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Rückgang von Stellenanzeigen: KI ist ein zentraler, aber nicht der alleinige Faktor

Seit dem Aufkommen generativer KI-Tools sind Stellenanzeigen für IT-Berufe stark zurückgegangen. Der Trend ist aber nicht unumkehrbar.
/ Mike Faust
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Jobprofile werden in Zukunft mehr kontrollierende und weniger ausführende Aufgaben enthalten. (Bild: Pixabay / Pexels)
Jobprofile werden in Zukunft mehr kontrollierende und weniger ausführende Aufgaben enthalten. Bild: Pixabay / Pexels

Seit dem Durchbruch generativer KI wie ChatGPT sind die Stellenanzeigen in Deutschland um rund ein Drittel zurückgegangen. Wie die FAZ (Paywall) berichtet(öffnet im neuen Fenster) , zeigt sich dieser Trend am deutlichsten in digitalen und wissensintensiven Berufen.

KI sei zwar ein zentraler, aber nicht der alleinige Faktor für diese Entwicklung, heißt es weiter. Eine schwache Konjunktur, Rezession, hohe Zinsen sowie strukturelle Krisen schwächten den Arbeitsmarkt ebenfalls ab. Zu bedenken sei, dass der Erfolg von ChatGPT, den viele Branchen miterlebten, mit dem Ende des Coronavirusaufschwungs zusammenfiel.

Aufgaben von Berufseinsteigern übernehmen KI-Tools

Dennoch zeigt die Analyse der FAZ, dass die Stellenanzeigen umso stärker zurückgingen, je höher die KI-Betroffenheit eines Berufs ist. Dabei zeigen sich vor allem in den Bereichen Softwareentwicklung, IT, Marketing, HR und Kundenservice strukturelle Brüche, die über reine Konjunktureffekte hinausgehen.

Aufgaben, die früher von Berufseinsteigern übernommen wurden, werden in diesen Branchen nun vermehrt von KI-Tools ausgeführt . Das führt dazu, dass Unternehmen verstärkt auf weniger, dafür aber erfahrenere Mitarbeiter setzen. Auch sollen Firmen KI dafür nutzen, um ihre internen Prozesse zu verschlanken.

Vom Hype zum Arbeitswerkzeug

Sobald sich die wirtschaftliche Lage wieder verbessert und die interne Neugestaltung von Arbeitsprozessen abgeschlossen ist, sollen auch die Einstellungszahlen wieder steigen. Die dabei geschaffenen Jobprofile würden allerdings weniger ausführende, sondern mehr konzeptionelle und kontrollierende Tätigkeiten beinhalten.

KI werde sich vom Hype zum Arbeitswerkzeug entwickeln, was mehr Anwendungskompetenzen erfordere. Weiter heißt es, dass alle Altersgruppen ähnlich stark von KI profitierten, wenn sie entsprechend geschult würden. Ohne entsprechende Weiterbildungsprogramme würden die Produktivitätsgewinne durch KI sonst ausbleiben .


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