RTX 3060 & AM4: Speicherkrise bringt Neuauflagen alter Hardware

Zuerst stieg der Preis für DDR5-Speicher in immer schwindelerregendere Höhen, bald werden wohl auch Grafikkarten deutlich teurer . Ein neuer PC wird damit für viele unbezahlbar. Entsprechend bleibt oft nur Aufrüsten, um zumindest Mainboard und Speicher weiter nutzen zu können. Zudem ist der Preis für DDR4-Speicher weniger rasant gestiegen.
Das macht bei Prozessoren AMDs AM4-Plattform wieder attraktiv, die der Hersteller bereits lange gepflegt hat . Hier könnte AMD das Angebot ausbauen, wie Tom's Hardware von David McAfee(öffnet im neuen Fenster) erfuhr, der als Corporate Vice President für AMDs Privatkundengeschäft zuständig ist. AMD könne, so McAfee, Produkte zurück ins AM4-Ökosystem bringen, um ein Aufrüsten noch immer weit verbreiteter Systeme mit Zen-1- oder Zen-2-CPUs auf Zen 3 zu ermöglichen.
Gemeint sein dürfte damit eine Ausweitung der Produktion, sofern AMD entsprechende Nachfrage sieht. Theoretisch könnte AMD dank Chiplet-Design auch Zen-4- und Zen-5-CPUs für die AM4-Plattform bringen. Die würden allerdings ein neues I/O-Die erforderlich machen, da beide die dritte Generation von AMDs Global Memory Interface (GMI3) nutzen. Über die sind CCD (Core Complex Die) und I/O-Die verbunden, die bislang für AM4 erhältlichen Zen 3 nutzen noch die Vorgängerversion GMI2.
Rückkehr der RTX 3060?
Eine ähnliche Frage stellte Tom's Hardware Nvidia-CEO Jensen Huang(öffnet im neuen Fenster) . Der konnte sich eine Portierung aktueller KI-Features auf mehr ältere Hardware vorstellen.
Gerüchten zufolge(öffnet im neuen Fenster) soll Nvidia zudem die 2021 vorgestellte RTX 3060 (Test) wiederbeleben. Auf Steam ist sie derzeit die beliebteste GPU, für aktuelle Spiele ist sie oft noch leistungsfähig genug . Die Ampere-Chips fertigte seinerzeit Samsung, dessen Foundry-Sparte deutlich weniger ausgelastet ist als TSMC, das ab der RTX-40-Reihe die Fertigung übernahm. Ältere Fertigungsprozesse sind zudem günstiger. Auch beim Speicher könnte das Entlastung bringen, die RTX 3060 nutzt GDDR6-Speicher, der wie DDR4 in älteren Prozessen gefertigt wird. Hierzu äußerte sich Huang allerdings nicht.
Eine dauerhafte Lösung ist allerdings auch eine Erhöhung der Produktion alter CPU- und GPU-Generationen nicht. Denn wie lange die Speicherhersteller den hier verbauten DDR4- und GDDR6-Speicher weiter produzieren, ist unklar. Zwar verschob Samsung das Ende seiner DDR4-Produktion, SK Hynix soll sie sogar ausgeweitet haben. Doch alle Hersteller wollen gleichzeitig die Produktion des margenstärkeren High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Hardware ausbauen. Der benötigt mit bis zu 16 gestapelten Speicher-Dies immense Fertigungskapazitäten. Auch bei älterem Speicher könnte die Versorgung in Zukunft also knapp werden.