Routersicherheit: Fritzbox-Lücke gewährt Angreifern Blick ins lokale Netz

Eine Schwachstelle in FritzOS ermöglicht es Angreifern, über in Webseiten eingebettetes Javascript sicherheitsrelevante Informationen über das lokale Netzwerk abzugreifen. AVM hat ein Update angekündigt, stuft die Gefahr aber als gering ein.

Artikel veröffentlicht am ,
Lücke in FritzOS ermöglicht tiefen Einblick ins lokale Netz.
Lücke in FritzOS ermöglicht tiefen Einblick ins lokale Netz. (Bild: AVM)

Derzeit klafft offenbar eine Lücke in der Firmware von AVM-Routern, mit der zuvor präparierte Webseiten Interna über das lokale Netzwerk eines Fritzbox-Nutzers in Erfahrung bringen können. Berichten zufolge ist es Angreifern so möglich, unter anderem Hostnamen, lokale IP-Adressen und die MAC-Adressen der mit der Fritzbox verbundenen Geräte abzugreifen. Dabei genüge es, dass Fritzbox-Nutzer eine beliebige Webseite mit bösartigem Javascript-Code ansteuern.

Stellenmarkt
  1. Digitalisierungsprojektleite- rin / Digitalisierungsprojektleiter (m/w/d)
    Kreis Paderborn, Paderborn
  2. SAP ABAP/UI5 Entwickler (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Frankfurt am Main
Detailsuche

Eine Angriffstechnik namens DNS-Rebinding ermögliche es, mit einer eigentlich für die Konfiguration vorgesehenen Schnittstelle der Fritzbox zu kommunizieren. Obwohl diese eigentlich passwortgeschützt ist, stehen einzelne Funktionen offenbar auch ohne Authentifizierung zur Verfügung. Dies sei möglich, weil die Schnittstelle auch an die IPv6-Adresse der Fritzbox gebunden ist, und der eingebaute DNS-Rebinding-Schutz dort nicht greift, wie Heise Security berichtet.

AVM reagierte nur langsam

Der Fehler wurde ursprünglich von Birk Blechschmidt entdeckt, der ihn nach eigenen Angaben bereits am 17. März an den Fritzbox-Hersteller AVM meldete. Weil dieser offenbar länger als 90 Tage lang nicht reagierte, entschloss sich Blechschmidt dazu, die Lücke zu veröffentlichen. Zwischenzeitlich wurde sein Blogeintrag offenbar aber wieder entfernt.

Bei AVM schätzt man die Gefahr durch die Lücke als gering ein, weil ein Zugriff auf das Netzwerk nicht möglich sei. "Bei Geräten mit aktivierter IPv6-Verbindung ist es unter sehr unwahrscheinlichen Umständen bei längerem Besuch einer böswilligen Webseite möglich, dass Informationen von Heimnetz-Geräten sichtbar sind", heißt es in einer Erklärung vom 4. Juli. Warum der Besuch einer bösartigen Webseite "sehr unwahrscheinlich" sein solle, sagt AVM nicht. Zugangsdaten, E-Mail-Adressen oder Telefonnummern von Nutzern seien durch die Lücke nicht in Gefahr.

Workaround bis zum Patch

Golem Karrierewelt
  1. Adobe Photoshop Aufbaukurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    25./26.08.2022, Virtuell
  2. Apache Kafka Grundlagen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    22./23.11.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

AVM kündigte an, die Lücke "in kommenden Versionen" von FritzOS zu schließen. In welchem Zeitrahmen die neuen Versionen geplant seien, teilte AVM auf Anfrage nicht mit. Eine Pressesprecherin verwies im Gespräch mit Golem.de auf die Regelmäßigkeit vergangener Updates von FritzOS.

Damit bleiben die derzeit aktuellsten FritzOS-Versionen 6.8.3 und 6.8.5 vorerst angreifbar. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann bis dahin die IPv6-Unterstützung seiner Fritzbox deaktivieren.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Harzgeist 19. Mai 2019

Sorry, dass ich einen alten Thread ausgebuddelt habe. Aber sogar bei meiner soeben frei...

Andre_af 09. Jul 2017

Dienste wie IPv6? Wow... wieder einer der anscheinend null kapiert hat wie der ganze...

Flexy 08. Jul 2017

Ja, weil bei Unitymedia & Co. mit DS-lite eben kein echtes IPv4 mehr geht. Der Anschluss...

goto10 08. Jul 2017

Aus dem Artikel: "AVM kündigte an, die Lücke "in kommenden Versionen" von FritzOS zu...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Hacking
Der Bad-USB-Stick Rubber Ducky wird noch gefährlicher

Mit einer neuen Version des Bad-USB-Sticks Rubber Ducky lassen sich Rechner noch leichter angreifen und neuerdings auch heimlich Daten ausleiten.

Hacking: Der Bad-USB-Stick Rubber Ducky wird noch gefährlicher
Artikel
  1. Kilimandscharo: Tanzania Telecommunications bringt Glasfaser auf 3.720 Meter
    Kilimandscharo
    Tanzania Telecommunications bringt Glasfaser auf 3.720 Meter

    Der Campingplatz Horombo Hut bietet Glasfaser-Internet auf 3.720 Meter Höhe. Bald soll auch der höchste Berggifel des Kilimandscharo versorgt werden..

  2. E-Mountainbike Graveler 29 Zoll: Aldi verkauft Mountain-E-Bike von Prophete
    E-Mountainbike Graveler 29 Zoll
    Aldi verkauft Mountain-E-Bike von Prophete

    Aldi bietet ein sportliches E-Bike für knapp 1.000 Euro an. Das Graveler 29 Zoll ist für unwegsames Gelände und die Stadt gedacht und dabei recht leicht.

  3. Sprachanschlüsse: Telekom erhöht die Preise
    Sprachanschlüsse
    Telekom erhöht die Preise

    Wer nur telefonieren will, muss bei der Telekom etwas mehr zahlen. Das betrifft die Call-Start-Tarife.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • 10%-Gaming-Gutschein bei eBay • Grafikkarten zu Tiefpreisen (Palit RTX 3090 Ti 1.391,98€, Zotac RTX 3090 1.298,99€, MSI RTX 3080 Ti 1.059€) • PS5 bei Amazon • HP HyperX Gaming-Maus 29€ statt 99€ • MindStar (ASRock RX 6900XT 869€) • Bester 2.000€-Gaming-PC [Werbung]
    •  /