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Ruhrfibre: Vodafone und Telekom bauen zugleich FTTH in Essen aus

Viele Haushalte in Essen können sich bald über zwei FTTH -Zugänge freuen. Vodafone und Ruhrfibre kämpfen nun mit der Telekom .
/ Achim Sawall
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Glasfaser von Ruhrfibre, beleuchtet von Vodafone (Bild: Vodafone)
Glasfaser von Ruhrfibre, beleuchtet von Vodafone Bild: Vodafone

Ruhrfibre und Vodafone wollen in der Stadt Essen in den kommenden drei Jahren rund 150.000 neue FTTH-Anschlüsse bauen. Das gab Vodafone am 13. Dezember 2022 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Das Vorhaben wurde von den Projekt-Partnern gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Kufen im Rathaus der Stadt vorgestellt.

Das Projekt Ruhrfibre der Strategie- und Finanzberatung Rautenberg & Company will schon seit langem Essen ausbauen und wohl vorhandene Leerrohre oder U-Bahn-Tunnel nutzen. Hinter Ruhrfibre steht Arndt F. Rautenberg, in Essen aufgewachsener Diplom-Kaufmann und ehemaliger Chief Strategy Officer der Telekom.

Lange hatte Ruhrfibre keinen Investor. "Wir haben im März den Auftrag vom Rat der Stadt Essen erhalten, den Glasfaserausbau neu aufzustellen und zu beschleunigen" , sagte Oberbürgermeister Thomas Kufen. "Um diesen Auftrag umzusetzen, haben wir uns mit Ruhrfibre als einer gemeinsamen Netzgesellschaft auf den Weg gemacht. Inzwischen ist mit DIF Capital Partners Deutschland ein Investor gefunden und mit Vodafone steht nun auch der Telekommunikationspartner der ersten Stunde fest."

Ruhrfibre baut, Vodafone berteibt und vermarktet

Ruhrfibre übernimmt die Planung und den Ausbau der passiven Glasfasertechnologie bis in die Wohnungen (FTTH – Fiber To The Home). Vodafone erstellt den Anschluss an seine aktive Netzinfrastruktur, steuert den Netzbetrieb, vermarktet die Anschlüsse und bietet Dienste wie Telefonie, Internet und TV für die Menschen in Essen an.

Was die Ankündigung brisant macht, ist, dass die Deutsche Telekom in Essen bis zum Jahr 2026 jährlich rund 50.000 Haushalte mit FTTH versorgen will . Der Ausbau wurde am 28. März 2022 angekündigt(öffnet im neuen Fenster) und ist bereits in vollem Gange. Bis zum Jahr 2026 sollen über 250.000 Haushalte ausgebaut werden. Die Ruhrgebietsstadt hat insgesamt 332.000 Haushalte.

Vodafone hat zudem mit seinem Kabelnetz bereits über 200.000 Haushalte in Essen mit Docsis 3.1 und Datenraten bis zu 1 GBit/s versorgt, was laut Unternehmensangaben "durch zahlreiche Modernisierungsmaßnahmen und zusätzliche Glasfaserknoten" stabiler werden soll.

"Ja, wir kommen uns 'in die Quere' – es gibt allein schon aus kartellrechtlichen Gründen keinen Gebietsschutz. Zudem haben wir unsere Ausbauabsichten schon vor der Ruhrfibre bekanntgegeben und – wichtiger noch – längst angefangen zu bauen" , sagte Telekom-Sprecher George-Stephen McKinney Golem.de auf Anfrage. Doch die Telekom werde ihr Ausbauprogramm konsequent voranbringen. Im Jahr 2023 werde man das Ausbautempo in Essen nochmal deutlich steigern. "So werden wir im nächsten Jahr den Startschuss für fast 130.000 zu bauende Haushalte geben – den Großteil bereits im ersten Quartal. Wir stellen uns jedem Infrastrukturwettbewerb – in Essen wie andernorts auch."


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