere zum Erkennen von Sondersignalen. Dazu kommt ein Nässesensor im Radkasten, damit die Witterung berücksichtigt werden kann. Auch Verkehrszeichen und Baustellen sowie Unfälle sollen erkannt werden. Zur Sicherheit wurden redundante Lenk- und Bremssysteme sowie ein redundantes Bordnetz eingebaut, damit ein Teilausfall des Systems unproblematisch ist.

Im Falle eines medizinischen Notfalls reagiert der Drive Pilot

Sollte das System die Situation nicht bewältigen können, erhält der Fahrer eine Übernahmeaufforderung mit mehreren Eskalationsstufen. Reagiert er nicht, wird das Fahrzeug kontrolliert und mit angemessener Verzögerung bis in den Stillstand abgebremst, die Warnblinklichter eingeschaltet und das Notrufsystem aktiviert. Fenster und Türen werden entriegelt, um den eventuellen Einsatz von Nothelfern nicht zu behindern.

Das System funktioniert kartenbasiert, d.h. eine präzise dreidimensionale Karte mit hoher Genauigkeit im Zentimeterbereich, die laufend aktualisiert wird, gehört ebenso dazu wie ein Positionierungssystem, um den Aufenthaltsort zu bestimmen.

Preise für den Drive Pilot teilte Mercedes bislang nicht mit.

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Eheran 11. Dez 2021 / Themenstart

Warum haben die damit ein Problem? Das ist jetzt das 2. mal, dass hier jemand sowas...

bernd71 11. Dez 2021 / Themenstart

Bei Level 3 darfst du nicht schlafen. Du musst das Auto übrnehmen können.

Dwalinn 11. Dez 2021 / Themenstart

Spurwechsel ist in 3800¤ Enhanced Autopilot. FSD bringt Ampel und Stoppschild Erkennung

Locher 10. Dez 2021 / Themenstart

@Fotobar war ja klar, jetzt kommt nichts mehr, wenn ich nach einer Quelle frage.

amagol 10. Dez 2021 / Themenstart

Du hast recht, aber weder Lidar noch Radar liefern simple und genaue Sensordaten. Wenn...

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