RSSB und Thales: Zugeinstieg per Bluetooth-Ticket

Für den ÖPNV wird an einem neuen E-Ticket-System gearbeitet, das den Zugang beschleunigen und auch erleichtern soll. Das Kramen nach dem Ticket entfällt dank der Reichweite von Bluetooth Low Energy. Und mithilfe einer 3D-Kamera darf auch der Koffer ohne Ärger durch die Sperre.

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Bluetooth-Zugangskontrolle als E-Ticket-Ergänzung
Bluetooth-Zugangskontrolle als E-Ticket-Ergänzung (Bild: RSSB)

Die Thales-Gruppe arbeitet an Zugangskontrollen für Bahnhöfe, die Tickets per Bluetooth erkennen können. Wie die Railway Gazette berichtet, muss der Anwender in diesem Zukunftsszenario sein Ticket nicht mehr aus der Tasche holen, da entsprechende Geräte wie Smartphones der Zugangskontrolle rechtzeitig die Fahrberechtigung mitteilen.

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Technisch setzt das System auf Bluetooth Low Energy, es braucht also ein halbwegs modernes Smartphone. Die Keypass genannten Scanner arbeiten mit einer Kombination aus Bluetooth-Funk und einer 3D-Kamera, die nahende potenzielle Fahrgäste erkennt. Durch die 3D-Kamera, die derzeit laut Railway Gazette auch in den Niederlanden und Indien getestet wird, soll zudem ein typisches Problem von Ticket Gates behoben werden. Wer schon einmal solch eine Schranke mit Gepäck passiert hat, der weiß, dass diese sich gerne im ungünstigen Moment schließen. Eine 3D-Kamera soll Nutzer mit Gepäck oder Fahrrädern zuverlässiger erkennen.

Dank eines Bluetooth-Tickets müssen die Anwender zudem nicht vor den Eingängen zum Verkehrsmittel nach ihrer Fahrkarte suchen. Das Kramen entfällt und vor allem schwer bepackte oder bewegungseingeschränkte Nutzer können sehr viel schneller durch die Zugangskontrolle. Aber auch bei allen anderen Fahrgästen erhofft sich Thales zusammen mit der britischen RSSB, einem Zusammenschluss der ÖPNV-Industrie und dem Entwickler Bytetoken, eine Beschleunigungswirkung und damit Kapazitätserhöhung gerade in viel frequentierten Bahnhöfen.

Bluetooth-System als Ergänzung

Laut dem Bericht funktioniert das auch per WLAN, wobei hier keine Details genannt werden. Es muss zudem eine App installiert sein, die offenbar die Kommunikation übernimmt, was bei WLAN wohl eine Ad-hoc-Verbindung wäre. Das Ziel ist aber, das System per Bluetooth zu betreiben. Bluetooth Low Energy hat einen so geringen Energiebedarf, dass die Funktion dauerhaft aktiv sein könnte.

Wann das System eingesetzt wird, ist noch unklar. Es gibt wohl schon Gespräche für die Implementierung im Rahmen einer Machbarkeitsstudie. Klassische Lesegeräte für E-Tickets wird das System dennoch nicht ersetzen können. Es ist vielmehr eine Ergänzung, die einen Teil des Fahrgastflusses beschleunigen könnte. Zum einen kann von Touristen nicht erwartet werden, eine entsprechende App zu installieren und zum anderen gibt es genug Nutzer, wie etwa Schüler, die kein Smartphone ihr eigen nennen und stattdessen ein E-Ticket verwenden.

In Deutschland müsste sich erst einmal das E-Ticket durchsetzen

In Deutschland ist der Einsatz auf absehbare Zeit unrealistisch. Selbst nach über einem Jahrzehnt ist die Verbreitung des E-Ticket Deutschland noch gering. Die teure Infrastruktur wird teilweise nur für einen kleinen Kundenkreis aufgebaut. Auch unterstützen viele Verkehrsunternehmen bis heute nicht den bundesweiten Einsatz des E-Ticket Deutschland. Das soll sich durch eine Initiative des Bundesverkehrsministeriums jetzt aber ändern.

In einigen Bereichen zeigen sich in Deutschland zudem aufgrund von Implementierungsschwächen nicht nur erhebliche Nachteile verglichen mit dem Papierticket. Mitunter wurden ohne Wissen der Nutzer Positionspunkte gespeichert. E-Ticket-Deutschland-Verfechter haben jahrelang behauptet, dass dies technisch nicht möglich sei. Es ist allerdings Teil der Spezifikation.

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Arsenal 21. Feb 2017

Wer schonmal in Japan, speziell in Tokio, war der hat doch live erlebt wie gut das...

blariog 21. Feb 2017

Und es stellt sich außerdem die Frage, ob sich die Akzeptanz erhöht, wenn man immer einen...

veitchen 21. Feb 2017

Nein, das ist so nicht richtig. Du verwechselst Bluetooth Classic mit Bluetooth 4.0...

as (Golem.de) 21. Feb 2017

Hallo, danke für den Hinweis, ich guck's mir gleich an und korrigiere es. Sieht etwas...


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