Roy Fielding: Apache-Patch hebelt Microsofts Do-not-Track aus

Ein Patch für den Apache-HTTP-Server hebelt das von Microsofts Browser Internet Explorer 10 gesendete Do-not-Track-Signal aus. Dabei kommt der Patch aus den Reihen der W3C-Arbeitsgruppe Tracking-Protection und ist als Protest gegen Microsofts Vorgehen zu werten.

Artikel veröffentlicht am ,
Protest gegen Microsofts DNT-Voreinstellung
Protest gegen Microsofts DNT-Voreinstellung (Bild: Roy Fielding)

Roy Fielding arbeitet in der Arbeitsgruppe Tracking-Protection des W3C an einem Standard für Do-not-Track und hat einen Patch für den Apache-HTTP-Server eingereicht, der diesen Mechanismus aushebelt, sofern das Signal von Microsofts Browser IE10 kommt. Der Grund: Der IE10 sendet das Do-not-Track-Signal standardmäßig, was die entsprechende W3C-Arbeitsgruppe kategorisch ablehnt.

Stellenmarkt
  1. UI/UX Designer (m/w/d)
    OEDIV SecuSys, Bielefeld, Rostock
  2. IT-Manager* (m/w/d)
    BAM - Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Berlin-Steglitz
Detailsuche

Der Standard Do-not-Track basiert auf der Idee, Nutzern einen standardisierten Weg an die Hand zu geben, um der Werbeindustrie anzuzeigen, dass sie nicht getrackt werden wollen. Ob sich die andere Seite an diesen Wunsch hält, ist ihr überlassen. Do-not-Track wirkt sich also nur dann positiv auf den Schutz der Privatsphäre aus, wenn die Werbewirtschaft freiwillig mitmacht. Und um das zu erreichen, so die Einschätzung der W3C-Arbeitsgruppe, ist es entscheidend, dass Nutzer das Signal gezielt aktivieren. Wenn alle Browser von Haus aus ein Do-not-Track-Signal senden, wird sich wohl kein Anbieter freiwillig daran halten, so das Kalkül.

Und genau aus diesem Grund stößt Microsofts Ansatz, Do-not-Track im IE10 standardmäßig zu aktivieren, auf Kritik. Nach Ansicht von Fielding verstößt Microsoft dadurch gegen den Standard, der derzeit von der W3C-Arbeitsgruppe Tracking-Protection entwickelt wird, der auch Microsoft angehört. Und als Mitglied der Arbeitsgruppe stehe es Microsoft frei, eine Änderung des Standards zu beantragen, was aber nicht passiert sei, so Fielding, der als Chefwissenschaftler für Adobe arbeitet.

Nach Ansicht von Fielding hat Microsofts Entscheidung nichts mit einem besseren Schutz der Privatsphäre von IE10-Nutzer zu tun, denn Microsoft wisse, dass dieses falsche Signal von den entsprechenden Anbietern ignoriert werde, wodurch sich die Entscheidung kontraproduktiv auswirke.

Golem Karrierewelt
  1. Airtable Grundlagen: virtueller Ein-Tages-Workshop
    31.08.2022, Virtuell
  2. Einführung in Unity: virtueller Ein-Tages-Workshop
    13.10.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Reaktionen auf Fieldings Patch zeigen allerdings, dass viele mit seinem Vorgehen nicht einverstanden sind.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


SJ 11. Sep 2012

"einer bestimmten oder bestimmbaren Person." Die Trackinggemeinde weiss zwar nicht wer...

eiapopeia 10. Sep 2012

Welcher Browser für Android kann denn die Cookies beim Schließen löschen?

Spaghetticode 10. Sep 2012

Irgendwie scheinen die Häkchen, die man bei Extras &#8222...

mnementh 10. Sep 2012

So sehe ich das auch: Die Tracking-Lobby will DNT als Argument nutzen, wenn sie wegen...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Internet
Indien verbannt den VLC Media Player

Weder Downloadlink noch Webseite des VLC Media Players können von Indien aus aufgerufen werden. Der vermutete Grund: das Nachbarland China.

Internet: Indien verbannt den VLC Media Player
Artikel
  1. Wissenschaft: Der Durchbruch in der Kernfusion ist ein Etikettenschwindel
    Wissenschaft
    Der Durchbruch in der Kernfusion ist ein Etikettenschwindel

    National Ignition Facility hat das Lawson-Kriterium der Kernfusion erreicht, aber das gilt nur für echte Reaktoren, keine Laserexperimente.
    Ein IMHO von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  2. Microsoft & Sony: Playstation-4-Absatz doppelt so hoch wie Xbox One
    Microsoft & Sony
    Playstation-4-Absatz doppelt so hoch wie Xbox One

    Während Sony weit über 100 Millionen der PS4-Konsolen verkauft hat, erreichte Microsoft nicht einmal halb so viele Xbox-One-Geräte.

  3. THG-Prämie: Das fragwürdige Abkassieren mit der eigenen Wallbox
    THG-Prämie
    Das fragwürdige Abkassieren mit der eigenen Wallbox

    Findige Vermittler bieten privaten Wallbox-Besitzern Zusatzeinnahmen für ihren Ladestrom. Wettbewerber sind empört.
    Ein Bericht von Dirk Kunde

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bestellbar • Playstation Sale: Games für PS5/PS4 bis 84% günstiger • Günstig wie nie: SSD 1TB/2TB, Curved Monitor UWQHD LG 38"/BenQ 32" • Razer-Aktion • MindStar (AMD Ryzen 7 5800X3D 455€, MSI RTX 3070 599€) • Lego Star Wars Neuheiten • Bester Gaming-PC für 2.000€ [Werbung]
    •  /