Russland: Fake-Geheimagent soll berüchtigte Cybergang erpresst haben
In der russischen Hauptstadt Moskau ist ein Mann verhaftet worden, weil er sich fälschlicherweise als Agent des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB ausgegeben und die berüchtigte Ransomwaregruppe Conti erpresst haben soll. Wie das Nachrichtenportal The Record(öffnet im neuen Fenster) unter Verweis auf russische Medien(öffnet im neuen Fenster) berichtet, laufen die Ermittlungen zu diesem Fall schon seit September 2025.
Den Angaben zufolge versicherte der Beschuldigte den Mitgliedern von Conti, Einfluss auf die Strafverfolgungsmaßnahmen gegen die Hackergruppe nehmen zu können. Der Mann soll Conti im September 2022 kontaktiert und der Gruppe versprochen haben, ihre Verfolgung zu unterbinden, sofern sie ein Lösegeld zahlen.
Wie viel Geld der Beschuldigte genau verlangte, geht aus dem Bericht nicht hervor. Zahlungskräftig dürften die Conti-Mitglieder aber durchaus gewesen sein, denn die Hackergruppe ist für zahlreiche Ransomwareattacken auf namhafte Unternehmen und Organisationen bekannt und soll im Laufe der Zeit Milliardenbeträge erbeutet haben.
Haft- und Geldstrafe erwartet
Aktuell befindet sich der Verdächtige in Untersuchungshaft. Dort soll er auch vorerst bleiben, da die Ermittler befürchten, der Mann könne sonst versuchen, ihm bekannte Zeugen unter Druck zu setzen und sie zu falschen Aussagen zu verleiten.
Bisher bestreitet der Beschuldigte, etwas Falsches getan zu haben. Sollte er verurteilt werden, so drohen ihm laut Bericht bis zu zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu einer Million Rubel (etwa 11.000 Euro).
Conti galt einst als eine der aktivsten und gefährlichsten Ransomwaregruppen der Welt und hatte selbst Verbindungen zum russischen Staat. Die Gruppe attackierte unter anderem Regierungsbehörden, Gesundheitsdienstleister und kritische Infrastrukturen. Nachdem Anfang 2022 interne Chatprotokolle und andere Daten der Gruppe geleakt worden waren , gingen die Conti-Mitglieder allerdings getrennte Wege.
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