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Vorteile dedizierter Fiber-Fritzboxen

Hat es Vorteile, eine dedizierte Fiber-Fritzbox zu kaufen? Nun ja, das andernfalls nötige, externe ONT-Kästchen und dessen separates Netzteil werden entfällt, weil die Modembauteile quasi in die schon stromversorgte Fiber-Fritzbox hineinverlegt werden. Optisch und ästhetisch ist es sicherlich ein Gewinn, wenn weniger Kästchen und Käbelchen an der Wand hängen.

Richtig schön sind auch die AVM-typischen Glasfasergrafiken und -statistiken. Die konnte ich im Frühling 2022 mit der seinerzeit brandneuen Fritzbox 5590 Fiber im Testlabor von M-net an einer maximal-performanten GPON-Leitung testen (g+).

Über diese Fritz-Grafiken freut sich mancher Technikfan, alle anderen wird so etwas kaum beeindrucken. Doch die stille Hoffnung von Fritz-Fans lässt sich nicht bestätigen, dass Speedwerte und Pingzeiten mit integrierten Fiberboxen spürbar besser werden als mit externen ONT-Lösungen.

Nicht-Fiber-Fritzboxen hinter Fiber-ONT

Die guten Glasfaserwerte bei Speed, Ping und Stabilität lassen sich auch ohne spezielle Fiber-Fritzboxen genießen: mit fast jeder WAN-fähigen Fritzbox hinter einem externen ONT-Modemkästchen.

Ein ONT ist der offizielle Netzabschluss des Internet-Providers im eigenen Zuhause. Da kommt das Internet mittels Laserlichtimpulsen aus dem Glasfaserkabel (grün) herein. Im ONT wird es in elektrische Impulse umgewandelt, die per Kupfer-LAN-Kabel (gelb) an den häufig blauen WAN-Port von Fritzbox und Konsorten weitergeleitet werden können. Alternativ kann das Internet am gelben LAN-1-Port in den Router zugeführt werden. Das ONT-Kästchen wird auch als Glasfasermodem oder Medienumsetzer bezeichnet.

Wenn das ONT-Kästchen dem Internetprovider gehört, kann und darf dieser per Ferndiagnose in das Kästchen hineinschauen, etwa um Fehler zu diagnostizieren. Endkunden können das in der Regel nicht selbst tun.

Kauft sich jemand dagegen eine eigene Fiber-Fritzbox, darf der Provider in dieses Privateigentum des Kunden nicht hineinschauen, auch nicht in Zweifels- oder Fehlerfällen, obwohl er es technisch könnte.

Wenn Kunden dann ein schlechtes, langsames oder instabiles Internet reklamieren, kann der Provider nicht aus der Ferne diagnostizieren, ob das Problem wirklich aus dem Glasfasernetz kommt oder aus dem WLAN des Kunden. Dies ist in der Praxis der häufigste Grund für Reklamationen.

Schon deshalb bevorzugen viele Internetanbieter die externe ONT-Kästchen-Lösung gegenüber der ONT-Modem-Funktion in einer von Kunden selbst gekauften, privaten Fiber-Fritzbox. Viele Dienstleister geben das nicht offen zu, weil sie offiziell hinter der sogenannten Routerfreiheit stehen wollen. Sobald Kunden also den Direktanschluss einer privaten Fiber-Fritzbox verlangen, muss und wird fast jeder Provider das klaglos umsetzen.

DSL-Fritzboxen 7490, 7590, 7690 hinter Fiber-ONT

Hinter einem Provider-ONT lassen sich fast alle besseren DSL-Fritzboxen der 7000er-Serie betreiben, auch die verbreitete DSL-Fritzbox 7490.

Genauso sinnvoll funktioniert das mit jeder gut erhaltenen Fritzbox 7590: Im Normalfall holt die 7590 das Internet über den grauen DSL-Port mit maximal 250 MBit/s in das Heimnetz und verteilt es über LAN und/oder WLAN im Haus oder in der Wohnung.

Noch schneller, besser und stabiler bekommt die gleiche 7590 das Internet hinter einem 1.000-Megabit-ONT über den blauen WAN-Port und kann es mit mehr als 900 MBit/s netto in das restliche Heimnetz einspielen. So erwacht eine gut erhaltene Fritzbox 7590, Marktstart im Jahr 2017, zu nie gekannter Internetpower.

Noch ein Vorteil: Wer eine vorhandene Fritzbox 7590 vom DSL abklemmt und hinter einem ONT-Kästchen weiter betreibt, muss nicht einmal die LAN-, WLAN- und DECT-Endgeräte auf eine neue Fritzbox umziehen. Eleganter geht ein Umzug von DSL auf Glasfaser nicht.

Und was für 7490 und 7590 gilt, trifft erst recht für die noch stärkeren und jüngeren DSL-Fritzboxen 7590 AX und 7690 zu (g+).


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