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RT-70: Ukraine zerstört strategisches Radioteleskop auf der Krim

Das ukrainische Militär hat ein massives Radioteleskop auf der russisch besetzten Krim zerstört, das für militärische Zwecke genutzt wurde.
/ Michael Linden
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Zielanflug auf RT-70 Radioteleskop in Jewpatorija (Bild: Ukrainisches Militär)
Zielanflug auf RT-70 Radioteleskop in Jewpatorija Bild: Ukrainisches Militär

Ukrainische Streitkräfte haben ein Radioteleskop mit 70-Meter-Antennenschüssel zerstört. Die RT-70-Anlage befand sich auf der von Russland völkerrechtswidrig besetzten Krim. Die Anlage diente sowohl der zivilen Forschung als auch militärischen Zwecken.

Der Angriff schaltet eine Schlüsselkomponente von Russlands militärischem Kommunikationsnetzwerk aus. Seit der Annexion der Krim 2014 hatte Russland das Teleskop für militärische Operationen umgerüstet. Die Anlage verbesserte die Genauigkeit des GLONASS-Satellitensystems um etwa 30 Prozent.

Laut Defense Express(öffnet im neuen Fenster) setzten ukrainische Kräfte Ende August 2025 eine Drohne ein, um den 200-Kilowatt-Sender des Teleskops zu treffen. Der 2011 in Moskau hergestellte Sender ist schwer zu ersetzen – ein Umstand, der eine schnelle Wiederherstellung der Anlage verhindern könnte.

Historische Bedeutung des zerstörten Observatoriums

Das RT-70-Teleskop(öffnet im neuen Fenster) war ursprünglich Teil des sowjetischen Deep Space Network und wurde Mitte der 1970er Jahre errichtet. Sowjetische Wissenschaftler nutzten die Anlage in Jewpatorija für die Kommunikation mit Venus-Forschungsmissionen. In den 2000er Jahren erlangte die Einrichtung Aufmerksamkeit durch Versuche, außerirdische Intelligenz zu kontaktieren. Forscher sandten über 20 Botschaften in Richtung potenziell bewohnbarer Exoplaneten.

Das Teleskop unterstützte auch verschiedene ESA-Missionen, darunter Mars Express und die Rosetta-Kometensonde.

Auch die ukrainische Forschungsinfrastruktur hat seit Konfliktbeginn massive Schäden erlitten. Eine UNESCO-Bewertung von 2024 beziffert die Gesamtschäden an ukrainischen Forschungseinrichtungen auf 1,26 Milliarden Dollar. Das Riesenradioteleskop in Charkiw wurde 2022 schwer beschädigt – russische Truppen entfernten Equipment und verminten das Gelände.


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