Behörden: Russland rekrutiert Cyberkriminelle für IT-Jobs
Mehrere Hacker, die in der Vergangenheit erfolgreich Moskaus elektronisches Schulsystem (MES) attackierten, sind offiziell von den russischen Behörden eingestellt worden, um an der angegriffenen Bildungsplattform und anderen IT-Systemen zu arbeiten. Laut der russischen Nachrichtenagentur Tass(öffnet im neuen Fenster) verkündete Moskaus stellvertretende Bürgermeisterin Anastasia Rakova die Einstellung der Hacker auf einer Pressekonferenz.
Demnach soll es sich um "drei oder vier junge Menschen" handeln, die zuvor erfolgreich die MES-Plattform angegriffen hatten. Talentierte Menschen seien im IT-Bereich immer gefragt, erklärte Rakova.
Moskau habe die Täter daher für die Arbeit an den digitalen Diensten der russischen Hauptstadt herangezogen. Details zu dem Angriff oder die Namen der eingestellten Hacker wurden nicht genannt.
Großer Angriff im September 2022
Wie das Nachrichtenportal The Record(öffnet im neuen Fenster) unter Verweis auf russische Medien berichtete, wurde die MES-Plattform unter anderem Mitte September 2022 Ziel eines Cyberangriffs, durch den Schüler, Lehrer und Eltern die Plattform für mehrere Tage nicht wie gewohnt nutzen konnten.
Moskau verwies wohl damals auf technische Arbeiten am System. Cybersicherheitsexperten behaupteten jedoch, die Plattform habe einen DDoS-Angriff erlitten, und zwei Server seien mit einer Ransomware verschlüsselt worden.
Später sollen auch Daten offengelegt worden sein. Die Rede ist von 17 Millionen Datenzeilen mit persönlichen Daten wie Namen, Rufnummern, Geburtsdaten und E-Mail-Adressen von Lehrern, Schülern und Eltern. Moskau soll die Echtheit der Daten allerdings damals bestritten haben.
Ob die nun eingestellten Hacker in einen dieser Vorgänge involviert waren, ist unklar. Dass Behörden Cyberkriminelle rekrutieren, ist jedoch nicht unüblich. Es gab schon Berichte, die auf ein entsprechendes Vorgehen in China(öffnet im neuen Fenster) und den USA(öffnet im neuen Fenster) hindeuteten. Dass dies auch von staatlicher Seite offiziell verkündet wird, ist allerdings eher selten. Zumindest in Russland scheint man daraus aber kein Geheimnis zu machen.
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