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Rüstung: Helsing bekommt 1,8 Milliarden US-Dollar in Finanzierungsrunde

Der Drohnen- und Softwarehersteller Helsing nimmt in einer neuen Finanzierungsrunde so viel Geld ein wie nie zuvor.
/ Tobias Költzsch und dpa
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Die Drohne CA-1 Europa von Helsing auf der ILA 2026 (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
Die Drohne CA-1 Europa von Helsing auf der ILA 2026 Bild: Sean Gallup/Getty Images

Der 2021 gegründete Münchner Drohnen- und Softwarehersteller Helsing hat in einer der bislang größten Finanzierungsrunden für europäische Start-ups 1,8 Milliarden US-Dollar eingeworben. Die Bewertung des Unternehmens mit seinen über 1.000 Mitarbeitern ist nach Helsing-Angaben nunmehr auf 18 Milliarden US-Dollar gestiegen, was bereits zuvor erwartet wurde.

Zu den Investoren zählen unter anderem der kanadische Pensionsfonds CCP Investments und zwei Größen der US-Finanzwelt: JP Morgan Chase und die zur gleichnamigen Investmentbank gehörende Kapitalanlagegesellschaft Goldman Sachs Alternatives. Die Mehrheit des Unternehmens bleibt nach Helsing-Angaben jedoch in europäischem Besitz.

Helsing zählt sich nicht länger zu den Start-ups, sondern zu den sogenannten Neo Primes – das sind softwarezentrierte Jungunternehmen, die den großen etablierten Rüstungsfirmen Konkurrenz machen. Technologischer Schwerpunkt bei Helsing sind nicht die Drohnen, sondern die KI-gestützte Software, die die unbemannten Flugzeuge steuert.

Unbemannter Kampfjet wird entwickelt

Das Unternehmen beliefert unter anderem die ukrainischen Streitkräfte mit Kamikazedrohnen. Seit vergangenem Jahr produziert Helsing auch Unterwasser-Aufklärungsdrohnen, in der Entwicklung ist mithilfe des 2025 übernommenen Flugzeugbauers Grob Aircraft ein unbemannter Kampfjet. Die neuen Investorengelder sollen vor allem in die Entwicklung neuer KI-Plattformen fließen.

An der Börse scheint der zeitweilige Boom von Rüstungsaktien in diesem Jahr zu Ende gegangen zu sein. So halbierte sich der Rheinmetall-Kurs seit Januar, steht allerdings immer noch um ein Vielfaches höher als vor fünf Jahren. Der französisch-deutsche Panzer- und Geschützhersteller KNDS verschob seinen geplanten Börsengang kürzlich.

Neo Primes haben bei Investoren offenkundig nach wie vor Konjunktur. Nach Angaben von Helsing war die Finanzierungsrunde stark überzeichnet – was bedeutet, dass das Unternehmen noch mehr Geld hätte einwerben können. Vor knapp zwei Wochen schloss bereits Quantum Systems – ein weiteres bayerisches Jungunternehmen – eine Finanzierungsrunde über eine Milliarde Dollar ab.


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