Ryzen 5 7600X im Test: AMDs neuer Gamer-Chip
Mit den Ryzen 9 7950X/7700X hat AMD zwei extrem schnelle Prozessoren für den neuen Sockel AM5 vorgestellt. Allerdings kosten diese mit mindestens 480 Euro auch eine Menge Geld. Wer das Geld lieber in schnellen Speicher investieren oder die teils absurd hohen Mainboardpreise etwas abfedern möchte, für den dürfte der Ryzen 5 7600X(öffnet im neuen Fenster) einen Blick wert sein.
Der Prozessor bietet sechs CPU-Kerne, die mit bis zu 5,3 GHz takten. Erstmals für den 6-Kerner von AMD ist dieser in der 105-Watt-Klasse eingestuft. Mit einem PPT von 142 Watt kann sich der Prozessor also einiges an elektrischer Leistung genehmigen, was sich allerdings auch in der Performance bemerkbar macht.
Generell können wir aber nach dem Test sagen, dass die Leistungsaufnahme durch die Mehrleistung kompensiert wird. Wer etwa eine Szene in Blender rendert, ist entsprechend schneller fertig und braucht daher insgesamt weniger Strom. Wer möchte, kann auch bei diesem Chip wieder den Eco-Modus nutzen, mit dem die CPU auf 65 Watt begrenzt wird, und ist damit noch einmal effizienter unterwegs.
Die wichtigen Features sind bei allen Chips gleich
Wie beim Ryzen 7 7700X ist auf dem Ryzen 5 7600X neben dem I/O-Die ein einzelner CCD mit den Rechenkernen sowie 6 MByte L2-Cache und 32 MByte L3-Cache verbaut. Im I/O-Die ist wie bei den größeren Modellen auch eine Grafikeinheit mit RDNA2-Technik und zwei EUs sowie AV1-Beschleunigung verbaut. Für einen Arbeitsrechner ohne grafische Anforderungen kann daher auf eine dedizierte Grafikkarte verzichtet werden.
| Kerne | Takt | L3-Cache | Speicher | TDP | PPT | Launch-Preis | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ryzen 9 7950X3D | 16C/32T | 4,2 GHz bis 5,7 GHz | 128 MByte | DDR5-5200 | 120 Watt | 160 Watt | 700 USD |
| Ryzen 9 7950X | 16C/32T | 4,5 GHz bis 5,7 GHz | 64 MByte | DDR5-5200 | 170 Watt | 230 Watt | 700 USD (850 Euro) |
| Ryzen 9 7900X3D | 12C/24T | 4,4 GHz bis 5,6 GHz | 128 MByte | DDR5-5200 | 120 Watt | 160 Watt | 600 USD |
| Ryzen 9 7900X | 12C/24T | 4,7 GHz bis 5,6 GHz | 64 MByte | DDR5-5200 | 170 Watt | 230 Watt | 550 USD (670 Euro) |
| Ryzen 9 7900 | 12C/24T | 3,6 GHz bis 5,4 GHz | 64 MByte | DDR5-5200 | 65 Watt | 88 Watt | 430 USD |
| Ryzen 7 7800X3D | 8C/16T | ? GHz bis 5,0 GHz | 96 MByte | DDR5-5200 | 120 Watt | 160 Watt | 450 USD |
| Ryzen 7 7700X | 8C/16T | 4,5 GHz bis 5,4 GHz | 32 MByte | DDR5-5200 | 105 Watt | 142 Watt | 400 USD (480 Euro) |
| Ryzen 7 7700 | 8C/16T | 3,6 GHz bis 5,3 GHz | 32 MByte | DDR5-5200 | 65 Watt | 88 Watt | 330 USD |
| Ryzen 5 7600X | 6C/12T | 4,7 GHz bis 5,3 GHz | 32 MByte | DDR5-5200 | 105 Watt | 142 Watt | 300 USD (360 Euro) |
| Ryzen 5 7600 | 6C/12T | 3,8 GHz bis 5,1 GHz | 32 MByte | DDR5-5200 | 65 Watt | 88 Watt | 230 USD |
| Ryzen 5 7500F (ohne iGPU) | 6C/12T | 3,7 GHz bis 5,0 GHz | 32 MByte | DDR5-5200 | 65 Watt | 88 Watt | 179 USD |
Anzeige
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Wir schauen uns im Test an, ob der Ryzen 5 7600X tatsächlich mit den größeren Modellen für die AM5-Plattform sowie insbesondere mit der Konkurrenz von Intel mithalten kann. Außerdem prüfen wir die Leistungsaufnahme noch einmal nach.
Sehr gute Gaming Performance
Wir testen die CPU auf dem ASUS Crosshair X670E-Hero (Firmware 0705, Agesa 1.0.0.3A). Als Betriebssystem kommt Windows 11 21H1 zum Einsatz. Die für die Spieletests verwendete GPU ist die Nvidia Geforce RTX 3080 Ti mit reBAR aktiv und dem Nvidia Treiber in der Version 516.94. Beim Speicher nutzen wir DDR5-6000-CL30 mit aktivem Expo-Profil.
Im Vergleich zur Konkurrenz hat der Ryzen 5 7600X eigentlich gute Chancen, sich zu einem beliebten Produkt zu entwickeln. Spiele benötigen selten mehr als sechs Kerne, in den meisten Fällen ist die Leistung der einzelnen Kerne bedeutender. Zusätzlich sind schneller Arbeitsspeicher sowie schnelle Anbindung von SSDs über PCIe-Gen5 ebenfalls vorhanden.
Wir haben uns für den schnelleren Speicher entschieden, da die CPU besonders für Spiele interessant ist, die von schnellem RAM eher profitieren als beispielsweise Grafik- oder Videobearbeitung. Mit dem Ryzen 7950X haben wir sowohl Vergleichswerte mit Expo als auch mit der regulären von AMD spezifizierten Taktrate. Die Gaming Performance des Ryzen ist gut bis sehr gut.
Die Spiele-Benchmarks zeigen teilweise die Leistung von DDR5-Expo
In vielen Spielen zeigt sich der Effekt des schnellen Expo-Speichers. Durch das Speicher-OC wird der teurere Ryzen 7 7700X, der eigentlich die schnellere CPU ist, überholt. Generell gibt es nur wenige Titel, in denen mehr CPU-Kerne wichtiger sind als schneller Speicher und große Caches. Wer günstig an schnellen DDR5-Speicher kommt oder ein wenig manuelles Tuning nicht scheut, kann an dieser Stelle die meiste Performance für Spiele herausholen.
Bei den Anwendungen kann der Ryzen 5 7600X zumindest bei der aktuellen Konkurrenz nicht immer mithalten. Es fehlen ihm einfach ein paar Kerne. Im Vergleich zu älteren Generationen zeigt sich aber deutlich, wie viel die Zen-4-Kerne an Leistung zugelegt haben. Die acht Kerne eines Ryzen 5800X reichen häufig nicht aus, um sich klar gegen den kleineren 7600X zu behaupten. In y-Cruncher, Digicortex und Faststone Image Viewer zeigen sich die Vorteile von hohem Takt auf einzelnen Kernen sowie dem schnellen DDR5-Arbeitsspeicher.
Anzeige
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
DDR5 und hoher Takt sind jedoch gleichzeitig auch der Nachteil des Chips: Mit AMD EXPO-Profil steigt die Idle-Leistungsaufnahme um fast 20 Watt. Wird die automatische Übertaktung deaktiviert, befindet sich die CPU im gleichen Bereich wie die anderen Zen4-Prozessoren. Abgesehen davon ist die CPU jedoch erfreulich sparsam.
Ryzen 5 7600X: Verfügbarkeit und Fazit
AMD verkauft den Ryzen 5 7600X zum Listenpreis von 360 Euro, es liegt jedoch anders als beim Vorgänger kein Kühler bei. Der Prozessor ist bei allen großen Händlern gut lieferbar. Neben der sich allgemein entspannenden Liefersituation hat dies jedoch noch einen weiteren Grund.
Bei Mindfactory beispielsweise werden für das günstigste AM5-Mainboard aktuell 310 Euro verlangt. Caseking hat nur ein einziges Mainboard unterhalb der 300-Euro-Marke: das MSI Pro B650-P für 250 Euro. Kommen dazu noch 200 Euro für ein 32-GByte-DDR5-5200-Kit, ist man schnell bei über 800 Euro allein für diese drei Komponenten. Ein ausgewogener Gaming-PC für 1.000 Euro ist damit nicht machbar. Die gute Verfügbarkeit ist also auch der Tatsache geschuldet, dass die CPU für ihre Zielgruppe insgesamt sehr teuer ist.
Fazit
Der Ryzen 5 7600X ist für sich genommen ein sehr guter Chip. Die Leistung in Spielen ist sehr gut, häufig besser als bei Prozessoren, die noch vor kurzer Zeit zu deutlich höheren Preisen gehandelt wurden. Wir müssen allerdings die gesamte Plattform beachten, schließlich kann man mit der CPU allein nicht viel anfangen.
Und dort zeigt sich aktuell das Problem: Mainboards und Arbeitsspeicher sind vergleichsweise so teuer, dass sich gerade in diesem Segment der Umstieg auf die AM5-Plattform nicht lohnt. Wer aktuell ein Mainboard mit AM4-Sockel besitzt, sollte daher eher auf den Ryzen 7 5800X3D umsteigen, statt direkt alle Komponenten zu tauschen.
Anzeige
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Aber auch bei einem Upgrade über mehrere Generationen stellt sich die Frage, ob die hohe Investition gegenüber einer AM4- oder LGA-1700-Plattform gerechtfertigt ist. Wir wünschen uns ausdrücklich die 80-Euro-Mainboards zurück, mit denen sich in vorherigen Ryzen-Generationen günstige und dennoch erstaunlich leistungsfähige Systeme bauen ließen.
- Anzeige Hier geht es zu den neuen Ryzen 7000 bei Mindfactory Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



