Eigene Produktionsanlage im Keller

Dabei ist der Bestückungsautomat alles andere als ein Plug-and-Play-Gerät: Eine wirkliche Anleitung dafür hat Haupt nicht, lediglich eine Art Referenzhandbuch. "Da steht dann am Anfang, wie man die Schriftgröße im Bedienprogramm ändert. Da habe ich mich schon gefragt: Was soll ich mit dieser Information? Die Maschine verwendet einen Windows-NT-Kernel, die Daten werden per Diskette eingegeben. Es gibt lauter Knöpfe, von denen ich erst nicht wusste, was sie überhaupt machen." Außerdem musste Haupt noch zahlreiche neue Feeder kaufen, die der Maschine die Teile zuführen - die mitgelieferten waren für ihre Bauteile nicht geeignet.

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Den Vorbesitzer hat sie insgesamt nur dreimal wegen Problemen gefragt, bei denen sie nicht weiterkam. "Ich bin niemand, der andere gerne mit Fragen nervt", sagt Haupt. Den Rest hat sie sich durch Learning by Doing und eigene Recherche angeeignet.

Problemlos war das nicht: So dachte Haupt eine Zeit lang, dass sie die Maschine beim Aufbau beschädigt habe. Tatsächlich war der Bestückungsautomat lediglich auf eine andere Drehstromzahl eingestellt, als sie angelegt hatte. Nach einer Korrektur der internen Jumper-Verkabelung war auch dieses Problem gelöst.

Produktionsanlage läuft mittlerweile

Mittlerweile bezeichnet sich Haupt selbst etwas scherzhaft als Expertin für den Bestückungsautomaten. Sie beherrscht die Maschine inzwischen so gut, dass sie die ersten Rotary Phones mit ihrem Fabrikations-Setup bauen konnte. Sie hofft, im November 2022 alle bisherigen Bestellungen ausliefern zu können. Eine neue Charge soll Anfang 2023 versendet werden.

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Die Produktion dauerte aufgrund der Chipkrise wesentlich länger, als sie gehofft hatte, Haupt hat aber von Anfang an offen kommuniziert, dass Besteller jederzeit eine Rückerstattung bekommen könnten - wie Golem.de als Vorbesteller aus den regelmäßigen E-Mail-Updates weiß.

  • Justine Haupt in ihrer Produktionsanlage (Bild: Justine Haupt)
  • Die Produktionsanlage von Justine Haupt: In der Bildmitte der Bestückungsautomat, rechts im Hintergrund der Reflow-Lötofen (Bild: Justine Haupt)
  • Auf dem Schreibtisch im Vordergrund erkennbar: die Disketten mit den Daten für den Bestückungsautomaten (Bild: Justine Haupt)
  • Justine Haupt musste eine Reihe an Feedern für den Bestückungsautomaten kaufen, da sie mitunter ungewöhnliche Teile verwendet. (Bild: Justine Haupt)
  • Das Innere des Bestückungsautomaten (Bild: Justine Haupt)
  • Mit dem Reflow-Lötofen werden die Teile mit dem Board verlötet. (Bild: Justine Haupt)
  • Eine fertig verlötete Platine, frisch aus dem Ofen (Bild: Justine Haupt)
  • Den Bestückungsautomaten hat Justine Haupt gebraucht gekauft. (Bild: Justine Haupt)
  • Das Rotary Phone in den aktuell verfügbaren Farben (Bild: Justine Haupt)
Justine Haupt in ihrer Produktionsanlage (Bild: Justine Haupt)

Insgesamt hat Haupt rund 600 Vorbestellungen für das Rotary Phone erhalten. "Es gab weniger als 20 Anfragen auf Rückerstattungen", erklärt sie und wirkt dabei selbst etwas überrascht. "Ich glaube, die Leute freuen sich einfach wirklich auf das Gerät. Es stört sie offenbar nicht, dass sie etwas länger warten müssen", sagt Haupt erleichtert.

Ursprünglich wollte sie gar keine Vorbestellungen anbieten: "Es ist für mich stressig zu wissen, dass ich Geld besitze, für das ich noch nichts geleistet habe." Dank der geringen Zahl an Erstattungen konnte Haupt allerdings überhaupt erst ihre Produktionsanlage einrichten und mitunter teure Teile in größeren Mengen kaufen, sobald diese verfügbar waren - etwa das LTE-Modem.

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An ein neues Modell des Rotary Phone denkt Justine Haupt aktuell noch nicht. Sie kann sich vorstellen, das aktuelle Modell im Laufe der Produktion weiter zu verbessern. So hat sie beispielsweise bei den aktuellen Geräten Platz für eine Bluetooth-Erweiterung gelassen. Bluetooth könnte es dann als Nachrüstset geben.

Rotary Phone ist für 400 US-Dollar bestellbar

Das Rotary Phone kann auf der Webseite von Justine Haupt bestellt werden und kostet 400 US-Dollar. Aufgrund der immer noch anhaltenden Chipknappheit ist ein Versanddatum schwierig zu bestimmen.

Haupt kann sie sich vorstellen, als nächstes Projekt doch noch etwas im Bereich Robotik zu entwickeln. Auch am Thema Biohacking ist sie interessiert. Lachend sagt sie am Ende unseres Gesprächs: "Ich habe einen Bestückungsautomaten, ich kann im Grunde machen, was ich will!"

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 Chipkrise warf Projekt zurück
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ElTentakel 29. Aug 2022 / Themenstart

Warun soll da Deutschland so besonders sein?

Laoban 24. Aug 2022 / Themenstart

es macht einige Spass, also ist es auch keine Verschwendung. wenn jetzt auch Spass immer...

fritzemueller 19. Aug 2022 / Themenstart

In manchen Ländern (z.B. USA) ist es auf Antrag erlaubt, nicht zertifizierte Funkgeräte...

magnolia 17. Aug 2022 / Themenstart

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