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RSA-Entwickler: Mit Honeywords gegen Passwortklau

Um geklaute Passwörter und deren Nutzung zu entdecken, schlagen Ari Juels und Ronald Rivest die Nutzung von Honeywords vor. Ein Angreifer kann diese nicht von den eigentlichen Passwörtern unterscheiden und geht bei der Benutzung in eine Falle, die einen Alarm auslösen kann.
/ Andreas Sebayang
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Passwortdatenbanken sollen mit Honigwörtern abgesichert werden. (Bild: David Silverman/Getty Images)
Passwortdatenbanken sollen mit Honigwörtern abgesichert werden. Bild: David Silverman/Getty Images

Ari Juels von den RSA Labs und Ronald Rivest, einer der Erfinder von RSA, schlagen Serverbetreibern die Nutzung sogenannter Honeywords vor. Honeywords heißen so in Anlehnung an den Begriff Honeypot (Honigtopf)(öffnet im neuen Fenster) und sollen Angriffe aufdecken, ohne dass der Angreifer das bemerkt. In einem Research Paper(öffnet im neuen Fenster), über das Ars Technica berichtet(öffnet im neuen Fenster), wird der Ansatz detailliert beschrieben.

Einem Nutzerzugang soll nicht nur ein Passwort zugeordnet werden, sondern mehrere. Neben dem echten Passwort existiert in der Datenbank also auch ein Honeyword. Nicht nur ausgewählte Zugänge sollen mit einem oder mehreren Honeywords ausgestattet werden. Die Forscher setzen darauf, dass sämtliche Zugänge mit so einem falschen Passwort präpariert sind. Einem Angreifer soll es dabei nicht gelingen, ein Honeyword von einem Passwort zu unterscheiden.

Sugarword, Honeywords und die Tough Nut

In der Liste der Passwörter befinden sich neben dem echten Passwort (Sugarword) eine Reihe von Honeywords sowie eine Tough Nut, die schwer zu knackende Nuss. Letzteres ist ein schwer zurückrechenbares Passwort und kann auch das echte Passwort sein.

Die Passwörter werden idealerweise während der Erzeugung des Sugarwords erzeugt und dann in zufälliger Reihenfolge abgelegt. Hier sehen Juels und Rivest allerdings auch eine Schwachstelle. Der Algorithmus zur Erzeugung der Honeywords sollte so gut sein, dass ein Angreifer nicht durch eine Analyse herausfinden kann, wie diese generiert werden. Die gestohlene Datenbank könnte sonst von den Honeywords bereinigt werden.

Diebe erlangen Kenntnis über Salt- und Hash-Parameter

Für das Szenario wird zudem davon ausgegangen, dass nicht nur die Passwortdatei verschwindet, sondern auch die Hash- und Salt-Parameter mitgenommen werden. Der Honeychecker prüft nun über eine Kommunikation mit dem eigentlichen Authentifizierungsserver, ob ein Honeyword benutzt wurde. Ist das der Fall, schlägt das System Alarm.

Der Honeychecker kennt keine Passwörter

Der Honeychecker selbst kennt weder die Passwörter noch die Honeywords. Er kennt nur die Datenbankposition des echten Passworts. Die Kommunikation zwischen dem Honeychecker und dem eigentlichen System ist daher einfach. Der Honeychecker gibt sein Okay oder verweigert es bei einem Honeyword. Er muss aber nicht so agieren. Denkbar ist, dass der Honeychecker auch ein Honeyword erlaubt und stattdessen einen stillen Alarm zum Administrator schickt und das Aufzeichnen der Logs bei dem Nutzer eines Honeywords erweitert, um so den Angreifer und dessen Methoden besser aufzuspüren. Die Forscher sehen in dem Honeychecker durchaus eine zusätzliche Schwachstelle, die besonders abgesichert werden muss, damit auch Angriffe auf die Infrastruktur hinter der eigentlichen Authentifizierung unwahrscheinlich werden. Es ist aber in jedem Fall ein zusätzlicher Schutz, den ein Angreifer erst einmal überwinden muss.

Die beiden Forscher sind sicher, dass der Honeyword-Ansatz leicht in Systeme zu integrieren ist und die Sicherheit massiv erhöht. Mit dem Risiko einer Entdeckung konfrontiert, würde sich zudem ein Angriff über Datenbanken nicht mehr so sehr lohnen. Kriminelle müssten also andere Wege finden, um an das Passwort eines Nutzers heranzukommen.

Bei einem Angriff kann es natürlich vorkommen, dass der Angreifer nicht eines der Honeywords, sondern das echte Passwort benutzt. Das ist eine Frage der Wahrscheinlichkeit und spricht für eine große Anzahl von Honeywords. Das soll auch keine Probleme für den Speicherbedarf darstellen, da es häufig üblich ist, mehrere Hashes zu speichern, damit der Nutzer bei einem Passwortwechsel nicht einfach ein älteres wiederverwendet. Dem Research Paper zufolge sollten Serverbetreiber diese älteren Passwortdaten jedoch keinesfalls speichern. Auch wenn Speicherplatz so günstig ist, dass eine größere Passwortdatenbank vor allem im Vergleich zu Nutzerdaten keine große Rolle spielt.

Zunehmende Angriffe werden ein Problem für alle Nutzer im Internet

Die Forscher empfehlen die Implementierung der Methode vor allem wegen der gestiegenen Zahl der Angriffe auf Passwortdatenbanken. Selbst große Dienste wie Evernote mit seinen 50 Millionen Nutzern hat es schon erwischt. Durch die große Anzahl von Hacks sind viele Anwender betroffen, und deren Passwörter sind damit in Passwortlisten gespeichert. Sollte ein Anwender dieses Passwort noch in anderen Diensten verwenden, ist er leicht hackbar.

Das Research Paper geht noch etwas über die reine Honeyword-Methode hinaus und gibt weitere Vorschläge zur Passwortverbesserung und damit auch einer Erhöhung der Sicherheit. Das Papier selbst ist laut den Forschern nur der Anfang für eine grundlegende Verbesserung der Sicherheit in Passwortinfrastrukturen.


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