Abo
  • Services:

Runc: Sicherheitslücke ermöglicht Übernahme von Container-Host

Eine Sicherheitslücke ermöglicht es, dass Software aus einem Container ausbricht. Die Ausführungsumgebung Runc, mit der Container gestartet werden, kann überschrieben und so der Host übernommen werden. Docker und viele andere Lösungen sind verwundbar.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck/
Viele gängige Containerlösungen unter Linux sind von einer Sicherheitslücke betroffen, womit das Hostsystem übernommen werden kann.
Viele gängige Containerlösungen unter Linux sind von einer Sicherheitslücke betroffen, womit das Hostsystem übernommen werden kann. (Bild: Roy Luck/Flickr.com/CC-BY 2.0)

Die Entwickler von Runc, der standardisierten Ausführungsumgebung für Container, haben eine Sicherheitslücke (CVE-2019-5736) geschlossen, die die Isolation der im Container gestarteten Software aushebelt. Runc-Entwickler Aleksa Sarai schreibt, dass die Sicherheitslücke es einem Container erlaubt, die Runc-Software selbst auszutauschen und damit das Host-System zu kompromittieren, in dem der Container läuft. Die Lücke betrifft die populäre Container-Software Docker, aber auch andere Containerlösungen, die auf Runc setzen.

Stellenmarkt
  1. BRZ Deutschland GmbH, Nürnberg
  2. ACP IT Solutions AG, Bielefeld

Eigentlich sollten Container genau dazu dienen, Software in isolierten Umgebungen auszuführen. Eine Sicherheitslücke in einem Container soll gerade nicht dazu führen, dass das System selbst angegriffen werden kann. Durch die Sicherheitslücke in Runc wird also eine zentrale Eigenschaft von Containern untergraben.

Die Details der Lücke hat Sarai noch nicht bekanntgegeben. Aus der Beschreibung des Patches auf Github geht jedoch hervor, dass die Lücke mit dem Proc-Dateisystem zusammenhängt. Über den Pfad /proc/self/exec kann in Linux-Systemen eine Applikation auf ihre eigene ausführbare Datei zugreifen, dies wird hier wohl ausgenutzt, um die Runc-Datei auszutauschen.

Nutzer-Namespaces falsch benutzt

Ob ein System tatsächlich verwundbar ist, hängt von einigen wichtigen Details ab. Wenn etwa die Nutzer-Namespaces so verwendet werden, dass der Root-Nutzer des Hosts nicht in den Container gemappt wird, ist die Lücke nicht ausnutzbar. Die Technik der Nutzer-Namespaces ermöglicht es eigentlich, dass ein Prozess innerhalb des Containers mit der ID 0 des Root-Nutzers ausgeführt wird. Der Prozess hat so scheinbar volle Systemkontrolle. Allerdings lässt sich für diesen Prozess auf dem Hostsystem dann dank der Namespaces eine Nutzer-ID mit weniger Rechten vergeben.

Der für die Sicherheitslücke ausgenutzte Fehler besteht nun offenbar darin, durch eine falsche Verwendung der Nutzer-Namespaces dem Prozess mit Root-Rechten im Container auch auf dem Hostsystem Root-Rechte einzuräumen. So ist es dann natürlich leicht, den im Container kontrollierten Prozess auch außerhalb des Containers im Hostsystem zu manipulieren.

Laut den Entwicklern der Containerimplementierung LXC reicht es dazu offenbar aus, wenn eine Binärdatei im Container einfach zurück auf Runc im Host verweist. Zusätzlich dazu sind aber noch einige weitere Tricks notwendig, um Runc erfolgreich zu manipulieren.

Viele verschiedene Werkzeuge betroffen

Einen Exploit, der die Lücke ausnutzt, will Sarai in einer Woche veröffentlichen. Neben Docker sind auch andere Containerlösungen verwundbar, da Runc ein Standardwerkzeug für viele weitere Techniken ist. Dazu gehören CRI-O und Kubernetes oder auch kommerzielle Lösungen wie etwa Red Hats Openshift oder Suses Container-Plattformen. Für Amazons Web Services stehen bereits Erklärungen zu der Lücke bereit ebenso wie für Googles Cloud Platform.

Die alternative Containertechnik LXC, die Runc nicht verwendet, ist ebenfalls für eine Variante des Angriffs verwundbar. Das LXC-Projekt betrachtet dies aber nicht als Sicherheitslücke, da LXC Container mit Root-Rechten prinzipiell nicht als vertrauenswürdig einstuft. Laut Sarai haben auch die Entwickler von Apache Mesos bekanntgegeben, dass die Software für die Lücke verwundbar ist. Sarai vermutet außerdem, dass dies auch für weitere Containerlösungen gilt.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 5€ inkl. FSK-18-Versand
  2. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)
  3. 5€ inkl. FSK-18-Versand

thomas.pi 13. Feb 2019 / Themenstart

Ich habe schon vor fünf Jahren LXC rootless Clients eingesetzt, allerdings als OS Client...

Kommentator2019 12. Feb 2019 / Themenstart

ergo? Services, die priv Container erfordern, läßt man in type I VMM und nur unpriv auf...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


AMD Radeon VII - Test

Die Radeon VII ist die erste Consumer-Grafikkarte mit 7-nm-Chip. Sie rechnet ähnlich schnell wie Nvidias Geforce RTX 2080, benötigt aber viel mehr Energie und ist deutlich lauter. Mit einem Preis von 730 Euro kostet die AMD-Karte überdies etwas mehr, die 16 GByte Videospeicher helfen nur selten.

AMD Radeon VII - Test Video aufrufen
Raspberry Pi: Spieglein, Spieglein, werde smart!
Raspberry Pi
Spieglein, Spieglein, werde smart!

Ein Spiegel, ein ausrangierter Monitor und ein Raspberry Pi sind die grundlegenden Bauteile, mit denen man sich selbst einen Smart Mirror basteln kann. Je nach Interesse können dort dann das Wetter, Fahrpläne, Nachrichten oder auch stimmungsvolle Bilder angezeigt werden.
Eine Anleitung von Christopher Bichl

  1. IoT mit LoRa und Raspberry Pi Die DNA des Internet der Dinge
  2. Bewegungssensor auswerten Mit Wackeln programmieren lernen
  3. Raspberry Pi Cam Babycam mit wenig Aufwand selbst bauen

Chromebook Spin 13 im Alltagstest: Tolles Notebook mit Software-Bremse
Chromebook Spin 13 im Alltagstest
Tolles Notebook mit Software-Bremse

Bei Chromebooks denken viele an billige, knarzende Laptops - das Spin 13 von Acer ist anders. Wir haben es einen Monat lang verwendet - und uns am Ende gefragt, ob der veranschlagte Preis für ein Notebook mit Chrome OS wirklich gerechtfertigt ist.
Ein Test von Tobias Költzsch


    Mac Mini mit eGPU im Test: Externe Grafik macht den Mini zum Pro
    Mac Mini mit eGPU im Test
    Externe Grafik macht den Mini zum Pro

    Der Mac Mini mit Hexacore-CPU eignet sich zwar gut für Xcode. Wer eine GPU-Beschleunigung braucht, muss aber zum iMac (Pro) greifen - oder eine externe Grafikkarte anschließen. Per eGPU ausgerüstet wird der Mac Mini viel schneller und auch preislich kann sich das lohnen.
    Ein Test von Marc Sauter

    1. Apple Mac Mini (Late 2018) im Test Tolles teures Teil - aber für wen?
    2. Apple Mac Mini wird grau und schnell
    3. Neue Produkte Apple will Mac Mini und Macbook Air neu auflegen

      •  /