Rüstungsbetrieb: Ukrainische Raketen treffen Halbleiterwerk in Woronesch
Am frühen Morgen des 22. Juni 2026 ist die Woronescher Halbleiterfabrik WZPP-S offenbar von ukrainischen Marschflugkörpern getroffen worden. Der ukrainische Telegram-Kanal Exilenova+(öffnet im neuen Fenster) veröffentlichte mehrere Fotos und Videos eines Brandes auf dem Werksgelände. Russische Quellen berichten, die Ukraine habe Marschflugkörper für den Angriff eingesetzt. Kurz darauf bestätigte der ukrainische Generalstab den Schlag offiziell(öffnet im neuen Fenster).
Die WZPP-S gilt als einer der führenden russischen Hersteller von Halbleiterbauelementen, integrierten Mikrochips und Leistungsmodulen. Das Unternehmen steht bereits auf den Sanktionslisten zahlreicher Staaten.
Fabrik liefert Halbleiter für drei Waffensysteme
Die WZPP-S versorgt nach vorliegenden Informationen mindestens drei russische Waffensysteme mit Bauteilen. Für die Marschflugkörper Kh-101(öffnet im neuen Fenster) stellt das Werk Transistoreinheiten her, die im Steuermodul verbaut werden. Für den Iskander-K-Marschflugkörper vom Typ 9M727(öffnet im neuen Fenster) produziert die Fabrik Halbleiterarrays für den Bordrechner. Das Flugabwehrsystem Pantsir-S1(öffnet im neuen Fenster) wird mit Dioden und Transistoreinheiten beliefert.
Genau solche Chips sind es, die Russland unter den geltenden Sanktionen kaum noch auf dem Weltmarkt beschaffen kann. Treffer auf Produktionsstätten dieser Art zielen darauf ab, mehrere Fertigungslinien gleichzeitig zu verlangsamen.
Generalstab bestätigt den Angriff
Die ukrainischen Luftstreitkräfte führten den Schlag nach eigenen Angaben mit luftgestützten Marschflugkörpern aus. Berichten zufolge kamen dabei anglo-französische Storm-Shadow(öffnet im neuen Fenster)/Scalp-Raketen zum Einsatz. Der Generalstab bezeichnete die Fabrik als Teil des russischen militärisch-industriellen Komplexes. Die Zerstörung ihrer Produktion werde Russlands Fähigkeit, neue Raketen herzustellen, spürbar beeinträchtigen. Zudem signalisierte der Generalstab weitere Angriffe auf russische Produktionskapazitäten.
Lieferketten statt Abschussrampen
Russland findet häufig Wege, westliche Sanktionen zu umgehen und Elektronikbauteile im Ausland zu kaufen. Bestimmte Komponenten werden jedoch erfolgreich im Inland gefertigt. Die ukrainische Strategie zielt darauf ab, genau diese inländischen Quellen zu treffen, anstatt sich allein auf die Zerstörung von Waffensystemen zu konzentrieren.


