Rüstung: Panzer-Manager soll FCAS-Kampfjet retten
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den langjährigen Chef von Krauss-Maffei Wegmann (KMW) Frank Haun als einen von zwei Vermittlern im Streit zwischen Airbus und Dassault benannt. Das berichtet Der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) . Gemeinsam sollen die beiden Unternehmen in einem deutsch-französisch-spanischen Joint Venture eigentlich ein neues Kampfflugzeug entwickeln.
Im Rahmen des Projekts Future Combat Air System (FCAS) soll ein Jet der sechsten Generation entstehen, die beiden beteiligten Unternehmen sind aber zerstritten. Bereits im Februar 2026 hatte Bundeskanzler Merz nach erneuten Beratungen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron ein Scheitern für möglich gehalten .
Haun soll sich aufgrund seiner Erfahrung in der Fusion von KMW und dem französischen Rüstungsunternehmen Nexter als Vermittler eignen. So soll das Projekt im Idealfall noch gerettet oder am Ende wenigstens neu ausgerichtet werden. KMW heißt seit der Fusion KNDS (KMW Nexter Defense Systems).
Streit bezüglich der Arbeitsaufteilung
Dassault und die Militärsparte von Airbus sollen nicht nur bei der Arbeitsaufteilung unterschiedlicher Meinung sein, sondern auch bei der Ausrichtung des geplanten Flugzeugs. Dassault beansprucht laut Der Spiegel 80 Prozent der Arbeitsleistung, in früheren Berichten war von 51 Prozent die Rede – in jedem Fall die Führung des Projekts.
Das will Airbus nicht akzeptieren, weshalb Dassault dem Unternehmen eine Blockadehaltung vorwirft. Außerdem hat Frankreich andere Vorstellungen bezüglich der Flugzeugträgerfähigkeit und der Möglichkeit der Maschinen, Atomwaffen zu tragen.
Auf französischer Seite hat Präsident Macron den Rüstungsmanager Laurent Collen-Billon ernannt. Collen-Billon ist der ehemalige Leiter der französischen Generaldirektion für Rüstungsangelegenheiten und war seitens der Behörden an der Fusion zwischen KMW und Nexter beteiligt. Haun und Collen-Billon kennen sich daher gut.
Erfolg der Vermittlungen bleibt abzuwarten
Ob die beiden Manager die Streitigkeiten beseitigen können, ist unklar. Sollte das FCAS-Projekt scheitern, könnte Frankreich den Jet im Alleingang bauen. Deutschland könnte versuchen, sich an einem anderen Projekt zu beteiligen, etwa an der britisch-italienisch-japanischen Kooperation Global Combat Air Programme (GCAP).
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