Auch Vodafone will Bestandskunden gleichstellen

Auch der CDU-Netzpolitiker Thomas Jarzombek zeigte sich auf Anfrage "überrascht" von dieser Wendung. Schließlich hatten Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten: "Die zur Anmeldung der Router (TK-Endeinrichtungen) am Netz erforderlichen Zugangsdaten sind den Kundinnen und Kunden unaufgefordert mitzuteilen." Da ist nicht von Neukunden die Rede.

Der Kabelnetzbetreiber Vodafone/Kabel Deutschland will ebenfalls die Bestandskunden nicht benachteiligen. Konzernsprecher Volker Petendorf sagte auf Anfrage von Golem.de: "Die gesetzliche Regelung zur Endgerätefreiheit greift erst bei Verträgen, die ab dem 1. August 2016 geschlossenen werden. Bei Vodafone ist derzeit jedoch vorgesehen, dass auch Kunden im Rahmen bestehender Verträge grundsätzlich die Möglichkeit haben, eigene Kabelmodems einzusetzen, soweit diese Geräte die Anforderungen gemäß der ab 1. August geltenden Schnittstellenbeschreibung erfüllen."

Dies gilt laut Vodafone jedoch nicht für Kunden, "die speziell provisionierte Geräte beziehungsweise Produkte für ihren Anschluss gebucht haben". Zu solchen Geräten zählt allerdings nicht die derzeit von Vodafone angebotene Fritzbox 6490, sondern beispielsweise Geräte, die eine VPN-Verbindung herstellen. Vodafone hat nach eigenen Angaben derzeit knapp sechs Millionen Kunden für Breitbandinternet (Kabel und DSL).

Widerstand der Kabelnetzbetreiber bis zum Schluss

Bundestag und Bundesrat hatten im Herbst 2015 die Abschaffung des Routerzwangs beschlossen. Bis zuletzt hatten vor allem Kabelnetzbetreiber versucht, die neue Regelung zu verhindern. Branchenverbände hatten darauf hingewiesen, dass durch die Verwendung inkompatibler Endgeräte das Erreichen der vertraglich vereinbarten Datenübertragungsrate nicht sichergestellt werden könne und durch die Verwendung nicht funktionaler Endgeräte Störungen im Telekommunikationsnetz des Netzbetreibers verursacht werden könnten.

Der Routerhersteller AVM hat inzwischen eine eigene Seite eingerichtet, um über die Umsetzung des Gesetzes durch die Provider zu informieren. Neben den Kabelnetzbetreibern Unitymedia, Vodafone, Netcologne, Primacom und Telecolumbus rücken die Breitbandanbieter Wilhelm.tel, M.net, O2 und EWE noch nicht vollständig die Zugangsdaten für Breitband und Telefonie heraus.

In der Debatte um eine mögliche Zertifizierung von Kabelmodems lehnt AVM außerdem eine Einschränkung der Routerfreiheit ab. Nach einem Treffen von Routerherstellern beim Verband der Kabelnetzbetreiber (Anga) war spekuliert worden, dass die Netzbetreiber eine solche Zertifizierung planen könnten. "Innerhalb der EU ist ausschließlich der Hersteller für sein Produkt verantwortlich. Eine Zulassung oder Zertifizierung durch Dritte ist nicht vorgesehen", hatte ein Sprecher auf Anfrage von Golem.de mitgeteilt.

Nachtrag vom 20. Mai 2016, 13:30 Uhr

Wir haben die Stellungnahme der Bundesnetzagentur im dritten Absatz ergänzt.

Nachtrag vom 20. Mai 2016, 14:45 Uhr

Wir haben die Stellungnahme von Unitymedia im vierten und fünften Absatz ergänzt.

Nachtrag vom 20. Mai 2016, 15:15 Uhr

Unitymedia will nun doch allen Bestandskunden die Zugangsdaten geben. Wir haben den Text entsprechend geändert.

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 Routerzwang: Unitymedia will Zugangsdaten nun doch allen Kunden geben
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kaymvoit 25. Mai 2016

Genau. Unitymedia plant seit einem Jahrzehnt, die Republik mit seinen 10MW-Fusionsfritzen...

hmaier 23. Mai 2016

Es heißt im Gesetz: "Notwendige Zugangsdaten und Informationen für den Anschluss von...

My1 23. Mai 2016

naja die minibox die man zumindest bei einigen kabelleuten bekommt ist ja leider iirc...

Heldbock 23. Mai 2016

Ich hab auch dieses komische Technicolor Modem. WLAN kann man damit komplett vergessen...



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