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Rüstungsgeschäft: SAP profitiert von steigenden Militärausgaben

Steigende Verteidigungsbudgets durch den Krieg gegen den Iran treiben das Geschäft von SAP . CEO Klein sieht darin einen Wettbewerbsvorteil.
/ Nils Matthiesen
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CEO Christian Klein bestätigt Wachstum von Rüstungs-Software bei SAP. (Bild: Alex Grimm/Getty Images)
CEO Christian Klein bestätigt Wachstum von Rüstungs-Software bei SAP. Bild: Alex Grimm/Getty Images

Der Softwarekonzern SAP verzeichnet in seiner Rüstungssparte derzeit das stärkste Wachstum innerhalb des gesamten Portfolios. Wie CEO Christian Klein in einem Interview mit Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) bestätigte, hat sich die Verteidigungsindustrie angesichts weltweit steigender Militärbudgets zur am schnellsten wachsenden Business-Line des Unternehmens entwickelt.

Rund 10 Prozent seines Gesamtumsatzes erwirtschaftet der Walldorfer Konzern mittlerweile in diesem Sektor. Laut Klein treibt vor allem der Bedarf an moderner Software und künstlicher Intelligenz die Nachfrage voran.

Hintergrund sind die Erhöhungen der Verteidigungsausgaben, die infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine im Jahr 2022 sowie aktuell durch den Krieg gegen den Iran ausgelöst wurden. Die Streitkräfte investieren verstärkt in die Digitalisierung ihrer Infrastruktur, um die Einsatzbereitschaft und Logistik zu skalieren.

Herausforderungen bei der Bundeswehr-Migration

Ein zentrales Großprojekt bleibt die Migration der Systeme der Bundeswehr auf moderne SAP-Lösungen. Diese steuern künftig die Logistik, das Personalmanagement sowie die Verwaltung.

Klein räumte ein, dass das Projekt durch Softwarefehler verzögert worden sei. Insbesondere die Synchronisation von Daten nach einem Offlinemodus – eine kritische Funktion für Marineschiffe, die zeitweise ohne Verbindung operieren – habe technische Schwierigkeiten bereitet.

Diese Probleme sind laut Klein inzwischen behoben. Der CEO sieht in der Bewältigung solcher komplexer militärischer Anforderungen einen klaren Wettbewerbsvorteil. SAP demonstriere damit die Fähigkeit, hochspezialisierte und datenschutzrechtlich komplexe Anforderungen verschiedener Nationen weltweit zu erfüllen.

Auswirkungen auf die globale Lieferkette

Trotz des Wachstums im Defense-Bereich lässt sich der Gesamteffekt der globalen Konflikte auf SAP laut Klein noch nicht abschließend beziffern. Der Krieg gegen den Iran beeinträchtigt gleichzeitig die Energielieferketten, den Finanzsektor und den Transportsektor im Nahen Osten – Branchen, in denen SAP mit Kunden wie Saudi Aramco oder der Saudi Awwal Bank ebenfalls vertreten ist.

Das Unternehmen setzt darauf, dass die Notwendigkeit zur Prozessoptimierung mittels KI den Bedarf an Enterprise-Resource-Planning-Systemen (ERP) weiter hochhalten wird. Die Bewältigung unterschiedlicher nationaler Regulierungen wertet Klein dabei als einen spezifischen Wettbewerbsvorteil von SAP.


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