Ryzen-CPUs: Windows-10-Update dürfte Spieleleistung steigern
AMD hat in einem Blog-Eintrag interessante Informationen zu den Ryzen-CPUs veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster), wobei ein Punkt besonders auffällt: Für Anfang April 2017 plant der Hersteller, ein Update für Ryzen unter Windows 10 bereitzustellen, das den Ausbalanciert-Energiesparplan des Betriebssystems optimiert. Anders als bei der Option Höchstleistung ist dieser Plan mehr auf Effizienz getrimmt, weshalb es bei AMDs Zen-basierten Prozessoren teils zu Leistungseinbußen kommen soll.

Vorneweg sei gesagt, dass wir für unseren Test des Ryzen 7 1800X wie bei anderen Prozessoren auf den von Haus aus aktiven Ausbalanciert-Plan gesetzt haben, da ansonsten die Stromsparmodi deaktiviert sind, und das System mehr Energie benötigt. Dazu gehört laut AMD auch Core-Parking(öffnet im neuen Fenster), das gerade nicht genutzte Kerne in einen Low-Power-Zustand versetzt, sprich die PCU eines Prozessors sie abschalten kann (C6) – auch während ein Spiel läuft.
Bei Höchstleistung takten alle Kerne immer mit mindestens 3,7 GHz und sind sofort ansprechbar, was die Latenz verringert und somit die Geschwindigkeit steigert. Ebenfalls flotter vonstatten gehen laut AMD die P-State-Änderungen, die Spannung und Takt anpassen. Statt in 1 ms erfolgten die nur mit 30 ms. AMD rät selbst dazu, den Ausbalanciert-Energiesparplan zu nutzen. Aber: Wie Hardware.fr(öffnet im neuen Fenster) berichtet, ist bei Intel mit diesem Plan das Core-Parking abgeschaltet, bei Ryzen jedoch nicht. Mit dem kommenden Patch sollten die CPUs also in Spielen leicht schneller laufen.
Windows 7 schneller als Windows 10
In einigen Foren(öffnet im neuen Fenster) finden sich Benchmarks, die zeigen sollen, dass die Ryzen-Chips unter Windows 7 eine höhere Spieleleistung erreichen als unter Windows 10. AMD ist der Ansicht, dass es nicht an fehlerhaftem Thread-Scheduling liege, also etwa kritische Tasks auf die SMT- statt die physischen Kerne gepackt würden. Wir haben schon in unserem Test geschrieben, dass Windows 10 diesbezüglich wohl keine Probleme mache, das haben einige Stichproben mit Prime95 und einer unterschiedlichen Anzahl an Workern ergeben.
Obendrein spricht das Betriebssystem die beiden CCX, also die zwei Quadcore-Cluster in jedem Ryzen-Achtkerner, korrekt an: Vier Threads bleiben zumeist innerhalb eines CCX, erst der fünfte wandert voll auf einen physischen Kern im zweiten CCX. Das bestätigen Messungen von PC Perspektive(öffnet im neuen Fenster) – vier Worker bei 8C/16T finden sich als Screenshot in den Kommentaren. Wieso Ryzen unter Windows 7 schneller ist, bleibt damit vorerst offen. Möglicherweise hängt es mit einem anders implementierten Core-Parking zusammen.
SMT ist manchmal ein Problem
Diverse(öffnet im neuen Fenster) Tests(öffnet im neuen Fenster) zeigen(öffnet im neuen Fenster), dass Ryzen ohne SMT in Spielen eine höhere Leistung erzielt – zumindest was die nominelle Bildrate anbelangt, Frametimes hat offenbar noch niemand vorgelegt. AMD erwartet hingegen, dass SMT keinen negativen Einfluss habe, was ein Link zu Techspot(öffnet im neuen Fenster) untermauern soll. Allerdings gibt es laut AMD auch Titel, die negativ reagieren. Simple Änderungen, um die Core-/Cache-Topology von Ryzen besser zu unterstützen, seien bereits ausfindig gemacht worden. Sobald diese bereit sind, will AMD weitere Informationen veröffentlichen.
Nach rund fünf Jahren massivem Rückstand bei CPUs war jedoch klar, dass die meisten Engines tendenziell mit Fokus auf Intel entstanden sind, weshalb AMDs neue x86-Architektur teils erst eingepflegt werden muss. Die Kooperation mit Bethesda geht bereits in diese Richtung. Es scheint dennoch so, dass Ryzen in Spielen verglichen mit Broadwell (6900K) und neuer einen Nachteil habe, der nicht durch Software-Anpassungen auszugleichen ist.
Nachtrag vom 14. März 2017, 13:45 Uhr
Ein Kurztest von Computerbase(öffnet im neuen Fenster) bestätigt bisherige Erkenntnisse: Aktives Core Parking unter Windows 10 mit Ausbalanciert-Energiesparplan verringert die Spieleleistung von Ryzen. In den meisten Fällen ist die Differenz zum abgeschalteten Core Parking kaum messbar, Ausreißer wie Project Cars bestätigen diese Regel allerdings. Windows 10 ist auch mit Core Parking im Mittel minimal schneller als Windows 7.
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