Abo
  • Services:
Anzeige
Verbraucher können sich selbst im Internet Retourenscheine erstellen.
Verbraucher können sich selbst im Internet Retourenscheine erstellen. (Bild: Screenshot: Golem.de)

Rücknahme von Altgeräten: Umwelthilfe wirft Amazon Gesetzesverstöße vor

Verbraucher können sich selbst im Internet Retourenscheine erstellen.
Verbraucher können sich selbst im Internet Retourenscheine erstellen. (Bild: Screenshot: Golem.de)

Die Deutsche Umwelthilfe findet die Rücksendung von Elektroaltgeräten per Post nicht besonders umweltfreundlich. Dennoch kritisiert sie die Praxis von Amazon scharf, die Kunden über dieses neue Recht falsch zu informieren.

Der Internetversandhändler Amazon nimmt nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gebrauchte Elektrogeräte nicht im vorgeschriebenen Umfang zurück. Es lägen mehrere Beschwerden von Verbrauchern vor, die der Onlinehändler bei dem Versuch, defekte Elektrokleingeräte zurückzugeben, abgewiesen habe, teilte die Umwelthilfe am Mittwoch mit. Obwohl Händler seit Ende Juli verpflichtet seien, auch Kleingeräte ohne Kassenzettel anzunehmen und zu entsorgen, komme Amazon der Verpflichtung nicht nach. In einer Unterlassungserklärung verlangt die DUH "den sofortigen Stopp der Gesetzesverstöße".

Anzeige

Die Umwelthilfe belegte ihre Vorwürfe mit Chatprotokollen, in denen Kunden beispielsweise gesagt wird: "Wenn der Artikel nicht über Amazon erworben wurde, kann es nicht bei Amazon zurückgesendet werden." Oder: "Es muss ein Amazon-Artikel sein und zudem mit diesem Amazon-Konto gekauft." Diese Behauptungen treffen jedoch nicht zu. Jeder Online-Händler, der über eine Lagerfläche von mehr als 400 Quadratmetern für Elektroartikel verfügt, muss gebrauchte Geräte unabhängig von deren Herkunft zurücknehmen.

Kostenlose Rücksendung per DHL

Amazon wies die Vorwürfe nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa zurück: Das Unternehmen halte sich an alle gesetzlichen Vorgaben. Ein Sprecher verwies dazu auf Informationen für Kunden auf der Amazon-Homepage. "Wir stellen sicher, dass Einzelfälle, wie von der Deutschen Umwelthilfe zitiert, ausgeschlossen werden können", teilte er mit.

In der Tat finden sich auf den Seiten von Amazon Informationen zur Rücknahme von Elektroaltgeräten. Über einen Link zu DHL können Nutzer relativ einfach eine Retourenmarke erstellen. Diesen Schein müssen die Verbraucher dann auf ihr Paket kleben, das sie dann bei DHL abgeben.

Umwelthilfe fordert stationäre Rücknahmesysteme

Kurioserweise findet die Deutsche Umwelthilfe es aber gar nicht gut, wenn Verbraucher tatsächlich auf diese Weise ihre Altgeräte entsorgen. Es sei "unökologisch", Altgeräte für eine Rückgabe quer durch Deutschland zu transportieren, sagte der Leiter Kreislaufwirtschaft bei der Umwelthilfe, Thomas Fischer, im Gespräch mit Golem.de. Viel sinnvoller sei es, wenn sich Amazon beispielsweise finanziell an stationären Rücknahmesystemen beteiligen würde.

Denn es sei viel wahrscheinlicher, dass Verbraucher ihre Geräte beim lokalen Elektrohändler zurückgäben, als die umständliche Rücksendung per Post zu wählen. Obwohl Amazon viele Elektrokleingeräte verkaufe, werde der Einzelhandel vor allem mit der Rücknahme belastet. Auch Discounter wie Aldi oder Lidl müssten keine Geräte zurücknehmen, da ihre Verkaufsfläche für solche Artikel kleiner als 400 Quadratmeter sei.

Gesetz ist "vollkommen daneben"

Fischer räumte ein, dass Händler wie Amazon sich wohl kaum freiwillig an der Finanzierung von Rücknahmesystemen beteiligen würden. Daher sei der Gesetzgeber gefordert. Das nun in Kraft getretene Gesetz sei "vollkommen daneben gegangen".

Vermutlich würde es schon helfen, wenn Amazon seine Kundenbetreuer ausführlicher über das neue Gesetz informieren würde. So heißt in einem der zitierten Chatprotokolle: "Ohne ins Polemische hinübergleiten zu wollen, ich mache diesen Vergleich nur zum bildhaften Vergleich: Wenn Sie einen Artikel bei Saturn kaufen, können Sie es ja nicht bei Media Markt abgeben." Doch genau das ist möglich. Die Rücknahme von Geräten, "die in keiner äußeren Abmessung größer als 25 Zentimeter sind", darf nicht an den Kauf eines Gerätes geknüpft werden.


eye home zur Startseite
nmSteven 04. Aug 2016

Ja klar aber ein Online Händler hat doch in der Regel ein Lager größer als 400m². Aldi...

scrumdideldu 04. Aug 2016

Echt? Verwechselst Du das nicht mit Großgeräten wie Waschmaschine, Herd, Trockner...

Anonymer Nutzer 04. Aug 2016

Bin zwar kein Redaktuer, aber hier der Gesetzestext: "§ 17 Rücknahmepflicht der...

nmSteven 03. Aug 2016

Elektroschrott bringt Geld. Wenn ich den nächsten Contaonerdienst Anrufe und sage ich hab...

nmSteven 03. Aug 2016

In Hannover gab es mal die die "O-Tonne" (Oranger-Deckel) vom Kommunalen Entsorger. Das...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Schwarz IT Infrastructure & Operations Services GmbH & Co. KG, Neckarsulm
  2. Daimler AG, Leinfelden-Echterdingen
  3. Hochschule Esslingen, Esslingen
  4. Oemus Media AG, Leipzig


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (Core i5-7600K + Asus GTX 1060 Dual OC)
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  3. 199,99€ statt 479,99€ - Ersparnis rund 58%

Folgen Sie uns
       


  1. Sysadmin Day 2017

    Zum Admin-Sein fehlen mir die Superkräfte!

  2. Ipod Touch günstiger

    iPod Nano und iPod Shuffle eingestellt

  3. Nissan Leaf

    Geringer Reichweitenverlust durch alternden Akku

  4. Quartalsbericht

    Amazons Gewinn bricht ein

  5. Sicherheitslücke

    Caches von CDN-Netzwerken führen zu Datenleck

  6. Open Source

    Microsoft tritt Cloud Native Computing Foundation bei

  7. Q6

    LGs reduziertes G6 kostet 350 Euro

  8. Google

    Youtube Red und Play Music fusionieren zu neuem Dienst

  9. Facebook Marketplace

    Facebooks Verkaufsplattform kommt nach Deutschland

  10. Ryzen 3 1300X und 1200 im Test

    Harte Gegner für Intels Core i3



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
IETF Webpackage: Wie das Offline-Internet auf SD-Karte kommen könnte
IETF Webpackage
Wie das Offline-Internet auf SD-Karte kommen könnte
  1. IETF Netzwerker wollen Quic-Pakete tracken
  2. IETF DNS wird sicher, aber erst später
  3. IETF Wie TLS abgehört werden könnte

Gaming-Monitor Viewsonic XG 2530 im Test: 240 Hertz, an die man sich gewöhnen kann
Gaming-Monitor Viewsonic XG 2530 im Test
240 Hertz, an die man sich gewöhnen kann
  1. LG 43UD79-B LG bringt Monitor mit 42,5-Zoll-Panel für vier Signalquellen
  2. Gaming-Bildschirme Freesync-Displays von Iiyama und Viewsonic
  3. Zenscreen MB16AC Asus bringt 15,6-Zoll-USB-Monitor für unterwegs

Handyortung: Wir ahnungslosen Insassen der Funkzelle
Handyortung
Wir ahnungslosen Insassen der Funkzelle
  1. Bundestrojaner BKA will bald Messengerdienste hacken können
  2. Bundestrojaner Österreich will Staatshackern Wohnungseinbrüche erlauben
  3. Staatstrojaner Finfishers Schnüffelsoftware ist noch nicht einsatzbereit

  1. Re: Trotzdem...

    trundle | 09:04

  2. Re: Und Google plant datt selbe mit Youtube

    Andre_af | 09:04

  3. Re: Hoffentlich bleibt der Preis gleich

    LewxX | 09:03

  4. Re: FALSCH

    Sharra | 09:03

  5. Re: Wieso fällt der Gewinn bei hohen Investionen?

    johnripper | 09:02


  1. 09:04

  2. 07:23

  3. 07:13

  4. 22:47

  5. 18:56

  6. 17:35

  7. 16:44

  8. 16:27


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel