Rückruf durch ESTI: Schweizer Starkstrominspektorat warnt vor Billig-LED-Lampen
Das Eidgenössische Starkstrominspektorat ESTI warnt aktuell vor Stromschlägen, die durch unzureichend isolierte LED-Leuchtmittel ausgelöst werden können. Hintergrund ist ein Rückruf von LED-Außenkugeln(öffnet im neuen Fenster) , die in der Schweizer Baumarktkette Jumbo(öffnet im neuen Fenster) verkauft werden. Die Warnung vom 9. April 2014 ist derzeit nur auf der Webseite der Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft admin.ch direkt zu sehen. Jumbo selbst informiert auf seiner Webseite(öffnet im neuen Fenster) über die gefährlichen LEDs. Weitere Informationen zur Rücknahme finden sich in einem PDF-Dokument(öffnet im neuen Fenster) .
Den Außenkugeln mit dem Namen Glen Wire mit den EAN 7613164322203 und 7613164322197 fehlt nach Angaben des ESTI eine Kabelisolierung. "Dadurch besteht die grosse Gefahr eines Stromschlages" , heißt es im Rückruf.
Gefährliche LED-Leuchtmittel finden durchaus eine Verbreitung, wie Peter Fluri vom ESTI der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) sagte(öffnet im neuen Fenster) . Insgesamt 46 Verkaufsverbote waren laut ESTI im vergangenen Jahr notwendig, um Kunden vor potenzieller Stromschlaggefahr zu schützen. Dies beinhaltete viele LED-Leuchtmittel, aber auch andere Produktgruppen. Der Trend zur LED-Beleuchtung führe dazu, dass Händler mangelhafte Produkte einkaufen, so Fluri zur NZZ. Er rät, möglichst nicht die billigsten Produkte zu kaufen. Das Problem mit der Stromverbindung veranschaulicht das folgende Video einer GU10-Retrofit-LED.
Das kann mitunter sogar für Produkte mit CE-Logo gelten. Einem weiteren Tester gelingt es, über ein schlecht isoliertes LED-Leuchtmittel über 30 Watt Leistung zusätzlich aufzunehmen und es dabei zu beschädigen.
LED-Leuchtmittel werden immer beliebter, wie das Interesse an unseren Berichten der kürzlich beendeten Light + Building zeigt . LEDs nehmen weniger Leistung als Glühbirnen oder Halogen-Leuchtmittel auf und sind meist deutlich sparsamer als Kompaktleuchtstofflampen, die umgangssprachlich als Energiesparlampen bezeichnet werden. Zudem besteht nicht die Gefahr des Quecksilberaustritts.
Nachtrag vom 10. April 2014, 11:50 Uhr
Die Verlinkungen auf die französischsprachigen Dokumente wurden durch deutschsprachige Dokumente ersetzt. Außerdem wurde die Anzahl der Verkaufsverbote anhand der ESTI-Mitteilung(öffnet im neuen Fenster) präzisiert, da nicht nur LED-Leuchtmittel betroffen waren.