Router mit Adblocker: Französischer Provider blockiert Werbung

Mit der neuen Firmwareversion 1.1.9(öffnet im neuen Fenster) für seinen Freebox genannten DSL-Router integriert der französische Provider Free(öffnet im neuen Fenster) einen Adblocker in den Router. Dieser funktioniert laut französischen Medienberichten(öffnet im neuen Fenster) zwar nicht sehr zuverlässig, sorgt aber für Diskussionen.
Die New York Times spekuliert(öffnet im neuen Fenster) , Free-Gründer Xavier Niel versuche auf diesem Weg, Google eins auszuwischen und habe bei einigen Unternehmen die Alarmglocken klingeln lassen. Niel reagiere damit auf den Ausgang des ITU-Treffens im Dezember 2012, bei dem eine Aufweichung der Netzneutralität gescheitert war. Niel habe sich früher wiederholt darüber beklagt, dass der Datenverkehr von Google, insbesondere von dessen Tochter Youtube, Frees Netze überlaste. Geht es nach Niel, soll Google für den Ausbau der Leitungskapazität zwischen Free und Google zahlen, oder anders gesagt, der Content-Anbieter Google soll dafür bezahlen, dass seine Daten die Kunden von Free erreichen.
Während sich Google nicht zu Frees Vorgehen geäußert hat, meldet sich der Verband Spiil zu Wort, in dem einige französische Nachrichtenwebsites organisiert sind. Kein Internetprovider habe das Recht, darüber zu entscheiden, auf welche Inhalte seine Kunden Zugriff haben. Allerdings können die Kunden entscheiden, ob sie den Adblocker im Router ein- oder ausschalten wollen.
Free ist laut New York Times mit 5,2 Millionen Kunden hinter Orange mit 9,8 Millionen Kunden die Nummer 2 in Frankreich.
Nachtrag vom 8. Januar 2013, 15:35 Uhr
Mittlerweile hat Free angekündigt, den Adblocker wieder abzuschaffen.



