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Russland: DNS-Panne führt zu massiven Internetstörungen im ganzen Land

Ein DNS -Problem hat unzählige Onlinedienste mit einer .ru- Domain gestern unerreichbar gemacht. In ganz Russland ist es zu massiven Ausfällen gekommen.
/ Marc Stöckel
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In ganz Russland kam es gestern zu massiven Internetstörungen. (Bild: Samuel Corum/Getty Images)
In ganz Russland kam es gestern zu massiven Internetstörungen. Bild: Samuel Corum/Getty Images

In Russland ist es wohl in den gestrigen Abendstunden zu weitreichenden Internetstörungen gekommen, die dazu geführt haben, dass zahlreiche russische Onlinedienste für Nutzer innerhalb und außerhalb des Landes nicht erreichbar waren. Ursache dafür waren laut Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) technische Probleme mit den Domain Name System Security Extensions (DNSSEC) der .ru-Domain. Auch die russische Tageszeitung Kommersant wies via Telegram(öffnet im neuen Fenster) auf entsprechende Nutzerbeschwerden hin.

Die Störungen sorgten dafür, dass beispielsweise die Dienste der russischen Suchmaschine Yandex, des sozialen Netzwerks VKontakte sowie der E-Commerce-Anbieter Ozon und Wildberries nicht erreichbar waren. Auch die Apps der größten Banken des Landes, Sberbank PJSC und VTB Group, waren laut Bloomberg von dem Ausfall betroffen.

Gemeldet worden seien die Störungen aus verschiedenen Regionen Russlands, darunter Moskau, St. Petersburg, Tatarstan, Swerdlowsk und Nowosibirsk. Einem Bericht von Meduza(öffnet im neuen Fenster) zufolge beschwerten sich aber ebenso Nutzer außerhalb Russlands über Probleme beim Zugriff auf russische Webseiten.

Umstellung auf nationale DNS-Server als mögliche Ursache

Rund zwei Stunden nach Beginn der Ausfälle erklärte das russische Digitalministerium via Telegram(öffnet im neuen Fenster) , das technische Problem mit der globalen DNSSEC-Infrastruktur, das die Unerreichbarkeit von Websites in der .ru-Zone verursacht habe, sei behoben worden. Dennoch könne es noch für eine Weile zu Störungen kommen, bis die aktualisierten Daten über das DNS verteilt seien.

Das Net Freedoms Project spekuliert derweil in einer Mitteilung auf Telegram(öffnet im neuen Fenster) über die Ursache des Ausfalls. "Die russischen Behörden haben seit langem davor gewarnt, dass sie versuchen würden, alle Nutzer des Landes auf einen nationalen DNS-Server umzustellen" , heißt es dort. Genau das geschehe wahrscheinlich gerade mit der Masse der Webseiten in der .ru-Zone. Anwendern wird vor diesem Hintergrund empfohlen, auf alternative DNS-Server umzusteigen, Webseitenbetreibern hingegen der Wechsel in andere Netzwerke wie Tor.

Bei DNSSEC handelt es sich um eine Reihe von Erweiterungen für das Domain Name System (DNS), die die Authentizität und Integrität der Daten gewährleisten sollen. Durch digitale Signaturen wird dabei sichergestellt, dass Angreifer DNS-Einträge nicht fälschen können.


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