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Ryzen Roadmap: Keine E-Cores für AMD-Desktop-CPUs

Im Interview gibt der Prozessorhersteller AMD einige Ausblicke auf einige technische Eigenschaften der kommenden CPU -Generationen.
/ Martin Böckmann
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Die Zen5-Architektur ist bereits im Tapeout. (Bild: AMD)
Die Zen5-Architektur ist bereits im Tapeout. Bild: AMD

AMD Corporate VP und General Manager des Client Channel Business, David McAfee hat im Interview mit Techpowerup(öffnet im neuen Fenster) erklärt, welche technischen Entscheidungen in den kommenden Ryzen-Generationen verwirklicht werden sollen. Dabei spielen KI, C/E-Cores und der Wegfall von 32-Bit-Instruktionen eine Rolle.

Zuerst ging er allerdings auf einige Fragen zum aktuellen Stand der AM5-Plattform ein. So hat AMD die Ursache der berichteten Ryzen-X3D-Überhitzungen mittlerweile vollständig aufgearbeitet und durch Bios-Updates dafür gesorgt, dass die Prozessoren stets innerhalb der Spezifikation betrieben werden.

Wann genau es mehr als 16-Kerne im Desktop-Bereich geben wird, steht offenbar noch nicht fest. Aktuell gibt es laut McAfee vor allem einen Grund für die Stagnation: Mehr Rechenkerne als aktuell vorhanden würden an einem Zweikanal-Speicherinterface wenige Vorteile bringen, da der Prozessor eher durch die Speicherbandbreite limitiert werde. Da mit der Zeit immer schnellerer Speicher unterstützt wird, werde es aber irgendwann auch wieder mehr Kerne geben.

Keine E-Cores für Desktop-CPUs

Sowohl P- als auch E-Cores wird es offenbar vorerst nicht auf der AM5-Plattform geben. AMD sieht in der Desktop-Umgebung keine Notwendigkeit für besonders optimierte Rechenkerne, die Nachteile durch komplizierteres Scheduling von Threads durch das Betriebssystem würden die Vorteile nicht rechtfertigen. Bei Notebooks ist das allerdings anders, weshalb es dort in Zukunft auch Prozessoren mit unterschiedlichen Kernen geben könnte.

Ebenfalls interessant für AMD ist der Wechsel zu einer reinen 64-Bit-Architektur ähnlich Intels X86-S-Konzept(öffnet im neuen Fenster) oder aktuellen ARM-Architekturen . Insgesamt würde ein solcher Umstieg große Vorteile durch den Wegfall vieler Altlasten bringen, müsste aber zeitlich gut gewählt sein, zeitgleich zu einem neuen Betriebssystem, das ebenfalls darauf ausgelegt ist. Einen Zeitplan dazu gibt es aber noch nicht.

KI-Beschleuniger bringen große Vorteile und kommen in mehr CPUs

Die Integration von KI-Beschleunigern auf Prozessoren hat AMD mit der Ryzen-7040-Serie begonnen. Sie stellt die erste Integration der Xilinx-Technologie in Prozessoren seit der Übernahme im Jahr 2022 dar. Die kommenden Ryzen-Prozessoren sollen durch AVX-512, bfloat16 und VNNI in der Lage sein, alltägliche KI-Anwendungen möglichst energiesparend auszuführen.

Viele der Anwendungen wären auch von der CPU selbst ausführbar, durch die Integration von spezialisierten Beschleunigern ist das aber um ein Vielfaches effizienter. Die Instruktionen werden immer häufiger genutzt. Unter anderem vom Microsoft 365 Copilot und den KI-Funktionen von Adobes Creative-Cloud-Applikationen. Größere KI-Modelle mit FP16 und FP32-Instruktionen sind allerdings weiterhin eher etwas für GPUs.


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