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Rüstung: Helsing geht auf 18-Milliarden-Dollar-Bewertung zu

Eine neue Finanzierungsrunde des Münchner Rüstungs-Startups Helsing soll 1,2 Milliarden Dollar einbringen. US-Investoren übernehmen die Führung.
/ Andreas Donath
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Helsing HX-2 (Bild: Helsing)
Helsing HX-2 Bild: Helsing

Das Münchner Rüstungsunternehmen Helsing steht offenbar kurz vor dem Abschluss einer neuen Finanzierungsrunde, die das Unternehmen mit rund 18 Milliarden Dollar bewerten würde, wie die Financial Times berichtet(öffnet im neuen Fenster). Die Runde über etwa 1,2 Milliarden Dollar wird von der US-amerikanischen Dragoneer Investment Group angeführt, Lightspeed Venture Partners ist als Co-Lead dabei. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest.

Es wäre ein deutlicher Sprung gegenüber der letzten Runde: Vor weniger als einem Jahr sammelte Helsing 600 Millionen Euro bei einer Bewertung von 12 Milliarden Euro ein, angeführt von Prima Materia, dem Investmentvehikel von Spotify-Mitgründer Daniel Ek. Die aktuelle Runde war laut informierten Kreisen mehrfach überzeichnet.

Helsing wurde 2021 in München gegründet und konzentrierte sich zunächst auf KI-Software zur Analyse von Gefechtsdaten. Inzwischen gehören auch Kamikaze-Drohnen sowie autonome Unterwasserfahrzeuge zum Portfolio.

Drohnen im Mittelpunkt des europäischen Verteidigungsbooms

Der Ausbau ins Hardwaregeschäft fällt in eine Zeit, in der der Ukrainekrieg das Interesse an unbemannten Systemen erheblich verstärkt hat. Helsings erstes Kamikaze-Modell, die HF-1, wurde gemeinsam mit einem ukrainischen Partner entwickelt und stand wegen Leistung und Kosten in der Kritik.

Das Nachfolgemodell HX-2 ist inzwischen für den Fronteinsatz durch die ukrainische Armee zugelassen und wurde nach Angaben des Unternehmens erfolgreich gegen russische Ziele eingesetzt. Oleksandr Kamyschin, Berater von Präsident Selenskyj für strategische Industrien, würdigte zuletzt den Beitrag des Unternehmens.

Auch die Bundeswehr wird beliefert: Ein erster Vertrag über die HX-2 hat einen Wert von 269 Millionen Euro, mit Option auf Erweiterung bis zu 1,46 Milliarden Euro. Zudem kooperiert Helsing mit dem schwedischen Rüstungskonzern Saab und entwickelt ein unbemanntes Flugzeug, das gemeinsam mit bemannten Kampfjets operieren soll.

Nicht alle teilen die Begeisterung: Rheinmetall-Chef Armin Papperger warnte vor einer möglichen Blase im Drohnenbereich. Kritiker hingegen bemängeln, dass europäische Regierungen noch immer zu viel Budget in konventionelle Systeme wie Panzer und bemannte Kampfjets steckten, zulasten autonomer und KI-gesteuerter Plattformen.

Zu den Wettbewerbern gehört das kalifornische Unternehmen Anduril Industries von Palmer Luckey, das über eine neue Finanzierungsrunde bei einer Bewertung von mehr als 60 Milliarden Dollar verhandelt. In Europa konkurriert Helsing unter anderem mit Quantum Systems und Stark, das von US-Investor Peter Thiel unterstützt wird.

Trotz der US-geführten Finanzierungsrunde bleibt Helsing mehrheitlich in europäischer Hand: Rund 80 Prozent des Unternehmens sollen laut informierten Kreisen weiterhin europäischen Investoren gehören. Zu den bisherigen Geldgebern zählen Accel, Plural, General Catalyst, Greenoaks, Saab sowie BDT & MSD Partners. Helsing, Dragoneer und Lightspeed äußerten sich nicht zu den Berichten.

Sollte die Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen werden, würde Helsing zu den wertvollsten Tech-Startups Europas zählen.

Die aktuellen Bewertungen stehen in Kontrast zur jüngeren Unternehmensgeschichte: Im Januar 2026 berichtete Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf eine interne Präsentation des Bundesverteidigungsministeriums, dass beim ukrainischen 14. Regiment nur 25 Prozent der HX-2-Drohnen überhaupt hätten starten können.

Helsing bestritt die genauen Zahlen und verwies auf nahezu fehlerfreie Treffer bei Tests mit dem deutschen und britischen Militär im Oktober 2025. Die Ukraine setzte zunächst weitere Bestellungen aus(öffnet im neuen Fenster), bevor das Modell für den Fronteinsatz freigegeben wurde.

Auch bei den Bundeswehr-Verträgen gibt es eine Verschiebung gegenüber den ursprünglichen Plänen: Das Verteidigungsministerium stellte sich ursprünglich einen Beschaffungsrahmen von bis zu 4,3 Milliarden Euro für Helsing und den Konkurrenten Stark vor. Der Haushaltsausschuss des Bundestages deckelte das Volumen im Februar 2026 auf insgesamt 2 Milliarden Euro und genehmigte zunächst einen ersten Auftrag von rund 540 Millionen Euro mit der Auflage, alle Folgebestellungen einzeln zu genehmigen.


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