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New Gen FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90

Eine völlig neue Fritzbox-Generation alias New Generation wurde im September 2026 angekündigt, auf der Unterhaltungselektronik-Messe Ifa in Berlin.

Neu ist vor allem die äußere Erscheinung: quadratisch! Ob sie auch praktisch und gut ist, kann man erst nach intensiven Tests und Messungen sagen. Doch das kann dauern, denn zwischen Laufsteg und Marktstart vergingen bei früheren AVM-Boxen schon öfter mal ein bis zwei Jahre.

Die neue Namenslogik

Ganz neu ist auch die Namenslogik: Die Neue heißt Fritzbox DSL/Fiber 7-90. Erst kommen hinter Fritzbox die verbauten Modems, in diesem Fall DSL und Fiber, also Glasfaser. Danach die WLAN-Generation, also 7 für Wi-Fi 7. Und nach dem Minus-Zeichen kommt die Baureihe, also die 90 für die High-End-Boxen.

Damit wird klar: Die 7-90 hat eine große Nähe zur 5690 Pro, die ebenfalls fest verbautes DSL und steckbare Fiber-Modems unter der Haube hat.

Noch ist unklar, ob die 7-90 eine Sparversion oder eine Verbesserung der 5690 Pro wird: Die neue Generation hat nämlich nur noch einen Taster und ein Lämpchen: Die 5690 Pro dagegen hatte noch zwei rote Taster, einen für den WLAN-Funk, um ihn mechanisch ein und auszuschalten, und einen weiteren namens CONNECT, um Kopplungen mit WLAN-, DECT- und Zigbee-Endgeräten einzuleiten. Bei der neuen Box muss man entweder seine Morse-Künste an dem einen Knopf trainieren oder alles nur noch via Software im Browser oder via App am Smartphone steuern.

Auch die fünf grünen LEDs an der 5690 Pro informieren ruckzuck auf einen Blick, ob Internet an der Box anliegt, ob das WLAN funkt oder nicht, ob gerade Telefonate über die Box laufen, ob eine Sprachnachricht in der Box wartet und so weiter. Wer das altmodisch findet, ist mit dem neuen Gerät besser dran. Es hat laut Specs nur ein einziges LED-Lämpchen.

Auf alle Fälle dürfte die Weglassung von Tastern und Lämpchen Produktionskosten sparen. Und was an der Box nicht dran ist, kann auch nicht kaputt gehen. Das senkt also auch die Kosten für Garantiefälle innerhalb der ersten fünf Jahre.

Die neue Kabelführung

Auch die Kabelführung wird radikal verändert. Bei der alten 5690 Pro (rechts im Bild) gehen alle Kabel frei und gut sichtbar nach hinten weg. Bei der New Generation (links im Bild) gehen alle Kabel voll verdeckt nach unten weg und dann in einem Strang nach hinten oder seitlich aus der Box heraus. Wer alle LAN/WAN-Ports mit hochwertigen Cat.6-, Cat.7- oder gar Cat.8-Kabeln bestückt, wird sich fragen, wie er so einen Kabelbaum durch den dünnen Schlitz an der neuen Box herausbringt.

Schon wieder kein XGS-PON

Doch nun zum Innenleben: Beide Boxen, die 7-90 wie die 5690 Pro, bedienen Glasfaser via SFP nur bis GPON 2,5 Gigabit und AON bis 1,0 Gigabit. XGS-PON bis 10 Gigabit können beide nicht, im Gegensatz etwa zu den viel älteren Fiber-Boxen 5530 und der 5590 vom Frühling 2022. Wer also das Glück hat, modernste XGS-PON-Glasfaser ins Haus und in die Wohnung zu bekommen, ist mit der neuen 7-90 aus 2026 genau so falsch bedient wie mit der älteren 5690 Pro aus dem Startjahr 2024.

Bei den Multi-Gigabit-Ethernet-Ports hat die 5690 Pro nur eine einzige 2,5-Gigabit-WAN/LAN-Buchse. Die New Generation 7-90 hat zusätzlich eine zweite 2,5-Gigabit-LAN-Buchse. Wer schon ein 2,5-Gigabit-NAS-Speicher-System hat, wird sich freuen, dass er den Multi-Gig-Speed nun leichter im Heimnetz verteilen kann, ohne gleich einen gesonderten Multi-Gigabit-Switch kaufen zu müssen.

Last but not least zum WLAN: Die 5690 Pro musste und muss noch immer mit dem Mangel leben, dass sie bei 2,4 GHz nur maximal Wi-Fi 6 beherrscht und lediglich bei 5 und 6 GHz auch das volle Wi-Fi 7 inclusive MLO alias Multi-Link-Operation.

Auch wenn MLO anfangs eh nur ein schmerzhafter Krampf war, kann die 7-90 nun alle drei Bänder bei 2,4 und 5 und 6 GHz mit echtem Wi-Fi 7 funken, also hoffentlich auch alle drei Bänder mit MLO-Support.

Dafür wurde die Bandbreite im 6-GHz-Band bei der neuen Box von 4x4- auf 2x2-Support halbiert, was aber 99 Prozent der Käufer im echten Leben vorerst kaum spüren dürften, weil sie noch keine 6-GHz-Endgeräte mit 4x4-Stream-Wi-Fi-7 besitzen, denn es gibt fast keine. Auch die modernsten Wi-Fi-7-Laptops funken in der Regel nur 2x2, aus zwei Antennen, auch bei 6 GHz. Smartphones ebenfalls.

Das Zwischenfazit zur New Gen Fritzbox: So lange man die 9-70 nicht intensiv testen kann, ist schwer zu sagen, ob sie nun über oder unter der 5690 Pro zu sehen ist. Es kommt auch sehr darauf an, ob man den zweiten 2,5-Gigabit-LAN-Port der neuen 9-70 braucht und das verbesserte Wi-Fi 7 bei 2,4 GHz wertvoller findet als den brachialen Speed bei 6 GHz, den man eh noch kaum nutzen kann. Dass auch die neue Box schon wieder kein XGS-PON kann, ist anno 2026/2027 eine herbe Enttäuschung. Da hat die neue Fritz GmbH bei den Glasfaserboxen wieder eine Chance verpasst.

Fazit

Die Fritz GmbH hat eine verwirrende Vielfalt an Fritzboxen mit steckbaren oder fest auf der Hauptplatine integrierten Modems für die Glasfaser-Gattungen AON, GPON und XGS-PON entwickelt und auf den Markt gebracht.

Für viele Glasfaser-Neukunden kann es aber bequemer sein, die sowieso schon vorhandene DSL-oder Kabel-Fritzbox einfach nur hinter einem externen Glasfaser-ONT-Miet-Modem-Kästchen des Providers weiterzubetreiben. So lassen sich die circa 300 Euro für eine neue Fiber-Fritzbox sparen und die im Heim schon vorhandenen LAN-, WLAN- und DECT-Endgeräte müssen erst gar nicht neu mit einem neu gekauften Router verbunden werden.

Etwas ungewohnt ist der Gedanke, dass sich auch die jüngsten Mesh-Sets von Fritz, aber auch von Devolo und Weiteren, ganz ohne Fiber-Fritzbox direkt an ein externes Glasfaser-Modem-ONT-Kästchen eines Fiber-Providers anschließen lassen.

Das beantwortet die Fragen vom Anfang der Story: DSL-Fritzbox für den DSL-Anschluss? Ja! Cable-Fritzbox für den Kabelanschluss? Ja! Fiber-Fritzbox für den Glasfaser-Anschluss? Jein! Es geht auch ohne Fiber-Box.


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