Rotorblattschaden: Deutschlands größter Offshore-Windpark muss auf Start warten
Wie zuerst das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) berichtet hat, muss die offizielle Einweihung der Stromeinspeisung des Offshore-Windparks He Dreiht (niederdeutsch für Er dreht) verschoben werden. Aus bisher ungeklärten Gründen ist eines der 115 m langen Rotorblätter abgebrochen und ins Meer gestürzt.
Die Windkraftanlagen vom Typ V236-15 stammen von dem dänischen Hersteller Vestas. Die 15‑Megawatt-Anlagen mit einem Rotordurchmesser von 236 m kommen in He Dreiht erstmals zum Einsatz. Deshalb sollen vorsorglich sämtliche Blätter geprüft werden, um weitere unerwartete Beschädigungen zu vermeiden.
Geplant war für den 17. September eine Einweihung des Offshore-Windparks 85 km nördlich von Borkum mit Bundesumweltminister Carsten Schneider. Laut Handelsblatt wird der Termin um knapp drei Monate in den Dezember verschoben.
24 Jahre in Planung
Sollte der Start im Dezember gelingen, wäre der Windpark mit 64 Windkraftanlagen und einer Leistung von insgesamt 960 Megawatt – was auf dem Niveau eines großen Kraftwerks liegt – nach mehr als 24 Jahren Planungszeit fertiggestellt.
Im Jahr 2002 war der Windpark mit 119 Anlagen und je 4,5 Megawatt geplant worden. Die Genehmigung wurde später auf 80 Windkraftanlagen geändert. Anschließend erwarb EnBW, das auch Betreiber von He Dreiht ist, die Rechte an der Realisierung des Projekts.
In der jetzigen Form wurde der Park erst 2017 genehmigt. Sieben Jahre später erfolgte der Baustart. Die gesamte Bauzeit von knapp zwei Jahren ist durchaus beachtlich. Bereits seit Ende 2025 laufen Tests der Stromerzeugung.
Gekostet haben soll das Projekt 2,4 Milliarden Euro. Grob geschätzt lassen sich aus dem Windpark drei Milliarden Kilowattstunden pro Jahr ins deutsche Stromnetz einspeisen.
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