S/4Hana: Kunden wollen noch nicht auf SAPs neue Software umsteigen
Obwohl SAP einen starken Fokus auf seine Enterprise-Ressource-Planning-Software S/4Hana legt, scheinen viele Kunden den Umstieg darauf derzeit nicht planen zu wollen. Das bestätigt eine Umfrage auf der hauseigenen Konferenz im britischen Birmingham: Von 467 befragten Kunden und Partnern auf dem Event sind wohl 58 Prozent nicht bereit, einen Umstieg in den nächsten Jahren durchzuführen. Das berichtet das britische Magazin The Register(öffnet im neuen Fenster) . Dabei ist zu beachten, dass auf diesem Event größtenteils britische Unternehmen und Kunden vertreten sind.
Dafür scheint es mehrere Gründe zu geben. So sind 42 Prozent aus Kostengründen nicht zu einem Umstieg bereit. 34 Prozent der Befragten geben an, dass eine Umstellung auf S/4Hana auch einen starken Umbau des eigenen Change Managements zur Folge hätte. Das resultiert wieder in zusätzlichen Kosten. Laut The Register sind auch die Beziehungen zu SAP relativ gemischt. Demnach sei der Konzern für nur acht Prozent der Kunden ein wirklich vertrauenswürdiger Berater. 54 Prozent halten das Unternehmen für zumindest zuverlässig.
Trotzdem mit viel Umsatz dabei
Die Einstellungen gegenüber dem deutschen Softwareunternehmen halten SAP nicht davon ab, weiter zu wachsen. Im dritten Quartal hat das Unternehmen(öffnet im neuen Fenster) einen jährlichen Umsatzanstieg von 13 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro angegeben. Allein im Bereich Cloud Computing seien Wachstumsraten von 37 Prozent verzeichnet worden. Diesen Trend zur Cloud hatte SAP selbst bereits im Sommer 2019 vorausgesagt .
S/4Hana ist die Software des Unternehmens, die für die eigene In-Memory-Datenbank Hana optimiert ist. Diese Datenbank kann der Konzern in der Cloud anbieten. Beide Produkte sind also essenziell für weiteres Wachstum in diesem Bereich. Es wird sich zeigen, welche Richtung SAP nach dem Abgang des langjährigen CEO Bill McDermott einschlagen wird.