Abo
  • Services:

Rule 41: Das FBI darf jetzt weltweit hacken

Eine Änderung im US-Recht erlaubt es Ermittlern, Durchsuchungsbeschlüsse für beliebig viele Computer in aller Welt von jedem Amtsrichter in den USA einzuholen.

Artikel von Patrick Beuth/Zeit Online veröffentlicht am
FBI erhält die Lizenz zum Hacken.
FBI erhält die Lizenz zum Hacken. (Bild: Getty/Bloomberg, Kontributor)

Bisher galt Rule 34 als der berüchtigste Grundsatz des Internetzeitalters. Rule 34 ist eine von mehreren nicht ganz ernst gemeinten 'Regeln des Internets' und besagt: Wenn es existiert, gibt es Pornografie davon. Sie ist eine Anspielung auf die unzähligen Spielarten von Pornos, für die es im Netz eine Nische gibt. Seit Donnerstag aber muss ein anderer Grundsatz als der anrüchigste von allen gelten: Rule 41.

Inhalt:
  1. Rule 41: Das FBI darf jetzt weltweit hacken
  2. FBI platziert Malware

Genauer: Rule 41 der Federal Rules of Criminal Procedure, die so etwas wie die Strafprozessordnung der USA darstellen. Rule 41 wurde auf Wunsch des Justizministeriums und mit dem Einverständnis des Supreme Courts erweitert, und weil der US-Kongress so gut wie keinen Widerstand geleistet hat, ist die Neufassung am 1. Dezember in Kraft getreten.

Sie besagt, dass jeder Amtsrichter in den USA dem FBI und anderen Bundesbehörden mit einem einzigen Durchsuchungsbeschluss erlauben kann, beliebig viele Computer in beliebigen Jurisdiktionen zu durchsuchen. Sprich: zu hacken.

Rule 41 soll ein Problem lösen, das Ermittler im Tor-Netzwerk haben

Es ist ein extremes Beispiel für ein extraterritoriales Gesetz und kann laut Bürgerrechtlern zur Folge haben, dass die US-Regierung gezielt zu ihr freundlich gesinnten Richtern irgendwo in den USA geht, um sich Durchsuchungsbeschlüsse für Computer an beliebigen Orten zu besorgen, dadurch die Überwachung der eigenen Bevölkerung verstärkt wird, das FBI endgültig zur weltweit tätigen Hackertruppe wird und nicht nur die Rechner von Kriminellen infiltriert werden, sondern auch die von deren Opfern.

Stellenmarkt
  1. CSL Behring GmbH, Marburg, Hattersheim am Main
  2. Robert Bosch GmbH, Stuttgart

Während die ersten drei Punkte praktisch selbsterklärend sind, ist der vierte etwas komplizierter. Das FBI soll die Befugnis erhalten, Botnetze zu untersuchen und dafür auch infizierte und damit dem Botnetz angehörige Rechner hacken. Ein Beispiel wären Ermittlungen zu einem DDoS-Angriff wie jenen auf den DNS-Provider Dyn, bei dem mit Hilfe eines Botnetzes mehrere populäre Websites lahmgelegt wurden.

Das Ziel wäre es, einen Eindruck davon zu gewinnen, wie groß das Botnetz ist und wie man ihm beikommen könnte. Allerdings wissen die Besitzer dieser Computer in aller Regel gar nicht, dass ihre Geräte zu einem Botnetz gehören. Sie sind Opfer, nicht Täter. Hackt sich das FBI in ihre Geräte, so lautet die Kritik an der neuen Rule 41, werden sie zum zweiten Mal Opfer.

Außerdem soll die erweiterte Regel die US-Ermittler in die Lage versetzen, gegen Kriminelle vorzugehen, die den Standort ihrer Computer verschleiern, zum Beispiel über das Tor-Netzwerk. Das können Ermittlungen gegen Anbieter und Konsumenten von Bildern und Videos sein, die den sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen. Werden die Websites mit dem Material im Tor-Netzwerk gehostet, ist weder der Standort des Servers, noch der Standort der Besucher einfach über die IP-Adresse zu bestimmen.

FBI platziert Malware 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

tingelchen 05. Dez 2016

Du hast geschrieben, Zitat: Deutsches Recht ist in Deutschland natürlich nicht...

Rulf 05. Dez 2016

du meinst also die bürgerlichen grundrechte wurde in den vsa vollkommen aufgehoben...

QuotenEmo 05. Dez 2016

Ist das die ganze Aussage? Ich fasse die mal umgangssprachlich zusammen: Wems nicht...

Menplant 05. Dez 2016

Machen sie ja auch. Nur jetzt fängt man an (wie in DE auch) die illegalen Machenschaften...

RechtsVerdreher 05. Dez 2016

Der Beitrag hier war offensichtlich ironisch gemeint.


Folgen Sie uns
       


Samsung Micro-LED-TV angesehen (CES 2019)

Micro-LEDs könnten dank Samsungs neuem 75-Zoll-Fernseher bald auch ihren Weg in heimische Wohnzimmer finden. Der neue TV hat ein sehr scharfes und helles Bild - einen Preis hat Samsung aber noch nicht bekanntgegeben.

Samsung Micro-LED-TV angesehen (CES 2019) Video aufrufen
Geforce RTX 2060 im Test: Gute Karte zum gutem Preis mit Speicher-Aber
Geforce RTX 2060 im Test
Gute Karte zum gutem Preis mit Speicher-Aber

Mit der Geforce RTX 2060 hat Nvidia die bisher günstigste Grafikkarte mit Turing-Architektur veröffentlicht. Für 370 Euro erhalten Spieler genug Leistung für 1080p oder 1440p und sogar für Raytracing, bei vollen Schatten- oder Textur-Details wird es aber in seltenen Fällen ruckelig.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Grafikkarte Geforce GTX 1660 Ti soll 1.536 Shader haben
  2. Geforce RTX 2060 Founder's Edition kostet 370 Euro
  3. Turing-Architektur Nvidia stellt schnelle Geforce RTX für Notebooks vor

Nubia Red Magic Mars im Hands On: Gaming-Smartphone mit Top-Ausstattung für 390 Euro
Nubia Red Magic Mars im Hands On
Gaming-Smartphone mit Top-Ausstattung für 390 Euro

CES 2019 Mit dem Red Magic Mars bringt Nubia ein interessantes und vor allem verhältnismäßig preiswertes Gaming-Smartphone nach Deutschland. Es hat einen Leistungsmodus und Schulter-Sensortasten, die beim Zocken helfen können.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. ATH-ANC900BT Audio Technica zeigt neuen ANC-Kopfhörer
  2. Smart Clock Lenovo setzt bei Echo-Spot-Variante auf Google Assistant
  3. Smart Tab Lenovo zeigt Mischung aus Android-Tablet und Echo Show

WLAN-Tracking und Datenschutz: Ist das Tracken von Nutzern übers Smartphone legal?
WLAN-Tracking und Datenschutz
Ist das Tracken von Nutzern übers Smartphone legal?

Unternehmen tracken das Verhalten von Nutzern nicht nur beim Surfen im Internet, sondern per WLAN auch im echten Leben: im Supermarkt, im Hotel - und selbst auf der Straße. Ob sie das dürfen, ist juristisch mehr als fraglich.
Eine Analyse von Harald Büring

  1. Gefahr für Werbenetzwerke Wie legal ist das Tracking von Online-Nutzern?
  2. Landtagswahlen in Bayern und Hessen Tracker im Wahl-O-Mat der bpb-Medienpartner
  3. Tracking Facebook wechselt zu First-Party-Cookie

    •  /