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Russland: 63.000 Kinder protestieren bei Putin gegen Roblox-Verbot

Wegen des Roblox -Verbots wenden sich Zehntausende Kinder direkt an Präsident Putin – ein für Russland ungewöhnlich offener Protest.
/ Peter Steinlechner
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Kinder mit Roblox (in Neuseeland) (Bild: Getty Images)
Kinder mit Roblox (in Neuseeland) Bild: Getty Images

Rund 63.000 Kinder und Jugendliche sollen sich laut russischen Medienberichten direkt bei Präsident Putin beschwert haben, nachdem die Regierung Anfang Dezember 2025 die Gaming-Plattform Roblox blockiert hat.

Viele Schreiben seien emotional formuliert, schreibt die Moscow Times(öffnet im neuen Fenster) . Einige Minderjährige kündigten sogar an, Russland verlassen zu wollen, falls der Dienst nicht zurückkehre.

Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte laut der Zeitung, dass "viele Briefe" eingegangen seien, verwies aber auf die offiziellen Gründe für die Sperrung. Hoffnung auf eine Wiedereröffnung machte er nicht.

Roblox in Russland blockiert

Roblox war am 3. Dezember 2025 von der Aufsichtsbehörde Roskomnadzor abgeschaltet worden. Die Behörde begründete dies mit angeblich extremistischen Inhalten, Verstößen gegen das russische Gesetz gegen sogenannte LGBT- "Propaganda" und möglichen Risiken für Minderjährige.

Solche Sicherheitsbedenken werden auch im Westen immer wieder diskutiert, etwa mit Blick auf Chats, Interaktionen und inhaltliche Moderation.

Ein BBC-Bericht ordnete(öffnet im neuen Fenster) die Sperre als Teil einer breiteren staatlichen Kontrolle über ausländische digitale Dienste ein. Roblox gehörte zuvor zu den beliebtesten Plattformen im Land, besonders bei jüngeren Nutzern.

Das Verbot fällt in eine Phase verschärfter Regulierung: In den vergangenen Wochen wurden auch Facetime und Snapchat blockiert. Kritiker sehen darin den Versuch, russische Internetnutzer stärker auf heimische Angebote umzulenken. Zugleich zeigt die Protestwelle junger Roblox-Fans, wie sehr digitale Räume für Kinder und Teenager inzwischen zu alltäglichen sozialen Treffpunkten geworden sind.


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