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Rückschlag: Roskosmos verschiebt Erstflug seiner Sojus-5-Rakete

Die neue Sojus -Träger- Rakete von Roskosmos wird doch nicht mehr in diesem Jahr starten. Der Grund: weitere Überprüfungen der Technologie.
/ Patrick Klapetz
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Eine russische Rakete des Typs Sojus 2.1a als Symbolbild. (Bild: Roskosmos)
Eine russische Rakete des Typs Sojus 2.1a als Symbolbild. Bild: Roskosmos

Eigentlich sollte die neue russische Trägerrakete Sojus-5 noch Ende 2025 starten. Wie die russische Nachrichtenagentur Tass am 26. Dezember 2025 mitteilte(öffnet im neuen Fenster) , haben sich die russische Raumfahrtagentur Roskosmos sowie die kasachische Weltraumagentur Kazkosmos jedoch dazu entschlossen, den Starttermin zu verschieben.

Die Entscheidung sei "aus technischen Gründen getroffen worden" , teilte Roskosmos mit. Zunächst sollen zusätzliche Überprüfungen der Bordsysteme und der Bodenausrüstung durchgeführt werden.

Neuer Starttermin unbekannt

"Dies ist notwendig, um Statistiken zu sammeln und die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Starts weiter zu gewährleisten" , teilte Dmitri Baranow, stellvertretender Generaldirektor für Raketenprojekte bei Roskosmos, mit. "Unser Ziel ist es, den Erfolg des ersten Teststarts der Trägerrakete Sojus-5 vom Weltraumbahnhof Baiterek sicherzustellen." Das ist einer der Startplätze im Kosmodrom Baikonur.

Einen genauen Starttermin gibt es zwar bisher nicht, aber die staatliche Behörde teilte mit, dass die neue Rakete 2028 voll einsatzfähig sein soll. Die Sojus-5 sei eine russische zweistufige Trägerrakete der mittleren Klasse mit erhöhter Tragkraft, die Raumfahrzeuge in eine erdnahe Umlaufbahn, den Leo (low earth orbit), bringen soll.

Die Generalmontage der Sojus-5-Trägerrakete wurde am Raumhafen Baikonur abgeschlossen, heißt es in einer weiteren Tass-Meldung, die eine Stunde später veröffentlicht wurde(öffnet im neuen Fenster) . Darin teilte Baranow mit, dass sowohl die Infrastruktur als auch die Trägerrakete bereit für den ersten Start seien.

Sechs Stunden später heißt es in einer weiteren Agenturmeldung(öffnet im neuen Fenster) , dass der erste Teststart des russisch-kasachischen Baiterek-Projekts im ersten Quartal 2026 stattfinden soll. "Dies ist unsere eigene kasachische Startrampe, von der aus Trägerraketen zwischen den mittleren und schweren Lastklassen gestartet werden" , sagte der stellvertretende Premierminister und Minister für künstliche Intelligenz und digitale Entwicklung Kasachstans, Zhaslan Madiyev, Reportern.

Die Trägerrakete dafür würde sich bereits vor Ort befinden. "Wir bereiten derzeit aktiv unsere Baiterek-Startrampe am Baikonur-Raumhafen vor" , so Madiyev. Das Startdatum der Sojus-5 soll auf Grundlage der jetzt durchgeführten Testergebnisse festgelegt und zwischen den Programmteilnehmern vereinbart werden.

Wenig Abnehmer, dafür bald Werbung

Wirklich konkurrenzfähig wird die Sojus-5 im Vergleich mit anderen derzeit entwickelten und im Einsatz befindlichen Trägerraketen nicht sein. Sie ist weder wiederverwendbar, was für höhere Startkosten sorgt, noch gibt es derzeit genügend Kunden, die mit den Russen aufgrund des Ukrainekriegs fliegen würden. Doch bis 2028 kann sich zumindest im Falle des Krieges und der Kundennachfrage noch etwas ändern.

Ein paar Extraeinnahmen dürften jedoch in die russischen Kassen gelangen: Denn ab dem 1. Januar 2026 ist kommerzielle Werbung auf den russischen Raumfahrzeugen erlaubt .


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