Rotes Meer: DE-CIX muss wegen durchtrennter Seekabel umrouten
Die durchtrennten Seekabel vor der Küste des Jemens im Roten Meer beeinträchtigen auch den Internetverkehr in Deutschland. Dies sagte Thomas King, Technikvorstand des deutschen Internetknoten-Betreibers DE-CIX, dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) . Das Unternehmen, das sich auf dem betroffenen Kabel Asia-Africa-Europe 1 (AAE-1) eingemietet hatte, sei bereits am 24. Februar 2024 über die Störung informiert worden. Man habe entsprechenden Datenverkehr zwischen Europa und Asien über ein intaktes Kabel umgeleitet, sagte King. Das sei "business-as-usual" .
Wie die Seekabel durchtrennt wurden und wer für den Vorfall verantwortlich ist, war bislang umstritten. Die jemenitische Regierung hatte die Huthi-Miliz ins Spiel gebracht, die eine Beteiligung Agenturberichten zufolge jedoch bestritt.
Huthi-Milzen nur indirekt für Seekabelschaden verantwortlich
King sagte dem Handelsblatt, dass der Anker eines von den Huthi angegriffenen Tankschiffs die Kabel beschädigt habe. Entsprechende Informationen habe DE-CIX von der Betreibergesellschaft des AAE1-Kabels erhalten. "Das Schiff trieb offenbar führerlos durchs Rote Meer."
AAE-1 (Asia-Africa-Europe 1)(öffnet im neuen Fenster) ist ein 25.000 Kilometer langes Seekabel, das 2017 online ging und 20 Landepunkte in Afrika, Europa und Asien verbindet. Es führt über Hongkong, Vietnam, Kambodscha, Malaysia, Singapur, Thailand, Indien, Pakistan, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Jemen, Dschibuti, Saudi-Arabien, Ägypten, Griechenland, Italien und Frankreich. Es wurde ursprünglich von Subcom und NEC mit 100-GBit/s-Technologie für eine Systemkapazität von mehr als 40 TBit/s auf fünf Faserpaaren entwickelt und nach einem Zwischenschritt im Jahr 2022 auf 100 TBit/s aufgerüstet.
Im Juni 2022 wurde das AAE-1 bereits einmal auf dem ägyptischen Festland durchtrennt.
Der DE-CIX (Deutscher Commercial Internet Exchange) bietet Peering-, Cloud- und Interconnection-Services.
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