Russische IT-Angriffe: BSI sieht keine neue Gefahren für Router-Sicherheit
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sieht derzeit keine Anzeichen für eine besondere Angriffswelle auf die IT-Infrastruktur durch russische Akteure. Mit Blick auf eine am Montag veröffentlichte Warnung von US-amerikanischen und britischen Behörden teilte das BSI am Dienstag mit(öffnet im neuen Fenster): " Eine erste Analyse legt nahe, dass sich die Ausführungen der britischen und amerikanischen Partnerbehörden zu Angriffsmethoden, Angriffsvektoren und Schwachstellen mit den Erkenntnissen des BSI der vergangenen Jahre decken. Aus technischer Sicht gibt es in der Erklärung keine neuen Erkenntnisse."
Das britische nationale Zentrum für Cybersicherheit, das FBI und das US-Ministerium für Heimatschutz hatten am Montag eine ausführliche Erklärung veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster). Auf Basis von Geheimdiensterkenntnissen werden dort detailliert die Methoden aufgelistet, mit denen russische Hacker in großem Umfang Netzwerkinfrastrukturen infiltriert hätten. Diese Vorbereitung könne einen Cyberangriff nahelegen.
Schwachstellen seit Jahren bekannt
Das BSI meinte dazu jedoch: " Die in der Erklärung beschriebenen Schwachstellen und IOCs sind bereits mehrere Jahre alt und grundsätzlich bekannt." Mit der Abkürzung ist nicht das Internationale Olympische Komitee gemeint, sie steht in Security-Kreisen für "Indicator of compromise", also den Hinweis darauf, dass ein System unberechtigt genutzt oder verändert und somit kompromittiert wurde.
Eine Entwarnung gibt das BSI dennoch nicht, denn es seien der Behörde "konkrete Vorfälle in Deutschland" bekannt, die starke Ähnlichkeiten zu den Methoden hätten, die die beiden transatlantischen Partner beschrieben hatten. In solchen Fällen würden die geeigneten Abwehrmaßnahmen ergriffen. Wie diese aussehen und wie mit den Betroffenen zusammengearbeitet werde – all das, so schreibt das BSI, werde vertraulich behandelt.
BSI plant Technische Richtlinie für Router
Die nun wieder in das Interesse der Öffentlichkeit geratene grundlegende Infrastruktur des Internets – das Amt nennt hier Router, Switches und Firewalls – sei "grundsätzlich auch im Fokus von Cyber-Angreifern". Aus Dokumenten, die der US-Whistleblower Edward Snowden kopiert hatte, war hervorgegangen, wie der US-Geheimdienst NSA Router zu Überwachungszwecken manipuliert.
Für künftige Schutzmaßnahmen weist die Behörde auf die im Sommer 2018 erscheinende Technische Richtlinie für Router hin – die aber in Form eines Gütesiegels vor allem für Heimgeräte gelten soll. Die Richtlinie ist von Experten und Providern stark umstritten, unter anderem, weil sie streng geheim entwickelt wird. Der Chaos Computer Club (CCC) nannte diesen Prozess auch "Lobbying-Sabotage".
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