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Die Fritzbox 6230, wie sie von Unitymedia vertrieben wird
Die Fritzbox 6230, wie sie von Unitymedia vertrieben wird (Bild: Unitymedia.de)

Routerzwang: FSFE warnt vor großen Nachteilen durch Provider-Geräte

Die Fritzbox 6230, wie sie von Unitymedia vertrieben wird
Die Fritzbox 6230, wie sie von Unitymedia vertrieben wird (Bild: Unitymedia.de)

Der Routerzwang der Netzprovider stößt weiter auf Kritik. Die Free Software Foundation Europe befürchtet große technische Einschränkungen für Nutzer und sieht die Sicherheit der heimischen Rechner gefährdet.

Die Free Software Foundation Europe (FSFE) hat sich in einer ausführlichen Stellungnahme gegen den Einsatz von vorgeschriebenen Routern durch die Telekommunikationsprovider gewandt. In ihrem 14-seitigen Schreiben listet die Organisation eine ganze Reihe von Gründen auf, die gegen den Routerzwang sprechen. So entstehe eine "Monokultur an Geräten", mit der sich signifikant die Wahrscheinlichkeit erhöhe, "dass durch fehlerhafte oder unsichere Geräte Botnetze aufgebaut werden oder im großen Stil relevante Daten von Individuen und Firmen abgehört oder zweckentfremdet werden". Der Provider ziehe in der Regel das günstigste Gerät vor, "ohne auf technische Spezifikationen, Sicherheitsausstattung, langfristige Pflege oder Kombinationsmöglichkeiten zu achten".

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Die FSFE sieht vor allem bei Kabelmodems starke Einschränkungen für die Nutzer. Nicht nur, dass der Kunde sich schon beim Kauf für ein bestimmtes Gerät entscheiden müsse und dies später nicht mehr ändern könne. Auch technisch könne es Probleme geben. "Ein eigener Router lässt sich zwar bei Einsatz des Protokolls IPv4 mit Hilfe eines zweiten NAT hinter dem vom Provider vorgeschriebenen Gerät betreiben, dies gilt jedoch nicht für die sich immer stärker etablierende Version 6 des IP-Protokolls, welches schon auf mittelfristige Sicht Version 4 ablösen wird", schreibt die Organisation. Den Tests zufolge beherrschen die von Kabel Deutschland gelieferten Hiltron- und Compal-Geräte die IPv6-Prefix-Delegation nicht, so dass kein IPv6 in brauchbarer Weise an nachgeschalteten Routern und Endgeräten des Kunden genutzt werden könne.

Viele technische Einschränkungen möglich

Probleme entstünden auch dadurch, dass sich einige Endgeräte besser mit DHCPv6, andere besser mit SLAAC oder mit einer Kombination von beiden Vergabeprotokollen betreiben ließen. "Bei von Providern vorgegebenen Geräten sind dabei häufig keine Einstellungsmöglichkeiten vorhanden und viele Routermodelle unterstützen ausschließlich SLAAC", schreibt die FSFE. Dadurch ließen sich nicht alle Endgeräte problemlos betreiben. Auch gebe es viele Nutzeranwendungen, für die ein direkter Zugriff auf den Router erforderlich sei. Als Beispiele nennt die FSFE Onlinespiele, für die häufig die Freischaltung eines Ports im Router nötig sei, damit die Kommunikation mit anderen Spielern oder den Spieleservern erfolgen könne. Auch benötigten VoIP-Telefone, SIP-Dienste oder der Zugriff vom oder zum Heimnetzwerk über verschiedene Daten- oder Tunnelprotokolle (FTP, SSH, PPTP etc.) oftmals freigegebene Ports.

Zwar räumt die FSFE ein, dass die Akzeptanz der vorgeschriebenen Router durchaus "kurzfristig im Sinne der Anwender" sein könne. Mittel- und langfristig entstünden durch verminderten Wettbewerb und den Aufbau geschlossener Systeme mehr Nachteile als Vorteile. "Die Abhängigkeit von Providern, Herstellern und deren erlaubten Geräten wird auch in anderen Sparten den technischen Fortschritt einschränken und enorme Folgeprobleme verursachen. Es sollte daher nicht das durchgesetzt werden, was technisch machbar ist, sondern das, was den Wettbewerb fördert und dadurch langfristig Weiterentwicklung, Unabhängigkeit und Produktauswahl ermöglicht."

Konsumentenbund sieht Anspruch auf Zugangsdaten

Auch der Deutsche Konsumentenbund, der nach eigenen Angaben 2.700 nichtgewerbliche Mitglieder vertritt, wandte sich gegen den Routerzwang. Es sei "dringend geboten und rechtlich zwingend, den Router nicht als zum Netz des Providers gehörig anzusehen", heißt es in einer zehnseitigen Stellungnahme. Die Verbraucher hätten einen Anspruch auf die Mitteilung notwendiger Zugangsdaten, um sich mit einem Endgerät Zugang zum Netz eines Providers zu verschaffen. Eine andere Regelung sei mit dem EU-Recht nicht zu vereinbaren.

Bis zum 6. November 2013 nimmt die Bundesnetzagentur noch Stellungnahmen zum Thema Routerzwang entgegen. In einem Schreiben hatte die Agentur verschiedene Modelle skizziert, die von Providern, Herstellern und Organisationen bewertet werden können. Zuletzt hatte die Netzagentur den Anschein erweckt, als stelle sie sich auf die Seiten der Internetprovider. "Es sah zum Teil so aus, als ob die Bundesnetzagentur sich bei der formellen Anhörung zum Routerzwang dafür entscheidet, dass das Gerät und nicht die TAE-Dose den Netzabschluss bildet", hatte Golem.de von einem Routerhersteller erfahren.


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Bassa 06. Nov 2013

Hm, mein Speedport sah weder aus wie eine Fritz!Box noch erinnerte die Steueroberfläche...

MarkusSwoboda 06. Nov 2013

Wo kommen wir denn hin? jetzt kooperiert der Provider dann mit Geheimdiensten und spielt...

Donnerstag 06. Nov 2013

Nö, auch das Modem hat nicht das "Recht" zum Netz zu gehören. Oder willst du im nächsten...

Anonymer Nutzer 05. Nov 2013

In Österreich gibt es den § 125 im StGB der wie folgt lautet: "Wer eine fremde Sache...

Anonymer Nutzer 05. Nov 2013

Solang bis sie durch einen billigeren Exklusivpartner ersetzt werden, so kurzsichtig...



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