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Runtastic Moment ausprobiert: Die Fitness-Tracker für Uhrenliebhaber

Ifa 2015
Runtastic hat mit den Moment-Uhren eine Reihe von Fitness-Wearables vorgestellt, die aus dem üblichen Armband-Einerlei hervorstechen: Die Tracking-Sensoren sind in richtigen Uhren mit Zeigern untergebracht. Besonders gut finden wir die mehrmonatige Batterielaufzeit.
/ Tobias Költzsch
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Runtastic hat neue Uhren vorgestellt, die einen Fitness-Tracker eingebaut haben. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Runtastic hat neue Uhren vorgestellt, die einen Fitness-Tracker eingebaut haben. Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Der österreichische Hersteller von Fitness-Software und -Hardware Runtastic hat auf der Ifa 2015 neue Fitness-Tracker vorgestellt: Die insgesamt vier Modelle der Moment-Reihe sehen wie richtige Uhren aus. Damit unterscheiden sich die Geräte von den üblichen Fitness-Armbändern, die meist nur aus einem Gummi-Armband mit eingebauter Hardware-Einheit und häufig sogar ohne Display bestehen.

Runtastic Moment angesehen
Runtastic Moment angesehen (00:58)

Die Moment-Uhren sehen hingegen tatsächlich wie Uhren aus. Die vier verfügbaren Modelle Fun, Basic, Classic und Elite unterscheiden sich hinsichtlich der verwendeten Materialien und des Aussehens. Von der Technik her basieren sie auf Runtastics bisherigem Fitness-Tracker, dem Orbit. Wie der Orbit kann also jede der Moment-Uhren Schritte zählen, die zurückgelegte Distanz und die verbrannten Kalorien errechnen und den Schlaf aufzeichnen.

Anders als beim Orbit werden die so ermittelten Werte aber nicht auf einem kleinen Display angezeigt, sondern hauptsächlich über die Runtastic-Me-App, die auf dem mit der Uhr verbundenen Smartphone installiert ist. Hier werden die gesammelten Daten ausgewertet und dem Träger präsentiert – selbst gesteckte Ziele können zur Motivation beitragen. Allerdings hat jede Uhr zusätzlich zu den Uhrzeigern einen weiteren kleinen Zeiger, der den Fortschritt bei einem der Parameter anzeigt – beispielsweise bei den Schritten.

Diesen Parameter wählt der Nutzer in der App aus. Je nachdem, wie viel des gesteckten Ziels erreicht ist, dreht sich der Zeiger auf dem Ziffernblatt. Auf diese Weise können Nutzer ihren Tagesfortschritt auch ohne Display verfolgen – zumindest teilweise. Die Moment-Uhren sind zusätzlich zur Me-App auch mit der normalen Runtastic-App kompatibel.

Moment Fun kommt in bunten Farben

Die beiden Modelle Moment Fun und Moment Basic sind aus mattem Aluminium und haben ein Silikon-Armband. Preislich liegen beide bei 130 Euro, die Hauptunterschiede sind die verfügbaren Farben sowie die Ziffernblattgröße: Die Moment Fun ist in einem Sandton und den etwas knalligeren Farben Blau, Pink und Lila erhältlich. Das Basic-Modell kommt in Schwarz und Beige in den Handel.

Die Moment Classic ist vom Design her weniger sportlich, sie sieht eher wie eine klassische Armbanduhr aus. Ihr Preis liegt bei 200 Euro. Auch hier ist das Gehäuse aus Edelstahl, das Armband allerdings aus Leder. Auch die drei verfügbaren Farben passen eher zu klassischen Uhren: Das Modell ist in Silber, Gold und Rotgold erhältlich. Das Uhrenglas ist anders als bei den beiden günstigen Modellen kratzfest.

Topmodell Moment Elite mit zusätzlicher Kilometeranzeige

Die Moment Elite kostet ebenfalls 200 Euro, sie ist die größte Uhr der Moment-Reihe; für schmale Handgelenke dürfte sich dieses Modell nicht mehr eignen. Die Elite wird in mattem Schwarz erscheinen. Das Gehäuse ist auch hier aus Edelstahl, das Armband aus Leder und das Uhrenglas kratzfest.

Im Unterschied zu den drei anderen Modellen kann die Elite noch eine weitere Information auf dem Ziffernblatt anzeigen: Wird über die Runtastic-App eine Jogging-Session gestartet, rotieren die Zeiger auf die 12-Uhr-Position. Einer der Zeiger zeigt dann auf einer zusätzlichen Kilometer-Skala die zurückgelegte Entfernung an. Nachdem der Nutzer den Lauf beendet hat, rotieren die Zeiger wieder in die Stellung der aktuellen Uhrzeit.

Hochwertige Verarbeitung und Wasserdichte bis 100 Meter

Alle Uhren fühlen sich hochwertig an, Runtastic arbeitet bei der Herstellung mit einem österreichischen Uhrenhersteller zusammen. Die vier Modelle sind alle bis zu einer Tiefe von 300 Metern wasserdicht, können also auch beim Schwimmen und Tauchen getragen werden.

Ebenfalls bei allen Modellen eingebaut sind eine LED und ein Vibrationsmotor. Darüber erhält der Träger der Uhr ein Signal, wenn eine Benachrichtigung auf seinem Smartphone eingegangen ist. Auch wenn die Uhr der Meinung ist, der Träger müsse sich bewegen, vibriert sie. Die Verbindung mit dem Smartphone erfolgt über Bluetooth. Ist die LED nicht aktiv, ist sie nicht zu sehen – auch hier hat Runtastic darauf geachtet, das klassische Uhren-Design möglichst nicht zu stören.

Uhrzeit wird nicht an der Uhr eingestellt

Die Uhrzeit selbst wird bei keiner der Uhren direkt eingestellt, sondern über die App auf dem Smartphone synchronisiert. Manuell eingeben muss der Nutzer hingegen den Zeitpunkt, wenn er schlafen geht: Über den Knopf am Rand der Uhr wird die Schlafüberwachung aktiviert. Dann springt der Zeiger der Tageszielanzeige auf einen kleinen Mond.

Als Energieversorgung dient den Uhren eine Knopfzelle, die der Nutzer nach Abschrauben des Rückdeckels leicht selbst wechseln kann. Der größte Vorteil an dieser Lösung: Die Uhr soll mit einer Batterie sechs Monate lang durchhalten. Verglichen mit den Akkulaufzeiten der meisten Fitness-Armbänder ohne Display, die meist bei rund einer Woche liegen, ist das ein sehr langer Zeitraum. Ein weiterer Pluspunkt: Die Uhr muss nicht zum Laden abgenommen werden.

Fazit

Runtastic hat mit den Moment-Uhren eine interessante Kombination aus klassischer Armbanduhr und Fitness-Tracker geschaffen. Wer gerne echte Uhren trägt und deshalb bisher auf ein Fitnessarmband verzichtet hat, könnte mit den Moment-Geräten eine Lösung für sein Problem finden.

Besonders das Elite-Modell und die Classic-Uhren machen auf uns allerdings auch rein als Uhr betrachtet einen guten Eindruck: Die Zeitmesser sitzen gut am Handgelenk, besonders das Elite-Modell ist allerdings nichts für schmale Arme.

Von den Funktionen her bieten die neuen Wearables nicht viel mehr als Runtastics bisheriger Fitness-Tracker Orbit; wer Uhren mag, dürfte an den Moment-Trackern aber mehr Gefallen finden. Den Preis für die Geräte halten wir für durchaus angemessen: Eine gut verarbeitete, große Uhr wie die Moment Elite kostet stellenweise auch ohne Tracking-Optionen bereits 200 Euro.

Die vier neuen Moment-Uhren können ab sofort im Online-Shop von Runtastic gekauft werden. Künftig sollen die Geräte auch über den Einzelhandel erhältlich sein.


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