Russisches Teleskop: Weltraumschrott in 3.500 km Entfernung aufspüren
In Russland entsteht ein bodengestütztes Teleskop, mit dem man Weltraumschrott in einer Entfernung von bis zu 3.500 Kilometern beobachten kann. Kürzlich sind dafür der 3,12 Meter im Durchmesser betragende Hauptspiegel und weitere Spiegeloptiken für das Teleskop erfolgreich getestet worden, wie die russische Nachrichtenagentur Tass mitteilt(öffnet im neuen Fenster) .
Neben Weltraumschrott soll das Teleskop auch andere Weltraumobjekte und Satelliten aufspüren können. Gebaut wird es vom russischen Unternehmen Shvabe Holding, welches dem staatlichen Technologiekonzern Rostec unterliegt.
Inbetriebnahme für Anfang 2026 geplant
Noch im ersten Quartal 2026 soll das Teleskop am G. S. Titov Altai Optical Laser Center (AOLC) in Betrieb genommen werden. Dieses befindet sich in Südrussland, nicht unweit von der südöstlichen Grenze zu Kasachstan entfernt.
Betreiber wird der Nationale Heliogeophysikalische Komplex (NHG) der Russischen Akademie der Wissenschaften sein. "Nur wenige Länder weltweit entwickeln modernste Geräte für Weltraumforschung und erdnahe Weltraumüberwachung" , erklärte das Unternehmen Rostec.
Die staatlichen Tests des Komplexes wurden gemeinsam mit Spezialisten der Lytkarino Optical Glass Factory (LZOS; Teil der Shvabe Holding) durchgeführt. Diese hatten auch den Hauptspiegel des Teleskops hergestellt. Die während dieser einjährigen Testphase entstandenen Bilder und ihre Auflösung übertrafen die bisherigen Erwartungen.
Laut Vadim Kalyugin, CEO von Shvabe, ist die verbaute Linse das Schlüsselelement des Teleskops. Erst der etwa drei Tonnen schwere Hauptparabolspiegel soll in Verbindung mit dem sekundären und flachen diagonalen Spiegel die detaillierten Bilder von Weltraumobjekten liefern können.
Zusatzfunktionen des neuen russischen Teleskops
Um die atmosphärische Verzerrung zu reduzieren, kann zudem während des Betriebs die Form des großen Hauptspiegels angepasst werden. Die Shvabe-Optik wird in vielen russischen Teleskopen verbaut und ermöglicht dem Land, die Navigationsparameter russischer Raumfahrzeuge zu überwachen.
Dazu gehören auch die Überwachung ihrer Flugbahnen unmittelbar nach dem Start, das Erhalten detaillierter Bilder von Orbitalobjekten von der Erdoberfläche und die Verhinderung von Kollisionen von Raumfahrzeugen mit Weltraummüll.
Für all diese Operationen muss jedoch der Abstand zum Mond bekannt sein, denn der Mond und andere Objekte können gravitative Auswirkungen auf Satelliten haben. Deswegen wurde für dieses Teleskop zusätzlich ein Mond-Entfernungsmesser eingebaut.
Der eingesetzte Laser könne die Entfernung mit einer Genauigkeit von mehreren Millimetern messen, teilte Rostec mit. Damit kommt das neue Teleskop auch dem globalen Satellitennavigationssystem Glonass(öffnet im neuen Fenster) (Globalnaja nawigazionnaja sputnikowaja sistema) zugute, das vom russischen Verteidigungsministerium betrieben wird.
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