• IT-Karriere:
  • Services:

Russischer Prozessor: Elbrus 8C mit acht Kernen soll 250 GFlops erreichen

Der schon seit den 1990er Jahren in Russland entwickelte Elbrus-Prozessor bekommt 2015 eine Neuauflage. Die RISC-Kerne sollen sehr effizient sein und auch bei geringen Takten viel Leistung liefern. Bis zu vier CPUs lassen sich koppeln.

Artikel veröffentlicht am ,
Blockdiagramm des Elbrus-8C
Blockdiagramm des Elbrus-8C (Bild: MZST)

Das Moskauer Zentrum für Sparc-Technologie (MZST) hat eine neue Version seiner Elbrus-CPUs angekündigt. Mittels 28-Nanometer-Fertigung wollen die Entwickler acht Kerne auf einem Die unterbringen. Bei einem angepeilten Takt von 1,3 GHz sollen die Cores gemeinsam 250 Gigaflops erzielen. Da sich vier Prozessoren in einem System verbinden lassen, käme ein Elbrus-Rechner auf eine Leistung von 1 Teraflops - das allerdings, wie in einem vorläufigen Datenblatt zu lesen ist, nur bei einfacher Genauigkeit.

Stellenmarkt
  1. Dataport, verschiedene Standorte
  2. Forschungszentrum Jülich GmbH, Jülich

Die theoretische Leistung für einen Elbrus-8C liegt bei knapp der Hälfte dessen, was ein Xeon-E5 mit 2,6 GHz und ebenfalls acht Kernen erreicht, der aber doppelt so hoch getaktet ist. Wenn das MZST die Frequenz also noch deutlich steigern kann, sollte sich eine konkurrenzfähige CPU bauen lassen. Allerdings ist der Vergleich schwierig, weil es bisher noch keine Angaben zur Leistungsaufnahme der russischen CPU gibt.

Vier Sockel und große Caches

Aber immerhin einige Informationen zur Architektur: So läuft die Kopplung der Sockel über einen nicht näher beschriebenen "CPU Link". Intern tauschen die Kerne vor allem über ein eigenes Bussystem namens "SIC" Daten aus, zudem haben sie dem nur in niedriger Auflösung vorliegenden Blockschaltbild zufolge auch Direktverbindungen.

Wie bei anderen modernen CPUs gibt es für jeden Kern einen eigenen L2-Cache, er ist beim Elbrus-8C 512 KByte groß. Zu den L1-Caches machen die Entwickler keine Angaben, aber zum L3-Cache: Er ist 16 MByte groß und kann von allen Kernen angesprochen werden. Als Hauptspeicher dient DDR3, offenbar stehen dafür vier Kanäle bereit.

Als "dynamische Binärübersetzung" beschreiben die Designer die Funktion, x86-Code in die RISC-Instruktionen des Elbrus zu übersetzen. Ähnliches hatte Intel mit den ersten Versionen des Itanium schon versucht, es erwies sich aber als viel zu langsam. Auch beim Elbrus dürfte die volle Leistung nur mit nativem Code erreichbar sein, das MZST weist dazu auf ein an die CPU angepasstes Linux hin.

Noch im Jahr 2014 soll es erste Muster des Elbrus-8C geben. Das staatlich unterstützte MZST will dann auch komplette Server mit vier CPUs und damit 32 Kernen liefern. 2015 soll die reguläre Serienfertigung aufgenommen werden. Der Elbrus ist nicht das einzige Prozessordesign aus Russland: Erst kürzlich wurde unter dem Namen "Baikal" die Entwicklung von ARM-CPUs für Behördencomputer angekündigt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. 3,61€
  3. 4,99€
  4. 0,99€

haiko 12. Mai 2015

Aua das tut soooooo weh beim Lesen...


Folgen Sie uns
       


Golem.de hackt Wi-Fi-Kameras per Deauth

WLAN-Überwachungskameras lassen sich ganz einfach ausknipsen - Golem.de zeigt, wie.

Golem.de hackt Wi-Fi-Kameras per Deauth Video aufrufen
Videospiellokalisierung: Lost in Translation
Videospiellokalisierung
Lost in Translation

Damit Videospiele in möglichst viele Länder verkauft werden können, müssen sie übersetzt beziehungsweise lokalisiert werden. Ein kniffliger Job, denn die Textdatei eines Games hat oft auf den ersten Blick keine logische Struktur - dafür aber Hunderte Seiten.
Von Nadine Emmerich

  1. Spielebranche Entwickler können bis 2023 mit Millionenförderung rechnen
  2. Planet Zoo im Test Tierische Tüftelei
  3. Förderung Spielentwickler sollen 2020 nur einen "Ausgaberest" bekommen

ZFS erklärt: Ein Dateisystem, alle Funktionen
ZFS erklärt
Ein Dateisystem, alle Funktionen

Um für möglichst redundante und sichere Daten zu sorgen, ist längst keine teure Hardware mehr nötig. Ein Grund dafür ist das Dateisystem ZFS. Es bietet Snapshots, sichere Checksummen, eigene Raid-Level und andere sinnvolle Funktionen - kann aber zu Anfang überfordern.
Von Oliver Nickel

  1. Dateisystem OpenZFS soll einheitliches Repository bekommen
  2. Dateisystem ZFS on Linux unterstützt native Verschlüsselung

Bosch-Parkplatzsensor im Test: Ein Knöllchen von LoRa
Bosch-Parkplatzsensor im Test
Ein Knöllchen von LoRa

Immer häufiger übernehmen Sensoren die Überwachung von Parkplätzen. Doch wie zuverlässig ist die Technik auf Basis von LoRa inzwischen? Golem.de hat einen Sensor von Bosch getestet und erläutert die Unterschiede zum Parking Pilot von Smart City System.
Ein Test von Friedhelm Greis

  1. Automated Valet Parking Daimler und Bosch dürfen autonom parken
  2. Enhanced Summon Teslas sollen künftig ausparken und vorfahren

    •  /