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Was, wenn die Kommunikationswege der Funkhäuser ausfallen?

Die meisten Verbindungen, mit denen Funkhäuser arbeiten, basieren auf der Kommunikation, die im Alltag gut funktioniert, in Krisenzeiten aber nicht unbedingt zur Verfügung steht. Eine Krisenkommunikationszentrale, die notfalls mit Brieftauben, Amateurfunk und anderen Tricks an Informationen gelangt, gibt es nicht. Die ARD zum Beispiel aber hat eigene Netzwerke, die, abhängig von der Art der Krise, eventuell weiter funktionieren und mit denen sich Rundfunkanstalten gegenseitig unterstützen können.

Satelliten – und Improvisation

Insgesamt würde man sich über Satellitenempfang und durch Improvisation zu behelfen versuchen und bei länger andauernden Problemen mit Behörden und Sicherheitskräften versuchen, passende Notfallkommunikation aufzubauen. Ein umfassender lückenloser Notfallplan für alle denkbaren Szenarien fertig vorbereitet in der Schublade existiert jedoch nicht – und wäre auch eine Mammutaufgabe, die vieles enthalten müsste, das dann niemals zum Einsatz käme.

Kritisch sehen könnte man die Szenarien, in denen nicht nur die Kommunikation über Internet und Mobilfunk ausfällt, sondern auch gezielt die verbleibenden Informationsquellen und Kommunikationswege angegriffen und sabotiert werden. Dies im Detail hier zu diskutieren, soll aber bewusst vermieden werden. Dass die Kommunikation insgesamt so stark betroffen ist, ist ohnehin ein Ausnahmefall. Viel häufiger geht es um dringende Alarme vor einer möglichen Krise, doch auch das hat seine eigenen Herausforderungen.

Das Vorbild USA funktioniert in Deutschland nicht

In den USA und einigen anderen Ländern gibt es für zeitkritische Alarmmeldungen ein Notfallsystem, das sich vollautomatisch in den Sendeweg großer Medien einklinken kann, das reguläre Programm unterbricht und direkt, ohne redaktionelles Zutun, eigene Notfallmeldungen ausspielen kann. Das System in den USA heißt Emergency Alert System(öffnet im neuen Fenster) , ist aus Film und Fernsehen bekannt und würde etwa bei einem drohenden Nuklearangriff zum Einsatz kommen.

Die Programmanbieter hätten hier keinerlei Einflussmöglichkeiten mehr. Die Regierung würde Sender quasi kapern und übernehmen, aus Gründen der nationalen Sicherheit.

In der Schweiz gibt es etwas zumindest rudimentär Vergleichbares, aber in Deutschland und Österreich existiert ganz bewusst kein solches System. Hier wird bewusst ein manueller Schritt zwischengeschaltet, so dass eine verantwortliche Redakteurin manuell die entsprechenden Meldungen freigeben und auf Sendung schicken muss.


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