Rutube: Klitschko-Fake-Anrufer arbeiten für russischen Staatskonzern

Das russische Comedy-Duo, das hinter den gefälschten Klitschko-Videoanrufen stecken soll, bekommt wohl Staatsgelder.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Das Duo Vovan und Lexus
Das Duo Vovan und Lexus (Bild: Maxim Shemetov/Reuters)

Die beiden russischen Komiker, die sich zu den Fake-Videoschalten mit europäischen Bürgermeistern bekannt haben, arbeiten nach eigener Aussage für eine Internetplattform, die dem russischen Staatskonzern Gazprom gehört. Nach ARD-Angaben räumten sie in einem Interview ein, sich durch Gelder der Plattform Rutube zu finanzieren, einer russischen Kopie von Youtube.

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"Wir arbeiten für Rutube und sind Rutube-Botschafter. Also bekommen wir unser Geld von dort", sagte Alexej Stoljarow alias Lexus dem ARD-Magazin Kontraste. Rutube gehört seit 2008 zu Gazprom-Media - einem von Russlands Staatskonzern Gazprom gegründeten Medienkonzern. Laut Kontraste hatte das Duo eine staatliche Beteiligung zuvor verneint.

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) hatte in der letzten Juniwoche per Video mit einer Person gesprochen, die zwar wie der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko aussah, aber nicht Klitschko war. Nach einiger Zeit waren ihr wegen verschiedener Fragen ihres Gegenübers Zweifel gekommen. Das Gespräch endete dann vorzeitig.

Anschließend wurde bekannt, dass auch die Bürgermeister von Wien, Madrid, Budapest und Warschau auf ähnliche Weise hereingelegt wurden. Das Komiker-Duo Wladimir Krasnow und Alexej Stoljarow, die unter den Künstlernamen Vovan und Lexus auftreten, hatte Ende Juni dem Magazin Kontraste eingeräumt, hinter den Fake-Videotelefonaten zu stecken. Wie die Täuschung technisch gelang, wollte das Duo jedoch nicht verraten.

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Der ARD-Journalist Daniel Laufer äußerte zuvor Zweifel daran, ob es sich bei den Videoanrufen um ein Deepfake-Video handelt. Möglich erscheint auch, dass es sich stattdessen um eine besonders gute Form des Social Engineering mit speziell vorbereiteten Videoschnipseln handelte. In Berlin nahm der Staatsschutz des Landeskriminalamts Ermittlungen dazu auf.

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