Ryanair: Onboard-Internet ist keine "große Neuerung"

Zwar ist Onboard-Internet schon lange möglich und vor allem in den USA weit verbreitet, in Europa aber bleiben viele Airlines skeptisch.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Technik des European Aviation Networks
Technik des European Aviation Networks (Bild: Deutsche Telekom)

Zu teuer sei Onboard-Internet und die Datenübertragungsrate oft "unzureichend", erklärte die irische Billigfluggesellschaft Ryanair. "Wir erachten WLAN nicht als die große Neuerung, da immer mehr Kunden Inhalte vor dem Flug auf ihr persönliches Gerät herunterladen", teilte das Unternehmen auf Anfrage mit.

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"Wir werden weiterhin beobachten, wie sich das weiterentwickelt", hieß es. "Einige sind sogar froh, während ihres Fluges nicht kontaktiert werden zu können und eine Auszeit von E-Mails und sozialen Medien zu haben."

Auch die zu Thomas Cook gehörende deutsche Fluggesellschaft Condor plant derzeit kein entsprechendes WLAN-Angebot in ihren Maschinen. "Die Kosten für die Einrichtung und das Betreiben einer Internetverbindung an Bord sind sehr hoch", teilte ein Sprecher mit. Die Airline gelte als Urlaubsflieger, Kunden seien vor allem Familien mit Kindern - bei denen übernehme kein Arbeitgeber die hohen Entgelte. "Unsere Angebote müssen daher attraktiv und auch für einen Privatreisenden erschwinglich sein", sagte der Sprecher.

Neue Technik könnte viele Airlines in Europa zum Umdenken bewegen. Die Telekom hat zusammen mit ihren Partnern Inmarsat und Nokia ihr European Aviation Network (EAN) fertiggestellt. Das European Aviation Network (EAN) ist ein bodengestütztes Netzwerk, mit S-Band-Satelliten werden mögliche Lücken geschlossen. Befindet sich das Flugzeug in großer Reiseflughöhe, werden die Satellitendienste von Inmarsat dazugeschaltet. Die Latenzzeiten sollen unter 100 ms liegen. Datenübertragungsraten von 75 MBit/s pro Funkzelle sollen zu erwarten sein. Die Reichweiten der Zellen sind mit 50 Kilometer sehr hoch. Am Boden benötigt das EAN/S-Band zwei etwa handflächengroße LTE-Antennen und oben eine ebenfalls sehr kleine S-Band-Antenne. Angaben zur Datenrate der Satellitenverbindung und wie stark sich der Wechsel im Flug auf das S-Band in der Praxis auf die Leistung auswirkt, liegen nicht vor.

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Knapp 300 solcher Antennen seien in ganz Europa aufgestellt, sagte David Fox, bei der Telekom zuständig für Flugdienstleistungen. Schneller und günstiger soll die Datenübertragung damit werden. Erster Kunde ist das britische Luftfahrtunternehmen IAG. Noch befindet sich die Technik in der Testphase. Laut Fox werden aber bereits Gespräche mit anderen Airlines geführt.

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