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Russlands Jammer: Satellit bestätigt drastische GPS-Störsignale in Europa

Länder wie Russland stören GPS offenbar aktiv. "Das ist weitaus mehr, als wir erwartet haben", bestätigt nun ein Satellitenbetreiber.
/ Oliver Nickel
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GPS-Satelliten werden seit Langem für die Positionsbestimmung auf der Erde benutzt. (Bild: Nasa)
GPS-Satelliten werden seit Langem für die Positionsbestimmung auf der Erde benutzt. Bild: Nasa / Public Domain

Forscher mehrerer Universitäten haben kürzlich ein merkwürdiges Verhalten bei GPS-Signalen festgestellt. Offenbar werden Signale von einer mysteriösen Quelle aus gestört. Die Forschung schloss auf einen russischen Satelliten, der 2020 gestartet wurde und zum Raketenfrühwarnsystem des Landes gehört.

Ein vom Unternehmen Xona Space Systems(öffnet im neuen Fenster) genutzter Satellit konnte das Ausmaß der GPS-Störungen nun durch weitere Messungen bestätigen. "Das ist weitaus mehr, als wir erwartet haben", sagte Co-Gründer Kaz Gunning dem Magazin Space.com(öffnet im neuen Fenster). "Sobald wir begannen, irgendwelche Operationen über Europa durchzuführen, bemerkten wir, dass dort tatsächlich etwas vor sich ging." Auch andere Konfliktzonen wie der Mittlere Osten werden demnach durch GPS-Störungen beeinträchtigt. Dies sei laut Gunning in Nordamerika nicht zu beobachten.

In den am meisten betroffenen Regionen fällt die Signalstärke von GPS-Satelliten von 40 auf bis zu 10 Dezibel ab. Das reicht, um diverse Applikationen unbrauchbar zu machen oder sie zumindest weitgehend zu beeinträchtigen. Vorherige Berechnungen ergaben, dass sich die Störungen von Frankreich im Westen bis nach Pakistan im Osten erstrecken. Neben Europa ist also auch ein großer Teil Asiens betroffen.

Satellit Teil von geplanter GPS-Alternative

Die Messungen stammen vom Satelliten Pulsar-0. Dieser fliegt in einem niedrigeren Orbit von 500 Kilometern über der Erde, während GPS-Satelliten viel weiter weg auf etwa 20.200 Kilometern positioniert werden. Durch die geringere Höhe könnte es sein, dass die aufgenommenen Daten auch nicht das volle Ausmaß der Störungen aufzeichnen.

Dass der Satellit so niedrig fliegt, hat einen Grund: Xona will mit dem Pulsar-Netzwerk eine Alternative zu GPS und anderen Systemen aufbauen. Auf einer Höhe von 500 Kilometern sind die verwendeten Signale allerdings bis zu zehnmal stärker und deshalb gegenüber Störsendern und anderen Signalen wesentlich widerstandsfähiger. Aktuelle Jammer würden laut Xona etwa 95 Prozent ihrer effektiven Abdeckung verlieren.


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