Router: Fritzbox-Updates drosseln Gigabit-Anschlüsse
Besitzer der aktuellen Premium-Router von Fritz! berichten derzeit über signifikante Performance-Einbußen nach dem Update auf FritzOS 8.2, beziehungsweise entsprechende Labor-Versionen. Das meldet unter anderem Deskmodder(öffnet im neuen Fenster) . Betroffen sind primär die Wi-Fi-7-Modelle Fritzbox 5690 Pro und Fritzbox 7690. Trotz einer korrekten Synchronisation am Anschluss bricht die effektive Datendurchsatzrate bei einigen Konfigurationen massiv ein. In Extremfällen sinkt die Geschwindigkeit von einem Gigabit auf unter 100 MBit/s ab.
Das Problem tritt laut Nutzerberichten vor allem dann auf, wenn die Router nicht direkt am DSL- oder Glasfaseranschluss hängen, sondern über ein externes Modem am WAN- oder LAN-Port betrieben werden. Neben der geringen Bandbreite klagen Anwender zudem über instabile Ping-Zeiten, was insbesondere bei Latenz-kritischen Anwendungen wie Onlinegaming zu Problemen führt.
Hardwarebeschleunigung kollidiert mit Wi-Fi-7-Chipsatz
Die technische Ursache für die Drosselung liegt offenbar in der Hardwarebeschleunigung des Routers. Diese Funktion ist dafür zuständig, den Hauptprozessor zu entlasten, indem spezialisierte Schaltkreise das Routing der Datenpakete auf Layer-2- oder Layer-3-Ebene übernehmen. In der aktuellen Firmware-Iteration scheint es jedoch zu einem Konflikt zwischen FritzOS und den neuen Chipsätzen der Wi-Fi-7-Generation zu kommen. Anstatt den Datenfluss effizienter zu gestalten, blockiert die fehlerhafte Logik den Durchsatz.
Dass ausgerechnet die Premium-Modelle betroffen sind, führt zu Unmut in der Community. Die Fritzbox 5690 Pro wird im Handel teils für über 300 Euro angeboten und richtet sich explizit an Enthusiasten, die maximale Leistung erwarten.
Verstecktes Menü bringt temporäre Abhilfe
Eine offizielle Stellungnahme oder ein finaler Patch seitens AVM stehen derzeit noch aus. Betroffene Nutzer können die künstliche Drosselung jedoch laut Deskmodder manuell umgehen. Konkret soll sich die fehlerhafte Paketverarbeitung über eine versteckte Support-Seite deaktivieren lassen. Diese ist nicht über die reguläre Menüstruktur erreichbar, sondern Nutzer müssen sie direkt im Browser über die Adresse http://fritz.box/support.lua aufrufen. Im unteren Bereich der Seite findet sich dann die Option, die Hardwarebeschleunigung abzuschalten.
Nach der Deaktivierung übernimmt die CPU die vollständige Verarbeitung des Datenverkehrs. Dies führt zwar zu einer höheren Prozessorlast und einer geringeren Energieeffizienz, soll aber die volle Bandbreite und stabile Latenzen sofort wieder herstellen. Ein dauerhafter Fix ist dies jedoch nicht: Da die Hardwarebeschleunigung für einen effizienten Betrieb vorgesehen ist, reaktiviert FritzOS die Funktion nach jedem Neustart des Routers automatisch.
Mehr zu Routern gibt es beispielsweise in unserem TP-Link-Ratgeber zu lesen.
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