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Vertragsänderung ohne Zustimmung der Kunden

Nach Golem vorliegenden Informationen hat weder RTL noch die Deutsche Telekom die Kunden im Vorfeld informiert, dass sie Teil eines Testlaufs sind und die Intensität der Werbeschaltungen erhöht wird. Zudem wurden die Abonnenten von keinem der beiden Unternehmen um Erlaubnis gebeten, die Intensität der Werbeausspielung zu verändern.

Bisher haben Abonnenten keine Kompensation dafür erhalten, dass mehr Werbung im gebuchten Abo ausgespielt wurde. Bei RTL+ gibt es ein Basic-Abo mit Werbeunterbrechungen in Filmen und Serien, das weniger kostet als das Premium-Abo.

Anfang Oktober 2025 sei der Werbeumfang für Neukunden von RTL+ Premium erhöht worden, bestätigte uns RTL. Bei Neukunden wird der Werbeanteil mit "selten" angegeben. Was RTL unter "selten" versteht, erfährt man auf den Buchungsseiten des Abos(öffnet im neuen Fenster) nicht. Nicht einmal in den AGB für RTL+ gibt es dazu Angaben(öffnet im neuen Fenster) .

RTL+ Premium ist seit Anfang Oktober 2025 anders

Auf Nachfrage von Golem erklärte RTL, dass "selten" bedeutet, "dass der RTL+ Premium-Tarif für Neukund*innen seit Anfang Oktober Pre- und Mid-Rolls beinhaltet" . Bestehende Abonnenten sollen demnach weiterhin die bisherigen Konditionen erhalten, also nur Werbung vor Filmen und Serienepisoden, aber nicht mittendrin.

"Aktuell wurden in der RTL+ App für Bestandskund*innen keine Anpassungen beim Adload vorgenommen. Mögliche Änderungen der Werbeausspielung prüfen wir vorab sorgfältig" , heißt es von RTL.

Telekom verschweigt Werbung in RTL+ Premium

Noch miserabler werden Interessenten von Magenta TV derzeit behandelt, wenn sie sich für ein Magenta-TV-Abo entscheiden, bei dem RTL+ Premium dabei ist. Auf etlichen Buchungsseiten(öffnet im neuen Fenster) für Magenta TV(öffnet im neuen Fenster) wird mit keiner Silbe mehr erwähnt, dass es sich bei RTL+ Premium um ein werbefinanziertes Abo handelt.

Besonders dreist: Der Zusatz Premium wird bei anderen Streamingabos genutzt, um darauf zu verweisen, dass das Abo keine Werbung enthält. Durch die Weglassung eines deutlichen Werbehinweises durch die Telekom könnten sich Kunden getäuscht fühlen, wenn sich nach der Buchung zeigt, dass das Abo Werbung enthält.

"Selten" und "gelegentlich" sind keine klaren Angaben

Sogar wenn das Abo konfiguriert wird(öffnet im neuen Fenster) , gibt es keinen Hinweis auf die Werbung des Abos. Es sind keine AGB verlinkt. Lediglich auf einer mühsam über die Buchungsseiten zu findenden Unterseite zu RTL+ Premium(öffnet im neuen Fenster) gibt es die Angabe, dass das Abo "gelegentliche" Werbung umfasse.

Für Kunden bleibt absolut vage, was die Telekom mit "gelegentlich" meinen könnte. Die Telekom bestätigte uns, dass damit die Schaltung von Werbung mitten in Filmen und Serien gemeint ist. "Der Umfang der Werbung im RTL+-Premium-Abonnement für MagentaTV-Kund*innen entspricht dem Werbeumfang, wie er auch beim Direktabschluss eines RTL+-Premium-Abos angeboten wird" , heißt es dazu.

Welche Schlüsse RTL und die Telekom aus dem Testlauf der Werbeaufstockung im Abo von RTL+ Premium gezogen haben, ist nicht bekannt. Es wäre wünschenswert, wenn beide Anbieter künftig Vertragsbestandteile nicht einfach so einseitig zu ändern, ohne Kunden um eine Bestätigung zu bitten und sie nicht einmal darüber informieren.

Nachtrag vom 1. Dezember 2025

Ein Golem-Leser leitete an uns eine E-Mail-Antwort des Telekom-Kundendienstes aus den zurückliegenden Tagen weiter. Darin bestätigt das Unternehmen, dass RTL einen Test zur Intensivierung der Werbeschaltungen im Abo von RTL+ Premium durchführe und dafür "zusätzlich Werbung während der geschauten Sendung" schalte.

Allerdings geht der Telekom-Kundendienst Ende November 2025 davon aus, dass dieser Test aktiv sei und noch bis zum 12. Januar 2026 laufen werde. Nach den Golem vorliegenden Informationen wurden die Werbeunterbrechungen bei RTL+ Premium in Filmen und Serien allerdings bereits Mitte November 2025 wieder eingestellt.

Nach Angaben des Telekom-Kundendienstes war der Golem-Leser "nicht der einzige Kunde, der sich darüber beschwert" hatte, dass alle RTL+-Premium-Kunden ohne Information einfach so Werbeschaltungen in Filmen und Serien erhielten. Die Telekom verweist darauf, dass die "Entscheidung, wann und in welcher Häufigkeit Werbung während eines Videos ausgespielt wird" , allein RTL obliege. Die Telekom habe darauf "keinen Einfluss" .


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