Chipkrise warf Projekt zurück

Der Bildschirm war eines der vielen Probleme, die Haupt bei der Entwicklung des Rotary Phones lösen musste. Nachdem Haupt ein Display gefunden hatte, das vom Format her perfekt passte, deckte sie sich direkt mit den Bauteilen ein. "Dann habe ich festgestellt, dass es keinerlei Arduino-Libraries für das Display gibt", sagt Haupt.

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Also musste sie die notwendige Software für die Arduino-kompatible Firmware entwickeln, was ihr - wie sie selbst einräumt - nicht einfach von der Hand geht, da sie keine Softwareentwicklerin ist. Als Prozessor war ursprünglich der Atmega 2560 eingeplant, den Haupt allerdings nicht bekommen konnte - also wechselte sie auf den Atmega 1280.

Im Laufe unseres Gesprächs wird allerdings deutlich, dass sich Haupt von Problemen nicht stoppen lässt - im Gegenteil. Der Grund, weshalb sie so viele OLED-Displays kaufte und den Prozessor wechseln musste, liegt in der Chipkrise begründet. Die Herstellungsprobleme, die durch die schlechte Verfügbarkeit von notwendigen Komponenten resultieren, hat Haupt auf ungewöhnliche Weise gelöst: indem sie sich eine eigene Produktionsanlage im Keller gebaut hat.

Bauteile oft nur in kleinen Mengen erhältlich

"Die Chipkrise hat mir wirklich die Hände gebunden. Ich hatte ein fertiges Design für das Rotary Phone und musste dann feststellen, dass es viele Teile nicht gab", erinnert sich Haupt. Sie bekommt Teile meist nur in kleinen Mengen: "Manchmal sind es nur 10 oder 20 Stück." Damit fiel ihr ursprünglicher Plan flach, alle benötigten Teile einzukaufen und gleich eine große Menge an Rotary Phones von einem spezialisierten Hersteller produzieren zu lassen.

  • Justine Haupt in ihrer Produktionsanlage (Bild: Justine Haupt)
  • Die Produktionsanlage von Justine Haupt: In der Bildmitte der Bestückungsautomat, rechts im Hintergrund der Reflow-Lötofen (Bild: Justine Haupt)
  • Auf dem Schreibtisch im Vordergrund erkennbar: die Disketten mit den Daten für den Bestückungsautomaten (Bild: Justine Haupt)
  • Justine Haupt musste eine Reihe an Feedern für den Bestückungsautomaten kaufen, da sie mitunter ungewöhnliche Teile verwendet. (Bild: Justine Haupt)
  • Das Innere des Bestückungsautomaten (Bild: Justine Haupt)
  • Mit dem Reflow-Lötofen werden die Teile mit dem Board verlötet. (Bild: Justine Haupt)
  • Eine fertig verlötete Platine, frisch aus dem Ofen (Bild: Justine Haupt)
  • Den Bestückungsautomaten hat Justine Haupt gebraucht gekauft. (Bild: Justine Haupt)
  • Das Rotary Phone in den aktuell verfügbaren Farben (Bild: Justine Haupt)
Auf dem Schreibtisch im Vordergrund erkennbar: die Disketten mit den Daten für den Bestückungsautomaten (Bild: Justine Haupt)
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Haupt berechnete die Kosten und beschloss, sich einen gebrauchten SMD-Bestückungsautomaten sowie einen Reflow-Lötofen zu kaufen und die Telefone selbst herzustellen. So kann sie immer, wenn sie wieder Teile hat, eine kleine Menge an Rotary Phones bauen - was bei einem kommerziellen Hersteller nicht möglich ist. Die Maschinen stehen zusammen mit einem Schablonendrucker und einem Pad-Printer im Keller ihrer Mutter. "Der Keller hat eine ebenerdige Einfahrt, mein eigener ist nur über eine Treppe zu erreichen", sagt Haupt. Angesichts der tonnenschweren Maschinen war der eigene Keller also keine Option.

Den Bestückungsautomaten hat sie gebraucht bei einem Unternehmen in der Umgebung gekauft. "20.000 US-Dollar war etwas mehr, als ich eigentlich ausgeben wollte, aber ich habe nachgerechnet: Ich würde mehr bezahlen, wenn jemand anderes die Telefone bauen würde", erklärt Haupt. Dass sie keine Ahnung von Bestückungsautomaten und deren Bedienung hatte, war für sie eher ein untergeordnetes Problem.

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 Rotary Phone: Vom Wählscheiben-Bastelhandy zur eigenen ProduktionsanlageEigene Produktionsanlage im Keller 
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ElTentakel 29. Aug 2022 / Themenstart

Warun soll da Deutschland so besonders sein?

Laoban 24. Aug 2022 / Themenstart

es macht einige Spass, also ist es auch keine Verschwendung. wenn jetzt auch Spass immer...

fritzemueller 19. Aug 2022 / Themenstart

In manchen Ländern (z.B. USA) ist es auf Antrag erlaubt, nicht zertifizierte Funkgeräte...

magnolia 17. Aug 2022 / Themenstart

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