Ryzen und Epyc: 20 Jahre altes ACPI-Workaround in Linux bremst AMD Zen aus

Was vor 20 Jahre als Bug-Fix notwendig war, geriet in Vergessenheit und beschränkt nun aktuelle Systeme. Ein Linux-Patch steht bereit.

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Im Linux-Kernel finden sich auch immer wieder ungewöhnliche Bugs.
Im Linux-Kernel finden sich auch immer wieder ungewöhnliche Bugs. (Bild: Pixabay)

Der bei AMD angestellte Linux-Kernel-Entwickler Prateek Nayak hat einen eher ungewöhnlichen Fehler im Kernel gefunden, der aktuelle AMD-Zen-Systeme betrifft und dessen Ursprung wohl schon 20 Jahre zurückreicht, wie dieser auf der Mailing-Liste des Linux-Kernels mitteilt. Demnach hat ein damals für einen Fehler eingeführter Workaround immer noch Auswirkungen auf aktuelle CPUs des Herstellers und beschränkt dann unter bestimmten Umständen teils massiv die Leistung.

Der ursprüngliche Fehler betrifft den Wechsel in unterschiedliche ACPI-Stromsparmodi. Konkret wechselt die CPU dabei nicht rechtzeitig in den Idle-Modus, obwohl dies eigentlich passieren müsste. Laut Nayak betroffen sind von dem Bug Mainboards mit einem VIA-Chipsatz und AMD Athlons. Der damalige Patch sah demnach eine Funktion vor, wonach der Kernel einfach etwas wartet, bis doch in einen niedrigeren Stromsparmodus gewechselt werden kann.

Zwar existiert dieser Patch bereits seit rund 20 Jahren, wann und wie genau dieser letztlich im Linux-Kernel gelandet ist, können die aktuell Beteiligten aber nicht mehr vollständig nachvollziehen. Im Jahr 2006 wurde das Verhalten immerhin besser dokumentiert. Laut Nayak ist der damalige Workaround aber nicht auf bestimmte CPUs oder Chipsätze beschränkt und führt auf aktuellen AMD-Systemen unter bestimmten Umständen letztlich dazu, dass ein Wechsel von einem Stromsparmodus in einen Modus mit mehr Leistungsaufnahmen nicht gelingt. Die Leistung wird so massiv reduziert.

Der Patch, der dieses Verhalten behebt, ist inzwischen in den Hauptzweig für die kommende Linux-Version 6.0 eingepflegt. Die Kernel-Entwickler entschieden sich dabei für einen sehr pragmatischen Ansatz: Der Jahrzehnte alte Workaround wird auf sehr alte CPUs eingeschränkt.

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