Russland: Geleaktes Dokument nennt weitere VPN-Blockaden
Nachdem Ende Oktober bekannt wurde, dass Russland aus Sicherheitsgründen bereits 167 VPN- und über 200 E-Mail-Dienste gesperrt hat, ist inzwischen ein Dokument des russischen Verkehrsministeriums aufgetaucht, in dem weitere VPN-Anbieter benannt werden, denen eine Blockade droht. Wie Torrentfreak berichtet(öffnet im neuen Fenster), listet das auf den 10. November 2023 datierte Dokument insgesamt 49 zu sperrende Dienste auf.
Das Schreiben weist darauf hin, dass die aufgelisteten Dienste eine potenzielle Bedrohung für die "Stabilität, Sicherheit und Integrität" des russischen Kommunikationsnetzes darstellen.
Unternehmen aus dem Transportsektor werden angewiesen, der Kommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadsor mitzuteilen, ob sie einen dieser Dienste verwenden. Das Verkehrsministerium wolle so sicherstellen, dass die Betriebsbereitschaft der Informationsdienste im Verkehrswesen weiterhin gewährleistet sei.
Blockade trifft nicht nur VPN-Anbieter
Neben einigen weniger bekannten VPN-Anbietern stehen auch Dienste wie PureVPN, PrivadoVPN, Ivacy Private VPN und Private Internet Access (PIA) auf der Liste. Es ist anzunehmen, dass die genannten Anbieter nicht mit den russischen Behörden kooperieren und ihren Nutzern die Möglichkeit bieten, auf in Russland verbotene Ressourcen zuzugreifen.
Denn nur Dienste, die solche Zugriffe gewähren, sollen auch gesperrt werden, erklärte zuletzt das russische Digitalministerium. Zieltermin für die Sperrmaßnahmen ist eigentlich erst der 1. März 2024. An diesem Tag tritt eine neue Verordnung in Kraft, die die VPN-Blockaden in Russland legitimieren soll.
Doch die anstehenden Sperrungen sollen offenbar nicht nur VPN-Dienste treffen. Auch Shadowsocks steht auf der Liste des Verkehrsministeriums – ein quelloffener(öffnet im neuen Fenster) Socks5-basierter Proxy, der den Datenverkehr seiner Nutzer verschlüsselt. Das Projekt(öffnet im neuen Fenster) wurde einst mit dem Ziel gestartet, Anwendern dabei zu helfen, die große Firewall von China zu umgehen. Ob russische Behörden mit dessen Blockade Erfolg haben werden, wird sich erst noch zeigen müssen.
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